Zum 85. von Dr. Ewald Hein-Janke

Ein bewegtes, arbeitsreiches Leben lang „gnädig geführt“

In fröhlicher Runde feierte der Einbecker Dr. Hein-Janke seinen Geburtstag mit Familie, langjährigen Freunden und Weggefährten sowie Flüchtlingen aus dem Irak und Afghanistan.

EINBECK Unlängst feierte der Einbecker Dr. Ewald Hein-Janke seinen 85. Geburtstag in einer fröhlichen Runde von Ratsmitgliedern verschiedener Fraktionen mit der Bürgermeisterin an der Spitze, mit dem aktivsten Teil der Einbecker Grünen, langjährigen Freunden sowie mit Flüchtlingen aus dem Irak und aus Afghanistan.

In Würdigung des nachhaltigen Engagements für die grüne Sache überreichte Dietmar Bartels dem Jubilar die Silberne Ehrennadel für die 25-jährige Mitgliedschaft in der Partei.

Eunice Schenitzki (SPD) und Dirk Ebrecht (CDU) brachten ihre Anerkennung für das 26-jährige Wirken des Grünen im Rat der Stadt Einbeck zum Ausdruck. Dabei hob Dirk Ebrecht – auch namens der FDP – die gute Zusammenarbeit in der Zeit der Einbecker Jamaica-Koalition hervor.

Der 85-jährige Hein-Janke skizzierte während seiner Dankesrede seinen Ausbildungs- und Berufsweg, der ihn über viele Stationen, u.a. über Italien, Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und schließlich in den Ruhestand nach Einbeck führte.

Die Aufgaben und Funktionen, die er auf diesem Weg wahrzunehmen hatte, waren vielfältig: Gemeinde-, Berufsschul- und Studentenpfarrer sowie Hochschullehrer (Privatdozent), nebenamtlich und nebenberuflich Industrie- und Sozialpfarrer, Heimleiter, Historiker, Buchautor, Redakteur und Herausgeber einer (kritischen) kirchlichen Zeitschrift, Prüfer im 2. Theologischen Examen und seelsorgerlicher Begleiter des Pastors Klaus Geyer, der wegen Mordes angeklagt und verurteilt wurde. Den Kollegen, den er auch heute noch als Justiz-Opfer betrachtet, verteidigte Dr. Hein-Janke als Beistand vor der Kirchlichen Disziplinarkammer.

„Im Nachhinein,“ so der Theologe und Sozialwissenschaftler, „weiß ich nicht, wie ich all’ den Anforderungen gerecht werden konnte. Das war nur dank der Unterstützung durch meine Frau und meine Familie möglich.“

Letztlich gelte sein Dank besonders dem, der ihn „diesen langen, sehr abwechslungsreichen, arbeitsreichen Weg gnädig geführt“ habe. „Dazu haben Sie auch allen Grund!“ unterstrich Einbecks neue Pastorin Mingo Albrecht. Der ehemals passionierte Chorsänger Hein-Janke genießt seine freie Zeit gern beim Besuch klassischer Konzerte und mit dem Verfassen von Gedichten auf Hoch- und Plattdeutsch. Viel Muße bleibt dem Privatdozenten auch im Ruhestand nicht; denn er engagiert sich nicht nur in der Politik, sondern auch in der Flüchtlingsarbeit: Seit über zwei Jahren erteilt er Deutschunterricht und ist als ehrenamtlicher Betreuer tätig. Fast alle seine Klienten waren auch zur Geburtstagsfeier erschienen. Ihnen bescheinigte der Lehrer, dass sie alle – im Alter von drei bis 53 Jahren – mit Eifer und Erfolg dabei seien, Deutsch zu lernen und sich in die hiesige Gesellschaft einzugliedern. Zwei sind bereits berufstätig, und einer hat sich mit einem Geschäft für „Internationale Lebensmittel“ an der Hullerser Straße selbstständig gemacht. Einer spielt außerdem in einem Ensemble bei Dagmar Schindewolf Geige.

Der Eisenbahn-Fan hatte wenige Tage vor der Feier mit Ehefrau Elke eine Rundreise auf der Schiene gemacht und dabei die neue ICE-Linie München – Berlin – Hamburg auf dem neu gebauten Teilstück Erfurt – Halle „getestet“, was ihn bei einer Geschwindigkeit von 300 Stundenkilometern „sehr bewegt“ hatte. Zu Ilmebahn-Geschäftsführer Christian Gabriel gewandt, erklärte Hein-Janke als langjähriges Aufsichtsratsmitglied der Ilmebahn: „Auch wenn hier kein ICE fährt, möchte ich im Dezember zu den Ersten gehören, die den Triebwagen von Einbeck-Mitte nach Göttingen besteigen.“

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