Das Göttinger Land schläft schlecht

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Gesundheitsreport übergeben: Bernd Schäning, Leiter des Northeimer DAK-Gesundheit-Servicezentrums, mit Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek.

EINBECK Den Gesundheitsreport 2017 für das Göttinger Land hat jetzt Bernd Schäning, Leiter des Northeimer DAK-Servicezentrums, der Einbecker Verwaltungschefin, Dr. Sabine Michalek, übergeben: Demnach ist der Krankenstand im Göttinger Land wie auch in Niedersachsen gesunken, aber eine Sonderanalyse belegt die starke Zunahme von Schlafstörungen.

Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,1 Prozentpunkte ab. Mit 3,9 Prozent gab es in der Region den gleichen Krankenstand wie im Land. Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 39 krankgeschrieben.

Die meisten Ausfalltage erfolgten demnach weiter aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen. Trotz Rückgangs von 13 Prozent sind sie für ein Fünftel aller Fehltage verantwortlich. Fehltage wegen psychischer Erkrankungen nahmen leicht – um vier Prozent – zu und belegten mit einem Anteil von knapp 17,3 Prozent am gesamten Krankenstand den zweiten Platz, gefolgt von Atemwegser- krankungen auf Rang drei.

„Wir informieren nicht nur regelmäßig über den Krankenstand in der Region Göttingen, sondern schau- en darüber hinaus auf wichtige Einflussfaktoren für Erkrankungen“, betonte Bernd Schäning. Diese Analysen dienten dazu, noch gezielter beim betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) anzusetzen und Arbeitgebern konkret Hilfe anzubieten. So werde beispielsweise längeren Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt.

Die DAK-Gesundheit untersuchte in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunktthema „Schlafstörungen“ auch, wie es um die nächtliche Erholung der Arbeitnehmer steht. Dazu wertete das IGES-Institut Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Niedersachsen aus und bezog außerdem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren und zahlreiche Experten ein.

Im Vergleich zu 2010 stieg der Anteil der von Ein- und Durchschlafproblemen betroffenen 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer um 89 Prozent; schwere Schlafstörungen haben seit 2010 um 32 Prozent zugenommen. Jeder 12. Arbeitnehmer (8,3 Prozent) in Niedersachsen leidet demnach unter schweren Schlafstörungen mit Ein- und Durchschlafstörungen, schlechter Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung, was sich auch bei den Krankmeldungen auswirkt: Die Fehltage aufgrund von Schlafstörungen stiegen um 108 Prozent auf jetzt 3,48 Fehltage je 100 Versicherte. Die große Mehrheit der von Schlafproblemen betroffenen Menschen gehe deshalb jedoch nicht zum Arzt. Schäning: „Sie versuchen, allein damit zurecht zu kommen.“

Selbst 70 Prozent der Erwerbstätigen mit der schweren Schlafstörung Insomnie ließen sich nicht behandeln. Ursachen für Schlafprobleme sieht Schäning nach dem niedersächsischen Gesundheitsreport unter anderem bei den Arbeitsbedingungen: Wer häufig an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit arbeitet, steigere sein Risiko für schwere Schlafstörungen. Auch starker Termin- und Leistungsdruck, Überstunden sowie Nachtschichten und die ständige Erreichbarkeit nach Feierabend gelten als Risikofaktoren. Zu viel abendliche TV- und Computer-Nutzung begünstigen zudem Schlafprobleme.

85 Prozent der Erwerbstätigen gucken vor dem Einschlafen Filme und Serien, 63 Prozent erledigen abends private Angelegenheiten an Laptop oder Smartphone. Etwa jeder Achte kümmert sich noch um dienstliche Dinge wie E-Mails oder die Planung des nächsten Arbeitstages.

„Viele Menschen haben nachts das Smartphone an der Steckdose, können aber ihre eigenen Akkus nicht mehr aufladen“, so Schäning. Er rät, die Beschwerden ernst zu nehmen, da chronisch schlechter Schlaf der Gesundheit „ernsthaft schaden kann“.

Als Reaktion auf die aktuelle Studie und die zunehmenden Schlafstörungen bietet die DAK-Gesundheit ihren Versicherten ab sofort eine spezielle Schlaf-Beratung an: Die neue Hotline ist rund um die Uhr erreichbar. Unter 040/325325805 geben Mediziner individuelle Hinweise rund um die Themen Schlafen und Schlafstörungen.

Im Internet bietet die DAK-Gesundheit ein Schlaf-Special an: Auf www. dak.de/schlaf gibt es Wissenswertes rund um das Thema gesunder Schlaf sowie ein Schlaftagebuch.

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