Chancen auf Einsparmöglichkeiten

DUINGEN  In den nächsten Tagen bekommen die Duinger Haushalte Post. Fragebögen und dazu passende Erläuterungen werden durch Mitarbeiter der Ostfalia-Hochschule Wolfenbüttel verteilt, damit jeder Eigentümer Angaben zu seiner Immobilie machen kann. Einer Informationsveranstaltung zu dem Thema waren am Montag rund 150 Besucher in die Aula der Oberschule in Duingen gefolgt.

Für 130 Besucher hatten die Organisatoren Stühle bereitgestellt, so dass die Hausmeister noch schnell Stühle hervorholten. Vertreter der Samtgemeinde, des Flecken Duingen, der Klimaschutzagentur Hildesheim-Peine, des Amtes für regionale Landesentwicklung Leine-Weser sowie der Ostfalia-Hochschule waren in der Aula erschienen, um den Bürgern den Sinn des geplanten Quartierkonzeptes zu erklären. Nach der Kurzvorstellung der Projektpartner ging es schon in die Erläuterung. „Wir wollen sie mitnehmen“, erklärte Anja Lippmann, Geschäftsführerin der Klimaschutzagentur Hildesheim-Peine. Das integrierte Quartierskonzept für Duingen solle ein Modellprojekt zukunftsfähiger Ortsentwicklung mit nachhaltiger Energieversorgung werden. Jetzt sind die Verantwortlichen aber auf die Mithilfe der Duinger angewiesen. Zwar kann den Teilnehmern individuell auch sonst eine Beratung angeboten werden, aber die Umsetzung eines Gesamtkonzeptes werde so schwierig. Professor Dr. Lars Kühl stellte klar, dass die Duinger von einer Gesamtanalyse profitieren könnten und sich eine große Chance für den ganzen Ort ergibt. Kevin Büttner und Gunnar Schulz-Lehnfeld stehen als Ansprechpartner zur Verfügung, um zunächst die Fragebögen auszufüllen. Schulz-Lehnfeld schätzt, dass das Ausfüllen mit Unterstützung der Experten aufgrund der Erklärungen etwa 45 Minuten dauert, alleine gehe es wahrscheinlich etwas schneller. Prof. Dr. Kühl sieht dank der Industrie im Ort Möglichkeiten, später vielleicht Nahwärme oder Solarstrom in das Gesamtkonzept einfließen zu lassen. Duingen wurde aufgrund seiner Größe in zwei Quartierkonzepte aufgeteilt. Für die Einwohner werde sich ein Unterschied aber kaum bemerkbar machen. Die Klimaschutzagentur hat als Oberziel natürlich die Senkung der CO2-Emissionen, was für die Bürger Energieeinsparungen bedeuten würde, wovon beide dann profitieren. Nach der Information an alle Hauhalte folgt in den nächsten Wochen zunächst die Datenerfassung, ehe eine Gesamtbilanz unter Einbeziehung eines Arbeitskreises erstellt wird, wo alle Bürger ihre Ideen einbringen können. Das Mitwirken bei der Datenerhebung erfolgt natürlich auf freiwilliger Basis. Eine große Teilnahme würde aber helfen, ein möglichst genaues Ergebnis zu erhalten. Aus der Befragung entstehen den Beteiligten auch keine zusätzlichen Verpflichtungen, und eventuelle Veröffentlichungen werden zudem anonymisiert. Mit den Ergebnissen sollen dann verschiedene Varianten einer wirtschaftlichen Energieversorgung erstellt werden, möglichst unter dem Einsatz regenerativer Energien. Die teilnehmenden Bürger haben den Vorteil eines kostenfreien Energiechecks und des Aufzeigens von Energiesparmaßnahmen, die für ein Plus im Geldbeutel der jeweiligen Hausbesitzer sorgen könnten. Durch die Energiesparmaßnahmen profitieren auch Vermieter. Fördermöglichkeiten müssen dabei individuell besprochen werden, da es bundesweit rund 100 verschiedene Programme von den verschiedensten Institutionen gibt. Wenn die Gemeinde ein Sanierungsgebiet ausweist, sind private Investitionen in energetischer Sanierung zudem über einen Zeitraum bis zu zehn Jahren steuerlich absetzbar, was sich in der Kasse eines jeden Einwohners stark bemerkbar machen könnte. Die Erstellung des Quartierkonzeptes ist für den Flecken Duingen sehr günstig. Derzeit geht man zwar von Kosten in Höhe von gut 96 000 Euro aus, wobei beim Flecken nach diversen Förderungen durch KfW, Land und Landkreis der Eigenanteil bei nur noch bei gut 11 000 Euro liegt. Zusätzlich kann auch ein Sanierungsmanager für maximal fünf Jahre gefördert werden, der dann bei der Gemeinde als Ansprechpartner für die Bürger dienen könnte. Öffentliche Maßnahmen könnten auch durch die Städtebauförderung profitieren, wofür das Quartierkonzept zur Antragsstellung erweitert werden müsste. Weitere Infos bekommen interessierte Bürger auch unter ksa-hildesheim-peine.de/modell-energie-flecken-duingen/. Die Organisatoren hoffen nun, dass die Bürger sich an den Arbeitskreisen genauso gut beteiligen, wie die Informationsveranstaltung besucht war. Dort können dann auch noch weitere Themen wie Gewerbestandorte, Selbstversorgung/Konsum, Mobilität, barrierefreies Wohnen, Ortsbild, Demografie oder Gemeinschaft thematisiert werden. Dank der aufgestellten Schautafeln konnten sich die Bürger noch weiter in der Aula der Oberschule zu dem Thema informieren und den Organisatoren auch zeigen, aus welchen Bereichen Duingens und auch der Nachbarorte sie zur der Veranstaltung angereist waren.

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