Leineverband: „Schutz vor Hochwasser geht vor“ / 10 Tonnen Sedimentschicht abgetragen

Brückenräumung in Amelsen vorgezogen

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Forderung des Amelser Ortsrates nachgekommen ist und die eigentlich für Oktober angekündigte Räumung im Allerbach sogar vorgezogen hat. Noch vor wenigen Wochen war die Sedimentschicht unter der Brücke 60 Zentimeter höher: Hier drohte bei Starkregenereignissen Hochwasser... Mit im Bild (v.l.) Ortsratsmitglied Carsten Henne, Julian Demann und Ortsbeauftragter Martin Helmker.

AMELSEN (con) – Die Räumung unterhalb der Brücke am Amelser Dorfplatz ist jetzt entgegen der ursprünglichen Ankündigung des Leineverbandes, die auf 60 Zentimeter angewachsene Sedimentschicht im Oktober ausräumen zu wollen, überraschend schon Anfang August vorgenommen worden.

Der Leineverband begründete die vorsorglich vorgezogene Maßnahme mit den klimatischen Bedingungen mit zu erwartenden Starkregenereignissen und damit einhergehender Hochwassergefahr. Im Einzelfall gehe der Schutz der Ortschaft vor, sagte der Geschäftsführer des Leineverbandes, Hans-Jürgen Laduch, bis 2006 Leiter des Fachbereiches Umwelt beim Landkreis Northeim. Wie in Amelsen sei aus denselben Gründen auch unterhalb der Brücke in Harriehausen (An der Etherna, Ortsausgang Richtung Ildehausen) geräumt worden. Außerdem werde jetzt ebenfalls im Rahmen des Hochwasserschutzes eine große Maßnahme an der Ilme (in Höhe des Einbecker Tierheims Villa Wuff) vorzeitig in Angriff genommen. Alle Arbeiten erfolgten in enger Abstimmung mit der Unteren Wasserbehörde (Landkreis Northeim). Das ist auch nötig: Denn gerade in diesen Monaten liegt die „ökologisch sensible Zeit“ – das Laich- und Aufzuchtgeschäft der Kieslaicher (Elritzen, Stichlinge und der besonders geschützten Bachneunaugen und Forellen). Üblicherweise würden notwendige Unterhaltungsmaßnahmen deshalb zwischen September und November ausgeführt, jährlich fielen rund 25 Brückenräumungen an. Der Oktober sei dabei der Schwerpunktmonat – deshalb sei die Räumung der Brücke in der Amelser Dorfmitte ursprünglich für diesen Monat angekündigt worden. Allein – die klimatischen Verhältnisse hätten jetzt schnelles Handeln erfordert. „Hochwasserschutz geht vor.“

Zwei Tage lang wurde die Schicht unterhalb der Brücke, vom Ortsrat als „Nadelöhr“ bewertet, abgetragen – dabei handelte es sich um 20 Kubikmeter bzw. zehn Tonnen Ablagerungen. Die Sedimente hätten in der Deponie in Blankenhagen entsorgt werden müssen, „weil die Einbecker Deponie leider nur halbtags geöffnet hat“, sagte Leineverband-Gebietsleiter Manfred Würfel. Die letzte Räumung unterhalb des Amelser Brückenbauwerkes sei anders, als vom Ortsrat vor wenigen Wochen kritisiert, noch am 27. Juli 2006 erfolgt. „Dass hier 20 Jahre nichts passiert ist, ist einfach nicht wahr“, betonte der Geschäftsführer des Leineverbandes, Hans-Jürgen Laduch, jetzt auf Anfrage der EULE beim Ortstermin in Amelsen. „Unser besonderes Augenmerk liegt ja gerade auf der Unterhaltung der Wasserläufe in den Ortslagen. Das ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit.“

Auch, dass sich im Lauf der Jahre unter der Amelser Brücke „Hunderte von Tonnen“ Sedimentschicht angehäuft hätten, diese Zahl sei völlig „aus der Luft gegriffen“, wie die jetzt abgeschlossene Maßnahme zeige. Konfrontiert mit der Bemerkung des Ortsrates, die Räumung des Allerbaches flussaufwärts und flussabwärts jenseits der Brücke sei eher „halbherzig“ erfolgt, widersprach Geschäftsführer Laduch vehement: Die Abflussverhältnisse für normale Wasserabläufe seien wieder optimal. Mehr sei aus Sicht der Fachleute nicht nötig. Wohl aber würden im Winterhalbjahr noch die Gehölze, die an den Ufermauern wachsen, zurückgeschnitten, um Schäden am Mauerwerk möglichst gering zu halten, außerdem werde das Springkraut entfernt. Das betreffe auch die oberhalb der Brücke stehenden Weiden und Eschen, die im Profil aufgewachsen sind.

Für die flussabwärts durch herausgebrochene Steine entstandenen Schäden an der Mauer, bei denen der Ortsrat angesichts der Belastung der Straße mittelfristig Einsturzgefahr befürchtet, sei die Stadt Dassel zuständig, sagte Laduch: „Die Ufermauer ist bescheiden. Da muss die Stadt Dassel über kurz oder lang sanieren.“ Bei der Ufersanierung biete der Leineverband der Stadt gegen Kostenerstattung seine fachliche Unterstützung an.

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