Bis Ende Oktober ist in Duingen die Ausstellung „Sekunden-Stil“ von Danijela Pivasevic-Tenner zu sehen

Töpfermuseum erklimmt eine neue Ebene

Klaus Krumfuß (Mitte) eröffnet die Ausstellung gemeinsam mit (von links) Stephanie Link, Danijela Pivasevic-Tenner und Hans-Peter Jakobson. Foto: Göke

DUINGEN  Jeder kennt es, viele lieben es – das blaue Rankenmuster auf weißem Porzellan erinnert den Betrachter an die Großmutter und Gemütlichkeit bei Kaffee und Kuchen. Die berühmten Porzellandekore „Zwiebelmuster“ oder „Strohblumenmuster“ haben viel Tradition und sind seit Anfang des 18. Jahrhunderts in Deutschland so bekannt und beliebt. Über diese „Zwiebelmuster“ sah die Leiterin des Töpfermuseums Stephanie Link jetzt die Chance gekommen, die Keramikkünstlerin Danijela Pivasevic-Tenner in Duingen bekannt zu machen.

Vor ihren Arbeiten mit den bekannten Keramikgefäßen konzentrierte sich die in Serbien geborene Künstlerin auf die Arbeit mit Keramikstäbchen, die kunstvoll in Schlössern weiträumig dargeboten wurden. Eine Ausstellung dieser Arbeiten wäre in Duingen aufgrund der Räume nicht möglich gewesen. „Doch da unsere Besucher vor allem Keramikgefäße zu schätzen wissen, war jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Ausstellung gekommen“, so Link. Mit der Ausstellung der bearbeiteten Keramiken erreicht das Duinger Töpfermuseum jetzt eine neue Ebene, da viele Menschen sicherlich zu den bearbeiteten Keramiken eine persönliche Beziehung entwickeln können und es keine historische Keramik wie sonst ist. „Viele Menschen denken beim Anblick der alten Keramik sicherlich an Momente in ihrer Vergangenheit zurück, mit denen sie positive Gedanken verbinden“, erklärt die Künstlerin. Gedankliche Prozesse von Erinnerung, Miteinander und sozialen Werten werden so angeschoben. Die alten Keramiken hat Pivasevic-Tenner auf ihre Art verändert und weiterentwickelt, so dass sich jeder Besucher damit eingehend beschäftigen kann und seine Bedeutung sucht. Auch Klaus Krumfuß, stellvertretender Landrat, Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Duingen, ließ es sich nicht nehmen, die neue Ausstellung im Töpfermuseum zu eröffnen. So reiste er extra vorzeitig von der Domeinweihung in Hildesheim ab, um die international anerkannte Künstlerin zu begrüßen. „Ihre Werke habe ich hier mit sehr viel Genuss begutachtet. Solche Werke bringen den Räumen hier eine ganz andere Atmosphäre“, bekannte Krumfuß.´Für die einleitenden Worte zur Ausstellungseröffnung konnte Link auch Hans-Peter Jakobson gewinnen. Der ehemalige Leiter des Museums für Angewandte Kunst in Gera war extra aus Thüringen angereist, um die Werke der Künstlerin aus Neumünster zu begutachten. Besonders beeindruckte Jakobson, dass die Künstlerin wie ein Irrwisch durch Deutschland und andere Länder fegte, um überall bleibende interessante Spuren ihrer Anwesenheit zurückließ, lobte der ehemalige Museumsleiter. In einem Exkurs erklärte Jakobson die Bedeutung und die Arbeit der Künstlerin und zweifachen Mutter, die in Neumünster das Künstlerhaus Stadttöpferei leitet und regelmäßig auch im Ausland wie etwa Argentinien oder Mazedonien ausstellt und arbeitet.

Die beeindruckende Ausstellung im Duinger Töpfermuseum ist bis 26. Oktober noch jeden Mittwoch und Sonntag von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Nach Voranmeldung bei Stephanie Link unter 0170/7069219 oder stephanie.link@t-online.de können auch Führungen durchgeführt werden, in denen Link auf die Besonderheiten der Ausstellung eingeht. gök

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