Polizei und Staatsanwaltschaft von Täterschaft überzeugt

Brandserie: Wildkamera knipst mutmaßlichen Brandstifter  

Pressekonferenz Polizeidirektion Göttingen Polizeipräsident Lührig Oberstaatsanwalt Dr. Andreas Buick Soko-Leiter Meusel Kameras
+
Die Ermittler leisteten 5676 Einsatzstunden und gingen etwa 500 Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Am 14. September lieferte eine Wildkamera den entscheidenden Hinweis.

Einbeck – Erleichterung überall: Mit der Festnahme eines 23-jährigen, im Raum Hildesheim lebenden gebürtigen Einbeckers am Dienstag in Wolfsburg-Königslutter dürfte die Brandserie im Raum Einbeck beendet sein. Das hat Polizeipräsident Uwe Lührig am Mittwochmittag bei einer Pressekonferenz im Göttinger Polizeipräsidium dargelegt. Dem jungen Mann werden zehn Brandstiftungen und sieben schwere Brandstiftungen mit einem Sachschaden von knapp einer halben Million Euro vorgeworfen, darunter der Brand der Saline Salzderhelden und im Wohnhaus am Reinserturm. 

Zwischen seinen Taten habe sich der Mann mit einem geklauten Auto bewegt. Der Beschuldigte soll bei einer Probefahrt einen schwarzen VW Golf mit 300 PS unterschlagen haben. Mehrere Tankbetrüge und Hotel-Zechprellereien kommen dazu, so Oberstaatsanwalt Andreas Buick. Nach Dauer-Obversation wurde er am Dienstag kurz nach 6 Uhr morgens in einem Hotel festgenommen. Im Hotelzimmer fanden die Beamten einen Liter Brandbeschleuniger. Zur Motivlage machten Polizei und Staatsanwaltschaft vorerst keine weiteren Angaben. Entscheidend für die 15-köpfige Sonderkommission war ein Bürgerhinweis vom 14. September. An jenem Tag war der Beschuldigte um 12.06 Uhr von der Wildkamera eines Anwohners im Negenborner Quellenweg geknipst worden. Um 12.10 Uhr brannte in unmittelbarer Nähe eine Strohballenmiete. Am Abend kontrollierte eine Polizeistreife den schwarzen Golf. Der Fahrer jedoch gab Gas und hielt sich fortan weiter nördlich im Vorharz auf. Nach dem Tipp aus Negenborn identifizierte ein Feuerwehrmann den 23-jährigen Beschuldigten auf den Bildern. Der mutmaßliche Täter sei vor Jahren Feuerwehrmitglied gewesen, gehörte zuletzt nicht mehr zu den heimischen Löschkräften und hielt sich vornehmlich im Raum Gifhorn-Wolfenbüttel auf. Eine Erpressung mit einem Drohszenario eines Großbrandes in der Einbecker Innenstadt habe es nicht gegeben, sagte Soko-Chef Heiko Meusel. Bei den beiden aktuellen Brandserien sei ein Gesamtschaden von rund zwei Millionen Euro entstanden. Die bereits festgenommene Frau, der die erste Brandserie zugeordnet wird, befindet sich in Untersuchungshaft. Die beiden Beschuldigten hätten einmal in der gleichen Nachbarschaft gewohnt. Eine Beziehung wollten die Ermittler nicht bestätigen. cmf

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare