Wer schlägt, der geht

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Einbecks Polizeichef Peter Volkmar: "Die Dunkelziffer bei häuslicher Gewalt ist hoch."

EINBECK (con) – Als „dramatisch“ bezeichnen die Ermittler des Einbecker Polizeikommissariates den Anstieg von Fällen häuslicher Gewalt. 41 Mal mussten die Beamten im vergangenen Jahr im Raum Einbeck einschreiten.

Der erfahrene PK-Leiter Peter Volkmar erinnert an seine Ausbildungszeit, in der Auseinandersetzungen zwischen (Ehe-) Paaren „für uns relativ tabu waren“.

Dagegen sind sie heute keine Privatsache mehr: „Häusliche Gewalt wird nicht geduldet.“ Deshalb steht den Beamten ein Maßnahmenkatalog zur Verfügung, der eindeutig Position gegen den Schläger bzw. die Schlägerin (denn auch Frauen werden zunehmend zu Tätern) bezieht: „Wer schlägt, geht.“

Die Polizei zieht das konsequent durch, bis zu 14 Tage Platzverweis drohen – und die Einhaltung wird überwacht. Bei Verstößen gibt’s Verhinderungsgewahrsam oder Zentralgewahrsam: Bis zu 14 Tage können häusliche Schläger zur Verhinderung einer Straftat eingesperrt werden.

Gab es früher „nur“ das Frauenhaus, hat die Bevölkerung diese Vorgehensweise längst akzeptiert. Dennoch muss Volkmar von einer hohen Dunkelziffer ausgehen. „Leider.“

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