Deutsche Züchtergemeinschaft befürchtet Problemhunde durch unseriöse Züchter

„Ein gravierendes Problem“

Der gebürtige Bad Gandersheimer Veterinär Dr. Thomas Laube gilt als der Rhodesian-Ridgeback-Experte.

EINBECK (con) – Mit einiger Sorge beobachtet die Deutsche Züchtergemeinschaft Rhodesian Ridgeback (DZRR), dass die bis vor 25 Jahren noch relativ unbekannte Hunderasse des auch als Löwenhund bekannten Rhodesian Ridgebacks zunehmend zum Modehund verkommt. Dr. Thomas Laube war jetzt Gast eines Welpentreffens der Züchter Simone und Frank Korf („Kinanga-Amali“) in Einbeck.

Der 56-jährige Veterinär und Züchter hat die Gemeinschaft, die dem Verband für das Deutsche Hundewesens (VDH) als zuchtbuchführender Verein angeschlossen ist, 20 Jahre lang geführt. Mit der EULE sprach er über Probleme, die seriöse Züchter durch vorwiegend aus dem Osten von Gelegenheitszüchtern auf den Markt geworfene Welpen auf die Rasse zukommen sehen. Der Rhodesian-Ridgeback-Experte sieht ein gewaltiges Problem auf die Rasse zukommen. Zwei Drittel der Welpen stammen nach seiner Beobachtung mittlerweile schon von Gelegenheitszüchtern, die es mit Zuchtstandards wie Gesundheit und Charakterfestigkeit nicht so ernst und genau nehmen, wie seriöse Züchter. Die Welpen kämen aus „zwielichtigen Verhältnissen“, teilweise aus Polen und Tschechien, auf den Markt. „Uns ist daran gelegen, das Wesen dieses tollen Hundes zu erhalten“, betont Dr. Laube. „Denn wer nur auf Geld aus ist, der verzichtet natürlich auf Zuchtkriterien, auch auf den Wesenstest.“ Die Folge: Einige Rigdebacks werden aggressiv und damit zu echten Problemhunden. Viele Hundeschulen hätten speziell diese Hunderasse deshalb „schon auf ihrer Liste“, weiß Dr. Laube. „Die Leute wissen gar nicht, was sie sich damit antun, wenn sie auf Qualität verzichten und Welpen kaufen, die dazu nicht vernünftig sozialisiert und geprägt sind.“ Es sei nur „eine Frage der Zeit“, wann etwas Ernsthaftes passiere und die Rasse dann verschrien sei. Internet und Schnäppchenmentalität verstärkten die Problematik nur noch. Denn Qualität hat nun mal ihren Preis. Seriöse Züchte missbrauchen ihre Hündinnen nicht als Gebärmaschinen, für Welpen aus Züchterhand gibt es Wartelisten. Als Eignung für die Zuchtzulassung müssen die Vierbeiner Gesundheitstests und Wesenstest bestehen, werden geröntgt; die Züchter selbst werden regelmäßig kontrolliert, besuchen Fortbildungen. Und: Nicht jeder, der einen Ridgeback haben möchte, bekommt auch einen von ihnen. Verantwortungsvolle Züchter wie Simone und Frank Korf etwa suchen neue Besitzer sorgfältig aus, machen sie und ihre Kinder schon frühzeitig – noch in der Welpenstube – mit ihrem neuen Familienmitglied vertraut, zwei- bis dreimal jährlich finden Welpentreffen statt, wie jetzt auf der Hube, wo Dr. Laube „special guest“ war.

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