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Wichtig für die Wiederbewaldung

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Jan Culemann (r.) und Jan Schachtschneider ernten die Kiefern.
Jan Culemann (r.) und Jan Schachtschneider ernten die Kiefern. © Niedersächsische Landesforsten

Grünenplan – Die Niedersächsischen Landesforsten lassen derzeit im Forstamt Grünenplan Kiefernzapfen ernten. Von einem Hubsteiger aus pflücken Forstwirte die Zapfen, um die darin enthaltenen Kiefernsamen zu gewinnen. Aus diesen werden in Baumschulen dann Kiefern herangezogen, die bei der Wiederbewaldung der durch Sturm, Dürre und Borkenkäfer zerstörten Waldflächen dringend benötigt werden.

Olaf Schöne ist Förster in der Forstlichen Saatgutberatungsstelle der Landesforsten in Oerrel und erklärt, worauf es ankommt: „Vor etwa 60 Jahren wurden hier ausgewählte Kiefernsämlinge mit dem Ziel gepflanzt, Kiefernsaatgut zu gewinnen. Sie verfügen über eine hohe genetische Vielfalt, die für die Anpassungsfähigkeit an sich ändernde Umweltbedingungen wichtig ist und überzeugen durch Vitalität, Wuchsform und Widerstandskraft. Deshalb sind sie als Saatgutbestand anerkannt, was rechtliche Voraussetzung für die Ernte der Samen ist“, erklärt der Förster.

Die Kiefern in der Revierförsterei Hohenbüchen werden nun durch den speziell ausgebildeten Forstwirtschaftsmeister Jan Culemann und seinen Kollegen Jan Schachtschneider beerntet: „Selbst an der toleranten Kiefer merken wir die vergangenen Dürrejahre. Der Ertrag aus den Kiefern ist um knapp 20 Prozent unter dem Durchschnitt. Viele der Samen in den Zapfen sind hohl und werden deshalb keine Bäume erzeugen. Doch wir müssen nehmen, was der Wald uns gibt“, so Culemann, der mit seinem Kollegen in den Baumwipfeln der Kiefern Zapfen für Zapfen erntet. Ein Knochenjob bei der Witterung der vergangenen Wochen.

Die gepflückten Kiefernzapfen werden in Säcken gesammelt, mit rund 20 Kilogramm Zapfen ist pro abgeernteter Kiefer zu rechnen. Forstamtsleiterin Christine Knust nimmt im Anschluss an die Ernte die Ausbeute entgegen, erfasst die Menge und stellt die Stammzertifikate für die Rückverfolgung des Pflanzgutes aus: „Es handelt sich bei den Bäumen um die besonders für das Berg- und Hügelland geeignete Kiefern. Diese sogenannten Höhenkiefern können auch rauen klimatischen Bedingungen, wie sie zum Beispiel am Hilskamm, im Solling und im Harz zu erwarten sind, besser widerstehen als die viel weiter verbreiteten Kiefern aus dem Flachland.“

Deshalb ist das Saatgut aktuell besonders nachgefragt. Durch Dürre, Borkenkäfer und Sturm sind viele Wälder geschädigt und müssen wieder aufgeforstet werden. Dabei behalten die Forstleute auch die sich ändernden Klimabedingungen im Blick. Dort, wo es künftig deutlich trockener wird und auch noch nährstoffarme Böden vorherrschen, ist die Höhenkiefer eine sinnvolle Ergänzung im klimastabilen Mischwald. Anschließend werden die Zapfen in eine Samen-Darre der Landesforsten in Oerrel gebracht, wo sie weiterverarbeitet werden, um die reine Saat daraus gewinnen zu können.

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