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"Dorfgemeinschaft wird zerstört“

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Brückenfest in Olxheim: Mehrere hundert Menschen teilen die Forderung der Bürgerinitiative „Pro Leinebrücke“. © Foto: Radtke

OLXHEIM (mra) – Die Einwohner von Olxheim, Garlebsen und Ippensen sind sauer. Ab September will der Landkreis Northeim die Leinebrücke in Olxheim komplett sperren. Grund: Sie ist so marode, dass sie einsturzgefährdet ist. Eine Sanierung wurde über die Jahre verschleppt. Die günstigste Lösung scheint aus Sicht des Landkreises der Abriss der Brücke.

Genau das wollen sich die Bürger der drei Dörfer allerdings nicht gefallen lassen. Hunderte Menschen kamen am vergangenen Sonntag zum Brückenfest nach Olxheim, um gegen die Pläne des Landkreises zu protestieren und Unterschriften zu sammeln. Zum Brückenfest eingeladen hatte die Bürgerinitiative „Pro Leinebrücke Garlebsen – Olxheim“.

Das Thema ist brisant, und der Druck auf die Kreisverwaltung wird größer. Die Bürgerinitiative hat es nicht nur geschafft, die rund 350 Bewohner aus den betroffenen Ortschaften Olxheim, Garlebsen und Ippensen zu mobilisieren, sondern auch ein breites Feld an Unterstützern. „Viele von außerhalb sind gekommen, um ihre Unterschrift abzugeben“, freute sich die Vorsitzende der BI, Editha Brackmann. Mehr als 2000 Bürger haben inzwischen für den Erhalt der Leinebrücke unterschrieben. "Wir möchten damit die Politik wachrütteln. Denn wir brauchen die Brücke", sagt Brackmann. Mehr noch: Mit der Sperrung beziehungsweise einem Abriss würde man die Infrastruktur vor Ort zerstören.

„Olxheim wäre komplett abgehängt“, klärt Brackmann auf. Die Bewohner müssten riesige Umwege in Kauf nehmen, um nach Hause beziehungsweise in die Stadt zu kommen. Somit wären auch die Ortschaften Rittierode und Haieshausen von der Sperrung betroffen, weil sie einen Großteil des Verkehrs auffangen müssten, so Brackmann weiter. Die Bürger sehen auch die Dorfgemeinschaft in Gefahr. „Sie wird auseinandergerissen“, klagt Brackmann. Einige ältere Besucher, die zum Brückenfest gekommen waren, können sich noch an den Bau der Brücke in den 50er Jahren erinnern. „Vorher stand dort eine Holzbrücke. Die ist dann durch die Jetzige ersetzt worden“, erinnert sich ein älterer Herr. Er kann sich überhaupt nicht vorstellen, dass die Leine an dieser Stelle bald keinen Übergang mehr haben soll.

„Seit 15 Jahren ist bekannt, wie der Zustand der Brücke ist. Und es ist nichts gemacht worden“, beklagt Gerhard Leitz. Er sieht noch ganz andere Probleme. Die Eisenbahnbrücke auf der anderen Seite, die dann stärker belastet würde, ist ebenfalls baufällig. Die Bürgerinitiative hat das dokumentiert. „Die Schulbusse können nicht mehr in den Ort fahren, weil sie keine Möglichkeit zum Wenden haben“, sagt Leitz. Es würden Kleinbusse und Taxen eingesetzt. „Ein nicht unerheblicher Kostenfaktor“, sagt er. Und eine Lösung für die großen landwirtschaftlichen Fahrzeuge gibt es auch nicht. Die Ortsdurchfahrten in Rittierode und Haieshausen sind für Mähdrescher zu schmal. Der Protest in den Ortschaften ist auch nach dem Brückenfest unübersehbar: „Zur Fähre“ heißt es auf einem großen Wegweiser unter dem Ortsschild. An einer anderen Stelle hängen Rettungsring und Schwimmflügel. Ein Gruß an den Landkreis mit der Frage, ob man demnächst schwimmend die Leine überqueren müsse...

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