Jägerschaft Einbeck: Hasen-Besätze steigen

Auch im Hegering 3 ist Meister Lampe vermehrt zu sehen

Feldhase
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Fressfeinde haben einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Hasenpopulation. Das hat auch die Jägerschaft Einbeck im Blick.

Einbeck/Region - 2020 war ein gutes Jahr für den Feldhasen in Niedersachsen: Durchschnittlich 13 Hasen leben hier pro Quadratkilometer. Dies hat die Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE) des Instituts für Wildtierforschung der Tiermedizinischen Hochschule Hannover ergeben. Damit setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre fort. „Auch in einigen Revieren des Hegerings 3 kann man wieder vermehrt Hasen sehen,“ sagt der Leiter des Hegerings 3 der Jägerschaft Einbeck, Hartmut Henne. Vor allem betreffe dies jene Reviere, in denen über Jahre hinweg intensiv auf Raubwild gejagt würde.

Eines dieser Reviere ist Hunnesrück. Dort leben je Quadratkilometer etwa zehn Hasen. Dies ergab die Frühjahrszählung mit Wärmebildkameras Anfang März. Solche Kameras machen die – für das menschliche Auge unsichtbare – Wärmestrahlung von Körpern sichtbar. Solange die Vegetation niedrig ist, können Jäger mit ihrer Hilfe die überwiegend nachtaktiven Langohren leicht zählen, während die im Dunkeln in den Feldern Pflanzen mümmeln. Jeweils im Frühjahr und Herbst wird gezählt. Auf diese Weise lassen sich die Dichte, der Zuwachs und Verluste im Zählgebiet ermitteln.
„Es gibt bessere Hasen-Biotope, aber die Zahl von zehn Hasen pro Quadratkilometer ist für unseren Hegering vergleichsweise hoch“, hebt Hartmut Henne hervor. Einer der Gründe: Die Jäger in Hunnesrück erlegten in der abgelaufenen Jagdzeit auf den rund 430 Hektar Fläche 34 Füchse. Hinzu kamen 32 Waschbären und weitere so genannte Prädatoren wie Marder. Diese Raubwild-Strecke ist überdurchschnittlich hoch und entspricht acht Füchsen und 7,5 Waschbären je Quadratkilometer.
„Fressfeinde haben einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Hasenpopulation“, betonte auch Wildbiologe Dr. Egbert Strauß vom Institut für Wildtierforschung bei der Vorstellung der Zahlen der Wildtiererfassung Niedersachsen. Fachlicher Hintergrund: Für den Zuwachs einer Art sorgen die weiblichen Tiere. Erbeuten Prädatoren von einer lokal selten vorkommenden Art im Frühjahr einige weibliche Individuen oder deren weiblichen Nachwuchs, kann es passieren, dass die Art dort nicht mehr die Menge an weiblichen Individuen erreicht, die sie für eine erfolgreiche Reproduktion braucht. „Dies haben wir im Blick und bemühen uns, den Fress-Druck auf Hasen und Bodenbrüter zu senken. Die Jagd auf Raubwild kommt damit direkt Hasen und Bodenbrütern zugute“, sagt der Hunnesrücker Revierpächter Thomas Fuchs. Neben günstiger Witterung und intensiver Raubwild-Bejagung benötigen Hasen und Rebhühner aber unbedingt naturnahe Habitatstrukturen wie breite Grabenränder, Hecken und Brachflächen als Deckung. Für Rebhühner sind zudem im Frühjahr ungespritzte breite Blühstreifen überlebenswichtig. In ihnen leben Insekten, die die Küken zum Überleben als Nahrung brauchen. tf


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