Ausstellung: „Ziegelfabrik in Coppengrave 1923 bis 1986“

Das kleine Werk bestand bis 1986 (links). Rechts: Frauen im Coppengraver Betrieb beim Trocknen der Ziegel.

COPPENGRAVE / DUINGEN J Hohlpfannen aus Coppengrave erkennt man noch heute auf manchen Dächern alter Gebäude an ihren sehr hellen Rottönen. Am 6. März 1923 baute eine Aktiengesellschaft in Coppengrave ein Dachziegelwerk, das 1926 in Betrieb genommen wurde. Grundlage dafür waren die reichen Tonvorkommen, die schon seit dem Mittelalter für handwerkliche Töpfereien ausgebeutet wurden und nun in großen Stil abgebaut und verarbeitet werden konnten. Schon bald jedoch geriet die „Tonidustrie Niedersachsen“ in erste Schwierigkeiten, ausgelöst durch die Weltwirtschaftskrise. Zu diesem Zeitpunkt trat Georg Gott, ein junger Ziegelfachmann, in die Firma ein. Er führte den Betrieb zu Blütezeiten, ermöglicht durch die Wiederaufbauphase nach dem Zweiten Weltkrieg. In dieser guten Zeit, das Werk beschäftigte damals 160 Mitarbeiter, konnten einige soziale Projekte finanziert werden, die heute noch das Ortsbild von Coppengrave prägen. So unterstützte die Firma den Eigenheimbau am Koppelweg und an der Schulstraße und baute auf dem Firmengelände einen Sportplatz. Dort wird heute noch alljährlich ein Fußballturnier zum Gedächtnis an den früheren Mäzen ausgetragen.

Im Jahr 1962 verstarb Georg Gott. In der Folge wechselte die Firmenleitung einige Male. Die Konjunktur ließ nach, man produzierte nun auch Klinker, aber der Abstieg ließ sich nicht verhindern. Im Jahr 1977 fusionierte die Firma mit dem Hilsklinkerwerk in Hohe Warte, das nur wenige hundert Meter entfernt lag. Die nun „Vereinigten Ziegelwerke Coppengrave“ konnten sich bis 1982 über Wasser halten. Dann brach auch dieses Konstrukt auseinander. Das Dachziegelwerk wurde an die Firma Jacobi in Bildhausen verkauft und ging vier Jahre später in Konkurs. Die Ausstellung „Tonindustrie Niedersachsen - Ziegelfabrik in Coppengrave 1923 bis 1986“ im Duinger Töpfermuseum erinnert bis 22. Mai mit alten Fotos, einigen Objekten und einem großen anschaulichen Modell des Werksgeländes an die Geschichte der Ziegelfabrik, die für den Ort Coppengrave eine besonders produktive Zeit bedeutet hat.

Zur Eröffnung am Sonntag, 31. Januar, um 15 Uhr sind alle Interessierten eingeladen. Die Öffnungszeiten: mittwochs und sonntags von 15 bis 17 Uhr sowie nach Voranmeldung unter 0170/7069219.

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