Rathaus fest in Narrenhand

Gewaltfreie Übernahme: Bürgermeisterin räumt „krachende Niederlage“ ein und strahlt

Einbeck, helaaf!“ Das Prinzenpaar begrüßt mit dem großen Till und Ex-Prinzessin Maria seine Untertanen.

EINBECK Einen Tag, nach dem der 45. Präsident der Vereinigten Staaten ins Weiße Haus eingezogen war, übernahmen auch die Narren in Einbeck die Regierung und entließen die Bürgermeisterin bis Aschermittwoch aus der Verantwortung.

Trotz eisiger Kälte, die selbst den Bierbrunnen kurzfristig hatte einfrieren lassen, konnten sie sich, anders als ihr weit entfernter Neu-Regierungskollege über eine nachweislich große öffentliche Anteilnahme ihrer 69. Macht-Übernahme freuen. Der Marktplatz war lebendig und proppenvoll, als die rund 500 Narren, angeführt von Fanfarenzug Einbeck, Kindertill „Madita, Kinderprinzessin Marlene I., Einbecker Elferrat und Präsident „Kutscher“ Albert Eggers durch die Stadt zogen, das Rathaus umzingelten und entschlossen zum Sturm auf die drei Rathaus-Türme bliesen. Einbecks neues Prinzenpaar Aileen I. und Maurice I., mit 18 und 24 Jahren seit langem wieder eines der jüngsten Regentenpaare, setzt auf Gleichberechtigung und wird bis zum 1. März gemeinsam regieren. Mit der Narren-Verantwortung sind endlich wieder Frohsinn und Humor ins Rathaus eingezogen. Erfüllt doch die zivile Regierung die Rathausarbeit mitunter mit großer Pein. Der bösen Mehrheit las die Verwaltungschefin die Leviten, sie solle nicht jegliches Vertrauen verspielen und das Klima vergiften, sondern Mut zu Entscheidungen haben: „Verschieben auf den St. Nimmerleinstag hat noch niemandem etwas gebracht!“ Den weit harmloseren Narren gegenüber räumte sie jedoch gerne eine „krachende Niederlage“ ein und räumte fröhlich den Rathaus-Thron. Bis Aschermittwoch wird das neue Prinzenpaar der Einbecker Gesellschaft der Karnevalsfreunde jede Menge zu tun haben: Schlag auf Schlag folgen repräsentative Veranstaltungen hier und anderswo; dazu gilt das Augenmerk Kindern und Jugendlichen, für die die forsche Kinderprinzessin die Halbierung der Schulzeit und Verdoppelung der Ferien fordert. con

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