Lotta Barabasch absolviert ihren Bundesfreiwilligendienst in Duingen / Eines ihrer Ziele ist ein internationales Café

Für Flüchtlinge im Einsatz

Seit Dezember setzt sich Lotta Barabasch (20) im Rahmen eines Bundesfreiwilligendienstes für Flüchtlinge in der Samtgemeinde Duingen ein. Foto: Boidol

DUINGEN „Flüchtlinge waren schon immer ein interessantes Thema für mich“, sagt die 20-jährige Lotta Barabasch. Seit dem 1. Dezember vergangenen Jahres macht sie in der Samtgemeinde Duingen ihren Bundesfreiwilligendienst. Ihr Aufgabenbereich: Hilfe für die Flüchtlinge vor Ort.

Der Bundesfreiwilligendienst wurde 2011 in Deutschland eingeführt. Er ist eine Reaktion auf die Aussetzung von Wehrpflicht und Zivildienst und soll bürgerschaftliches Engagement fördern. Bevor sie ihre Stelle in Duingen angenommen hat, absolvierte Barabasch bereits einen Europäischen Freiwilligendienst im Asha Centre in Gloucestershire, England. Dabei handelt es sich um ein Zentrum, in dem junge Menschen aus aller Welt zusammenkommen und Workshops gestalten.

Neun Monate wird der Freiwilligendienst in Duingen für Barabasch dauern. Danach möchte sie ein Studium beginnen. 25 Stunden in der Woche ist sie eigenverantwortlich in Fragen rund um das Thema Flüchtlinge aktiv. Da sie erst seit Dezember in dieser Funktion tätig ist, steht sie noch ganz am Anfang: „Erstmal muss ich mich einfinden und die Menschen kennenlernen, denn meine Stelle gab es in dieser Form vorher noch nicht“, sagt sie.

Trotz ihrer kurzen Dienstzeit hat sie schon einige positive Erfahrungen gemacht. „Mein erster Hausbesuch war bei zwölf jungen Syrern, die in einem Haus wohnen –sie waren super gastfreundlich und haben mir sofort einen Tee angeboten, weil ich keinen Kaffee mag“, sagt sie. Außerdem berichtet Barabasch von einer spannenden Situation: Bei der Einschulung von zwei Kindern aus Afghanistan musste sie ihnen ohne Sprache vermitteln, dass sie den Geburtsort der beiden wissen müsse, denn die Flüchtlinge konnten weder Deutsch noch Englisch verstehen.

Derzeit beschäftigt sich Barabasch vor allem mit zwei Arbeitsfeldern: Zum einen will sie die Bürger noch stärker über das Thema Flüchtlinge informieren und für weitere Patenschaften werben. Die Paten kümmern sich um Flüchtlinge, die in Duingen ankommen, gehen mit ihnen zur Kleiderkammer oder helfen ihnen bei den Einkäufen. Solche Patenschaften gibt es in Duingen bereits: Der „Runde Tisch“ vor Ort, dessen Mitglieder sich ehrenamtlich für Flüchtlinge einsetzen, hat sie in Leben gerufen.

Zum anderen möchte Barabasch zusammen mit den Helfern vom „Runden Tisch“ ein interkulturelles Café eröffnen. So soll ein offener Raum entstehen, in dem sich geflüchtete Menschen und Einheimische treffen, kennenlernen und austauschen können. „Ein solches interkulturelles Café hat der Runde Tisch schon seit längerem geplant, aber es mangelte bisher noch an einem Raum. Jetzt haben wir mit dem Jugendzentrum aber wahrscheinlich einen“, sagt die 20-Jährige.

Die Flüchtlingsthematik als „Problem“ zu begreifen, lehnt Barabasch ab. Sie sieht die derzeitige Situation eher als Chance: „Ich finde es sehr spannend, dass Menschen aus aller Welt hier herkommen, auch da man sich die Frage stellt, was Deutschsein eigentlich bedeutet“, sagt sie. Für die Zukunft wünscht sich Barabasch, dass sich noch mehr junge Leute für die Flüchtlinge in der Samtgemeinde Duingen engagieren. So könnten sich die jungen Neuankömmlinge mit Ansprechpartnern in ihrem Alter austauschen.

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