Duingen und Salzhemmendorf jetzt im Radwegenetz verbunden / 108 000 Euro investiert

Nachbarn werden zusammengeführt

Nachdem Wolfgang Schulz (rechts) den Weg offiziell mit dem obligatorischen Schnitt freigab, überbringen Hamelns Landrat Tjark Bartels (3.v.l.) und der Hildesheimer Landrat Reiner Wegner (2.v.l.) Grüße. Foto: Göke

WEENZEN / THÜSTE „Wir wissen, dass der Weg noch zu weich ist“, stellte Duingens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Schulz bei der Eröffnung des neuen Radwanderweges zwischen Thüste und Weenzen fest. Schon vor der Einweihung waren viele Radfahrer noch nicht mit dem Untergrund zufrieden. „Das fährt sich, als ob man einen Plattfuß hat“, berichtete ein Radfahrer. Rund 80 Ratsmitglieder, Anwohner und Radtouristen hatten sich in Weenzen eingefunden, als dort nun das knapp zwei Kilometer lange Radwegstück eingeweiht wurde.

Dass der Radwanderweg überhaupt fertiggestellt wurde, war nur dem Einlenken beim Artenschutz zu verdanken. Ursprünglich war eine Fertigstellung und Abrechnung zum 30. Juni diesen Jahres vorgesehen. Doch die Anwesenheit der Waldeidechse sorgte dafür, dass das Projekt fast gestorben wäre. Auf der ehemaligen Bahntrasse zwischen Thüste und Weenzen sollte ein Radwanderweg entstehen. Die Idee dazu war schon länger vorhanden. Doch umgesetzt werden konnte es erst, als aus der Landeshauptstadt ein Anruf mit der frohen Kunde kam, dass es mit Mitteln aus Tourismustöpfen gefördert werden könne. Das Amt für regionale Landesentwicklung förderte die Maßnahme mit 35 000 Euro, wodurch das Projekt schließlich in den Bereich der Machbarkeit gelangte. Vom Anruf über die Entscheidung bis zur Konzepterstellung waren nur fünf Tage Zeit, was aber trotzdem geschafft wurde.

Insgesamt lagen die Baukosten bei 108 000 Euro, wovon 17 000 Euro später allerdings für den Artenschutz veranschlagt wurden. Für dieses Geld wurde den zahlreichen Waldeidechsen ein neues Zuhause in Form von Steinhügeln entlang des Weges gebaut. Neben der Förderung von 35 000 Euro erzielten die beiden Gemeinden noch 20 000 Euro durch den Verkauf der Gleise sowie eine Förderung in Höhe von 10 000 Euro durch den Landkreis Hildesheim und 2 000 Euro durch den Landkreis Hameln-Pyrmont. Die übrigen 41 000 Euro teilten sich die beiden Gemeinden anteilmäßig.

Den größeren Anteil an den knapp zwei Kilometern Radwanderweg hatte hier die Samtgemeinde Duingen, in dessen Bereich 1 380 Meter fallen. Da hier der größere Anteil lag, wurde das Projekt dadurch auch von der Samtgemeinde Duingen betreut. Ursprünglich war angedacht, dass der Förderverein Kleinbahn VDD aus Duingen auf der Strecke historische Eisenbahnfahrzeuge fahren lassen wollte. Doch die hohen Sanierungskosten für Strecke und Brückenwerke trieben den Verein schließlich in die Insolvenz, wodurch die Gemeinden die Grundstücke der Bahnstrecke für insgesamt zehn Euro im September 2012 erwerben konnten. Durch den Umstand mit den Waldeidechsen wurde die Fertigstellungsfrist schließlich um einige Monate nach hinten verschoben, was doch noch eine Fertigstellung ermöglichte.

Für einen vollkommen ausgehärteten Weg waren allerdings die Witterung der vergangenen Wochen nicht trocken genug. Schulz rechnet aber in Rücksprache mit dem Wegebauer damit, dass der Weg noch wesentlich fester wird und dann auch besser befahren werden kann.

Nicht besonders förderlich für den Weg war aber in den letzten Wochen, dass Reiter und einige Fahrradfahrer den Radwanderweg auch schon nutzten. Die Gemeinden reagierten und stellten Verbotsschilder auf. Für Reiter wird der Weg auch zukünftig gesperrt bleiben. Denn für Pferde ist der Weg einfach nicht ausgelegt. So wird der Schotter sonst nicht fest und durch die schweren Tiere immer wieder weggedrückt.

Schulz ermunterte alle Teilnehmer, Reiter bei Antreffen anzusprechen und darauf hinzuweisen. Die Landräte Tjark Bartels (Hameln-Pyrmont) und Reiner Wegner (Hildesheim) wünschten den zukünftigen Nutzern schließlich allzeit eine unfallfreie Fahrt. Der Wallenser Bürgermeister Karl-Heinz Grießner wies darauf hin, dass die Region jetzt noch besser zusammenwächst. „Schließlich gehörte die Gemeinde Weenzen früher ja schon mal zum Landkreis Hameln-Pyrmont. Im Hamelner Kreishaus hängt sogar noch das Wappen der kleinen Gemeinde“.

Nach dem offiziellen Teil lud der Weenzer Bürgermeister Frank Baxmann die Teilnehmer noch zu einer kleinen Stärkung mit Erbsensuppe und Pottland-Bier bei der Weenzer Feuerwehr ein.

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