EULE-Tipp „Rund ums Internet“ von Ioannis Athanassias (neos medienagentur, Einbeck)

Datenschutz auf sozialen Netzwerken

Ioannis Athanassias ist der Autor des neuen EULE-Tipps.

Mit Facebook, Twitter und Co. ist es sehr einfach geworden, sich im Netz zu präsentieren. Mit wenigen Mausklicks kann man sich mit seinen Interessen und Vorlieben darstellen, kurze Updates über die täglichen Erlebnisse schicken und mit Freunden und Bekannten online in Kontakt bleiben, auch wenn sie tausende von Kilometern entfernt leben. Allerdings kann man bei der Präsentation auf den Netzwerken auch schnell einen fatalen Fehler machen, der einen auf Dauer in schlechtem Licht erscheinen lässt...

Nun stellt sich die Frage, was man tun kann, um keine unangebrachten Fehler zu begehen: Auf was sollte also unbedingt geachtet werden?

Das Wichtigste ist, dass man sich vor jeder Veröffentlichung im Klaren darüber ist, ob es überhaupt notwendig ist, dies zu präsentieren und welche Folgen diese Veröffentlichung haben könnte.

„Das Internet vergisst nichts, was einmal im Internet kursiert, kann man nicht mehr löschen.“ Diese Aussage trifft besonders auf die sozialen Netzwerke zu. Man gibt einen öffentlichen Beitrag auf einem der sozialen Netzwerke bekannt. Ein Bekannter sieht ihn, teilt den Beitrag und leitet ihn so an andere Kontakte weiter. Um dies zu vermeiden, sollte man darauf achten, nur die Personen oder Gruppen auszuwählen, die den Beitrag lesen sollen.

Das ist besonders bei der Veröffentlichung sehr privater oder unangebrachter Bilder oder Texte wichtig. Allerdings sollte man sich auch da die Frage stellen, ob dies wirklich sein muss oder so eine Veröffentlichung auch verzichtbar ist.

Wie bei den Beiträgen, so ist es auch mit den persönlichen Daten, wie Telefonnummer oder E-Mailadresse. Wenn man dabei nicht auf den richtigen Schutz achtet, durch z.B. Privatsphäre-Einstellungen, dann können diese Daten schnell in die falschen Hände gelangen. Man könnte sich hier ebenfalls die Frage stellen, ob man wirklich alle privaten Informationen über sich preisgeben muss!

Es sollte nicht vergessen werden, dass man den Datenschutzrichtlinien und den allgemeinen Geschäftsbedingungen des jeweiligen sozialen Netzwerkes zugestimmt hat. Meist geschieht die Zustimmung über das Setzen eines Häkchens, ohne die Richtlinien und Bedingungen vorher aufmerksam gelesen zu haben. Und wie man bei sozialen Netzwerken schon erahnen kann, wird nicht intensiv auf die Sicherung der Daten geachtet: Das Gegenteil ist hier meist der Fall!

Als Beispiel vergibt man eine Lizenz an ein soziales Netzwerk, die beinhaltet, dass dieses soziale Netzwerk sämtliche IP-Inhalte, welche auf oder im Zusammenhang mit der Plattform entstehen, an Dritte weitergeben darf.

Unter IP-Inhalte ist das geistige Eigentum an Texten und Bildern gemeint. Und genau mit dieser Lizenz verdienen die sozialen Netzwerke ihr Geld: Die Plattformen geben die Daten an andere Firmen weiter. Diese können nun genau auf den IP-Inhalt zugeschnittene Werbung schalten. Es könnte sogar möglich sein, dass eine Zeitung einen Artikel über eine bestimmte Person schreibt, mit allen Informationen, die vorher auf den sozialen Netzwerken präsentiert wurden, ohne zu erahnen, dass er veröffentlicht wird. Dies ist schon einem Internetnutzer passiert.

Zudem sind die Datensammlungen von Facebook auch für staatliche Stellen interessant. Deshalb könnte es sich zum Beispiel auch ereignen, dass man sich bei der Einreise in New York am Flughafen dafür rechtfertigen müsste, was man einmal auf Facebook gepostet hat. Auch unsere Polizei läuft auf „Facebook-Streife“, um mit Hilfe von Facebook-Daten Straftaten aufzuklären, und die Ordnungsämter suchen nach bestimmten Fotos, um Verkehrssünder zu überführen. Wenn man solche Momente verhindern möchte, dann sollte man also einige Punkte unbedingt beachten:

– einfach nur vorher darüber nachdenken, was man postet,

– und ob es überhaupt notwendig ist, und wer es sehen soll.

– Oder man sich befasst sich einfach ausreichend mit den Privatsphäre-Einstellungen, um seine Daten ausreichend zu schützen. Das alles ist wichtig, um seine Daten nicht den sozialen Netzwerken auf dem Tablett zu servieren.

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