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Wildtierschutz mit modernster Technik

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Rehkitz wird behutsam aus Wiese gerettet
Ein Rehkitz wird behutsam aus Wiese gerettet. In einem großen Büschel Gras wird es vor dem Mähwerk aus dem Gefahrenbereich gebracht. Nach dem Ende des Mähens wird es wieder freigelassen. © Jaqueline Hellmigk

Region – Begeistert schützen Mitglieder der Jägerschaft Einbeck und des Dasseler Kitz-K.L.U.B. mit ferngesteuerten Multicoptern und Wärmebildkameras Rehkitze vor dem Ausmähen. Das Fazit ihrer ersten Saison ist positiv.

Jedes Jahr im Mai und Juni werden beim Mähen landwirtschaftlicher Wiesen unzählige Säugetiere und am Boden brütende Vögel von Mähwerken getötet. Damit dies nicht passiert, sind Wiesen-Nutzer verpflichtet, die Flächen abzusuchen bevor sie sie mähen. Das wurde in der Vergangenheit nicht überall ernst genommen.

Jägerschaft und Kitz-K.L.U.B. unterstützen Landwirte

Um Tierleid zu minimieren, hat die Jägerschaft Einbeck deshalb zwei Drohnen gekauft – so genannte Multicopter. An den ferngesteuerten Fluggeräten sind Wärmebildkameras montiert, mit denen sich warmblütige Tiere im Gras finden lassen. Da zwei Drohnen für das große Gebiet der Jägerschaft Einbeck und das enge Zeitfenster der Mäh-Phase jedoch zu wenig sind, wurde in Dassel der Kitz-K.L.U.B. e. V. gegründet und schaffte identische Technik an. So ausgestattet haben in diesem Jahr beide Organisationen gemeinsam Landwirte bei der Kitzsuche unterstützt.

Die Jägerschaft hat an 27 Einsatztagen 209 Wiesen mit einer Fläche von 438 Hektar abgesucht. Der Kitz-K.L.U.B. hat an elf Einsatztagen 38 Wiesen mit einer Fläche von 162 Hektar abgesucht. Insgesamt wurden mehrere Dutzend Rehkitze vor den Mähwerken in Sicherheit gebracht: Das ist ein toller Erfolg, und es gab Situationen, in denen ganze Landwirts-Familien die Piloten unterstützt haben, freuen sich die Vorstände der Jägerschaft Einbeck und des Kitz-K.L.U.B.. Sie sind begeistert vom Enthusiasmus, mit dem die Piloten und Mitglieder der verschiedenen Drohnen-Teams bei der Sache gewesen sind. Denn immerhin beginnen deren Einsätze – damit sich die warmen Körper der Tiere von der noch kühlen Umgebung abheben – morgens früh zwischen 4 und 5 Uhr. Und in mancher Woche im Mai und Juni hatten die Mitglieder der Teams an vier oder fünf Tagen schon vor Beginn ihrer Arbeit oder vor der Schule einen oder mehrere Einsätze!

Bessere Information nötig / Vorlaufzeit beträgt mindestens 48 Stunden

Bei diesen Einsätzen wurde deutlich, dass es rund um die Kitzsuche mehr Aufklärung bedarf. So suchten die Teams wiederholt beim Hellwerden Wiesen ab, die dann erst nachmittags gemäht wurden. In der Zwischenzeit hätten Rehe in die Wiesen ziehen und ihre Kitze dort ablegen können. Deshalb wird am besten direkt nach der Suche gemäht. In anderen Fällen entschieden Landwirte mittags, dass sie nachmittags mähen wollten und wunderten sich, dass angesichts der nötigen Flug-Vorbereitungen, heißer Außentemperaturen oder der fehlenden Zustimmung des Jagdausübungsberechtigten so kurzfristig keines der ehrenamtlichen Teams fliegen konnte. Es werden mindestens 48 Stunden Vorlaufzeit für die Planung und Organisation benötigt. Überdies ist es den Drohnen-Teams wichtig, dass es keinen Anspruch darauf gibt, dass die freiwilligen Helfer und Helferinnen kommen und Wiesen absuchen. Neben vielen Möglichkeiten, Wildtiere zu vergrämen, sei das Absuchen von Flächen aus der Luft ohnehin nur ein Teil dessen, was Landwirte tun könnten, um Tiere vor dem Ausmähen zu schützen.
Dank gilt allen Beteiligten, die sich in den frühen Morgenstunden für die Kitzrettung eingebracht haben. Insbesondere Planer und Piloten haben viele Stunden geleistet. Für die nächste Saison soll das Verfahren einer Zustimmung zur Kitzsuche durch die Jagdausübungsberechtigten vereinfacht werden. Obendrein wurde in diesem Jahr zum Teil kreuz und quer zu verschiedensten Flächen gefahren. Das verbraucht unnötig viel Zeit und Treibstoff. „Deshalb werden wir die Suchen in der kommenden Saison besser koordinieren“, so die beteiligten Drohnenpiloten.

Weitere Helfende sind willkommen

Für die kommende Saison wünschen sich beide Vereine mehr freiwillige Helfer und Helferinnen. Tierschutz hat für viele Menschen einen hohen Stellenwert, zunehmend liegen ihnen auch die frei lebenden Tiere am Herzen. Wer gern Sonnenaufgänge an der frischen Luft erlebt, helfen und tolle Erlebnisse erleben möchte, ist willkommen und darf sich gern melden: Interessierte können Kontakt per E-Mail an kitzrettung@Jaegerschaft-Einbeck.de sowie an kitzklub@gmail.com und über Facebook aufnehmen. - tf

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