Neue Sonderausstellung im Einbecker Stadtmuseum widmet sich dem Thema Elektrizität

„Achtung Hochspannung!“

EINBECK (boe) – „Achtung Hochspannung“ – so lautet der Titel der neuen Sonderausstellung im Einbecker Stadtmuseum, die kürzlich von Rintelns Museumsleiter Stefan Meyer und Ausstellungsentwickler Tobias Deterding eröffnet wurde und die noch bis zum 5. Oktober besucht werden kann. Schon bei der Eröffnung im Beisein von Einbecks Museumsleiterin Dr. Elke Heege, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und weiteren Ratsmitgliedern ist der Funke im wahrsten Sinne des Wortes übergesprungen – schließlich hatten Meyer und Deterding in ihre Einführung ein paar elektrisierende Versuche eingebaut.

So können nun auch die Ausstellungsbesucher die Entwicklung vom Blitz bis zum modernen Motor nachvollziehen – und das nicht nur anhand trockener Theorie. Die neue Ausstellung ist nämlich eine „Experimentierausstellung“, und wie es der Name vermuten lässt, gilt hier vor allem eines: Ausprobieren ist ausdrücklich erwünscht. „Im 18. Jahrhundert hatte man noch keine praktische Verwendung für Elektrizität“, erklärte Deterding, der seine Magisterarbeit über die Elektrisierung geschrieben und die Ausstellung maßgeblich mitentwickelt hat. Fasziniert hätten elektrische Effekte die Menschen aber schon damals, und so seien rund um das Jahr 1770 „Salonexperimente“ groß in Mode gewesen: kleine Versuche, die einfach durchzuführen waren und die Zuschauer zum Staunen brachten.

Im Einbecker Stadtmuseum führte Stefan Meyer einige der damaligen Experimente vor. Er zeigte beispielsweise, wie sich die große Metallkugel eines Bandgenerators durch das Drehen einer Kurbel so auflädt, dass derjenige, der sie dann berührt, einen leichten Stromschlag bekommt. „Nehmen Sie den Fingerknöchel und nicht die Fingerspitze“, war deshalb der Rat des Rintelner Museumsleiters. „Die ist nicht so empfindlich.“ Insgesamt können die Besucher im Museum die Forschungsgeschichte der Elektrizität von den Alten Griechen bis ins späte 18. Jahrhundert anhand von vielen kleinen Experimenten nachvollziehen. Der zweite Teil der Ausstellung beginnt dann mit der Erfindung der ersten Batterie um das Jahr 1800 herum. An einem Morse-Apparat können die Besucher selbst erleben, wie die Elektrizität um 1840 die Nachrichtenübermittlung revolutionierte und wie die Entdeckung des Elektromotors den Grundstein dafür legte, dass der Verwendung von Strom keine Grenzen mehr gesetzt waren.

Im dritten und letzten Teil der Ausstellung erleben die Besucher dann anschaulich, wie die Elektrizität den Alltag der Menschen veränderte. Unterschiedliche elektrische Geräte und ihre nicht-elektrischen Vorgänger werden gezeigt, außerdem Werbefilme, die die Vorteile der neuen Elektrogeräte anpreisen.

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