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„Wo bleibt das Külftal?“

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Bürgermeisterin Ursula Senne berichtet über die zahlreichen Vorzüge der Einheitsgemeinde Hoyershausen.
Bürgermeisterin Ursula Senne berichtet über die zahlreichen Vorzüge der Einheitsgemeinde Hoyershausen.

HOYERSHAUSEN Hoyershausen, Lübbrechtsen, Rott. Diese drei eher landwirtschaftlich geprägten Gemeinden haben sich bereits 1964 zu einer größeren Gemeinde zusammengeschlossen und werden nun häufig gemeinsam in einem Atemzug genannt.

Mit 198 Einwohnern in Hoyershausen, 162 in Lübbrechtsen und 88 in Rott gehört diese Gemeinde zu den kleineren der Samtgemeinde Duingen und bildet zusammen mit dem angrenzenden Lütgenholzen das „Külftal“. Trotz der geringen Größe kann Bürgermeisterin Ursula Senne etliche Dinge aufzählen, die der Gemeinde zu Besonderheit verhelfen.

Dabei hebt sie vor allem die erfolgreiche Theatergruppe „HoLüRo“ hervor, die vom Heimatverein gegründet wurde und deren Mitglieder aus allen drei Dörfern kommen. In dieser Gruppe sei der Zusammenhalt sehr stark, und die Menschen kämen aus verschiedenen Generationen zusammen. Die Gruppenleitung übernahm Elisabeth Gutowski, die mittlerweile auch eigene Stücke geschrieben hat. Um das Bühnenbild und die Technik kümmert sich ihr Mann Werner Gutowski. „Das ist wirklich eine Bereicherung. Die Leute fragen schon Monate vorher nach Karten“, so Senne begeistert.

Weiterhin befindet sich auf den ersten Blick sehr unscheinbar ein weltweit agierendes Unternehmen in Lübbrechtsen: Die Firma Nicolai-Maschinenbau, in der vor allem Fahrradrahmen hergestellt werden. Vor 18 Jahren hat der Inhaber für seinen kleinen Betrieb einen Resthof aufgekauft. Heute beschäftigt er etwa 20 Mitarbeiter und viele Praktikanten aus aller Welt. Zum Tag der offenen Tür zieht es daher Besucher von überall her in die kleine idyllische Gemeinde.

Lübbrechtens Kapelle stellt ein ebensolches Herzstück dar. Im Jahr 2017 wird sie 400 Jahre alt, doch der so genannte „Fallschirmgottesdienst“ lockt bereits jetzt schon um die 200 Besucher. „Wir haben viel Geschichte hier“, erklärt Ursula Senne, bevor sie von den Totenkronenkonsolen erzählt, die bis zu 265 Jahre alt sind und auf dem Dachboden der Kapelle gefunden wurden. Diese wurden sogar ein halbes Jahr lang im Museum für Sepulkralkultur in Kassel ausgestellt.

Wie überall in der Samtgemeinde Duingen zu beobachten, ist auch im Külftal das ehrenamtliche Engagement stark vertreten. Diese Ehrenämter werden unter anderem beim Neujahrsempfang honoriert, der in diesem Jahr zum zehnten Mal stattfindet.

Eine weitere Besonderheit ist die Biogasanlage, die große Teile Duingens versorgt, da sie sich in Hoyershausen befindet und auch hier die Kirche, das Pfarrhaus, den Dorfsaal und einige Privatgebäude beheizt.

Im Rahmen der Dorferneuerung wurde auch das Külftal besonders in den Dorfmitten etwas verschönert: Straßen wurden neu gepflastert, schöne Bushäuschen wurden errichtet, verschiedene Obstbäume zieren unter anderem den Bethelner Weg.

Bezüglich der Fusion mit Gronau sieht Ursula Senne zwar die Vorteile, jedoch auch die weniger schönen Seiten. „Es wird nicht ganz einfach sein“, betont sie, da viele zweifelnde Fragen seitens der Bevölkerung gestellt würden. „Als vor Jahren schon mal eine Fusion im Gespräch war, waren wir gewerbemäßig noch ganz gut aufgestellt. Heute sieht es immer schlechter aus, alleine geht nun mal nichts mehr.“

Sorgen entstanden bei den Bürgern wohl auch um das Mitspracherecht der kleineren Gemeinden: „Wo bleibt das Külftal? Da muss man starke, junge Leute finden, die sich bei einem vergrößerten Gremium ebenfalls engagieren. Was uns jedoch Mut macht, ist, dass wir in den vergangenen Jahren bereits viel investiert haben und daher auch in einer größeren Samtgemeinde nicht untergehen werden.“

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