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Bauern sind unzufrieden und auch verunsichert

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Fast 100.000 Euro für Brandschutz ohne Raumgewinn: Für eine komplette Renovierung der Northeimer Geschäftsstelle wäre noch mehr Geld nötig, berichtete Geschäftsführer Gerhard Rudolph der Landvolk-Kreisverbandsversamlung. © Foto: Friese

EINBECK (cmf) – Sinkende Verkaufserlöse trotz guter Ernten und steigender Erträge bei weiterhin ausufernden Bürokratie-Notwendigkeiten und berufsständischen Diffamierungen – das drückt die Stimmung in der heimischen Landwirtschaft. Bei der Einbecker Vollversammlung des Landvolk-Kreisverbandes Northeim-Osterode hat Verbandschef Hartmut Danne jetzt die bäuerliche Unzufriedenheit mit den politischen Entwicklungen in Brüssel, Berlin und Hannover artikuliert.

Dabei wolle sich die Landwirtschaft keineswegs Weiterentwicklungen zu mehr Nachhaltigkeit verschließen. Aber vor allem der Umgang mit der rot-grünen Landesregierung stelle sich mitunter als sehr schwierig dar, speziell mit dem Haus von Niedersachsens bündnisgrünem Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Holzminden). „Ich spreche absichtlich nicht von unserem, sondern von dem für uns zuständigen Minister”, unterstrich Landvolk-Chef Danne im vollbesetzten Panorama-Saal. Aus manchen Darstellungen Minister Meyers ließe sich mitunter ableiten, dass Bauern durchweg Umweltschädiger und Tierquäler seien. Leider werde das von Verbrachern und Bevölkerung zu oft und unkritisch übernommen. Der Berufsstand dürfe sich gerade jetzt nicht auseinandertreiben lassen. Dagegen „müssen wir uns wehren”, forderte Danne im Beisein auch vom CDU-Bundestagsabgeordneten Dr. Roy Kühne. Der Northeimer Berlin-Parlamentarier hatte beim Einbecker Landvolk-Kreistreffen intensiv für einen besseren Dialog geworben und alle hiesigen Bauern und Betriebsleiter aufgerufen, ihm direkt ihre konkreten Probleme in der Landwirtschaft darzustellen. Landvolk-Chef Danne bezog in Einbeck ebenso Stellung zur Agrarreform seit Jahresbeginn. Das Änderungswerk verursache noch mehr Bürokratie, bringe aber noch weniger Ertrag für die Betriebe. Deutlich steige zudem der ab Januar vorgeschriebene Kontroll- und Nachweisaufwand. Für Danne ist es ein Unding, dass die erforderlichen Kontroll-Formulare erst Mitte April vorliegen würden. Bis Mai sollen sie von den Betriebsleitern komplett ausgefüllt sein – gerade zu der Jahreszeit, in der die Bauern auf Höfen und Feldern, in Stall und Büro ohnehin überlange Tage bewältigen müssen. Die Formulare, bekräftigte Danne bei deutlich vernehmbarer Zustimmung der Bauern, „müssen einfach früher kommen”. Dazu werde das Landvolk jetzt derben Druck auf Politik und Politiker ausüben.

Außerdem bräuchten besonders junge Bauern verlässliche Perspektiven darüber, wie sie ihre Betriebe aufstellen sollen, welche Investitionen vertretbar und sinnvoll seien, um Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit zu vereinen. Bestehende Unsicherheiten machten das Berufsbild nicht schöner und störten langfristig die gesicherte Lebensmittel-Versorgung.

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