Verfahren eingeleitet

Spendenteam: Taube Hündin wurde ausgesetzt und ihren Welpen entzogen

Zur Ruhe gekommen: Solling-Hündin „Ayla“ lebt nach der OP zurzeit in einer Pflegestelle.

DASSEL – Das „Einbecker Spendenteam – eine Stimme für Tiere“ ist nach umfangreichen Recherchen überzeugt:  Die taube, so genannte Solling-Hündin wurde ausgesetzt und ihren Welpen entzogen. Der Verein setzt sich seit 2012 für notleidende Tiere im In- und Ausland ein, wurde 2015 ins Vereinsregister des Amtsgerichtes Göttingen eingetragen und ist von der Finanzverwaltung als gemeinnützig anerkannt worden.

Wie berichtet, konnte die tagelang umherirrende scheue Hündin aus dem Bereich Dassel/Solling einen Tag vor Silvester per Distanznarkose gesichert werden. Nachdem sich niemand für das Tier verantwortlich gefühlt hatte, hatte sich der Verein „Einbecker Spendenteam – eine Stimme für Tiere“ seiner angenommen und dem Tierparkservice Heino Krannich (Coppenbrügge) einen entsprechenden Auftrag erteilt. Durch den ausgelesenen Schweizer Chip war der Verein schließlich auf eine Züchterin aus Nordrhein-Westfalen (NRW) gestoßen. Auf Nachfrage habe sie mitgeteilt, die Hündin vor einem halben Jahr über Kleinanzeigen „verschenkt“ zu haben und keine Daten von den neuen Eigentümern zu besitzen. Trotz eines Medienaufrufs gab es zunächst wochenlang keine Hinweise zur Herkunft des Hundes. Mitte Januar dann die, nach Einschätzung des Vereins „entscheidende Wende“: Da bei der tierärztlichen Erstversorgung festgestellt worden war, dass die Hündin erst vor kurzem geworfen haben musste, wurde u.a. bei einer Welpenhilfe im Raum Dassel nachgefragt, ob dort Jungtiere abgegeben worden seien. Wie der Verein erfuhr, soll es tatsächlich die Züchterin aus NRW gewesen sein, die die Welpenhilfe am 21. Dezember aufgesucht habe, um hier sowohl sechs Welpen als auch das Muttertier gegen Entgelt abzugeben. Bei der Mutterhündin habe es sich nach Aussage der Welpenhilfe „eindeutig“ um die Solling-Hündin gehandelt, die später bei Dassel eingefangen wurde. Lediglich die Welpen habe die Welpenhilfe aufgenommen, nicht jedoch die Mutterhündin, weil die Züchterin „sehr viel Geld“ verlangt habe. Am selben Tag habe es die ersten Meldungen von Verkehrsteilnehmern gegeben, dass ein Hund auf der Fahrbahn und im Wald nahe des CVJM-Heims umherirre... Die gehörlose Hündin, die von ihrer momentanen Pflegestelle „Ayla“ genannt wird, habe aufgrund einer Gebärmuttervereiterung operiert und kastriert werden müssen. Wie der Verein weiter mitteilt, lebt „Ayla“ zurzeit in einer Pflegestelle und erhole sich nach all’ den Strapazen sichtlich. Die Kosten in Höhe von etwa 700 Euro für die Sicherung des Hundes habe der Verein übernommen. Bei den Tierarztkosten sei das Einbecker Spendenteam vom befreundeten Tierschutzverein „Aktiv für Hunde in Not“ sowie weiteren Tierfreunden unterstützt worden, die Anteil am Schicksal der ausgesetzten Hündin genommen hatten. Bei der Schweizer Hundedatenbank „Amicus“ sei mittlerweile beantragt worden, die Hündin über den Verein „Einbecker Spendenteam“ zu registrieren. Darüber hinaus habe die Einbecker Polizei auf Grundlage der Erkenntnisse des Vereins ein Verfahren gegen die Züchterin eingeleitet.

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