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Versorgungslücke wird geschlossen

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Über Baufortschritt informiert: Hier entsteht ein lichtdurchfluteter Baukörper in exponierter Lage, mit 12 großzügig gestalteten Bewohnerzimmern.
Über Baufortschritt informiert: Hier entsteht ein lichtdurchfluteter Baukörper in exponierter Lage, mit 12 großzügig gestalteten Bewohnerzimmern. © Privat

Region – Nach langen Vorbereitungen ist der Förderverein Solling-Hospiz Christine Amalie  auf der Zielgeraden angekommen und hofft, in absehbarer Zeit den Betrieb aufnehmen zu können, um damit eine seit langem bestehende Versorgungslücke im Landkreis Holzminden sowie den angrenzenden Landkreisen zu schließen.  

Auf Initiative des Landtagsabgeordneten Uwe Schünemann trafen sich die Akteure der Palliativversorgung im Landkreis Holzminden in Stadtoldendorf, um sich über den Baufortschritt des Hospizes zu informieren. Wolfgang Müller erläuterte das bauliche Konzept, bei dem bereits in der jetzigen Bauphase deutlich wird, dass hier eine Einrichtung der medizinischen und pflegerischen Versorgung entsteht, die ihresgleichen sucht. Es entsteht ein lichtdurchfluteter Baukörper in exponierter Lage, mit 12 großzügig gestalteten Bewohnerzimmern und ebenerdigem Zugang zu einer Terrasse. Neben dem eigentlichen Hospiz entsteht ein Zentrum für Palliativmedizin, in dem das Palliativnetz und der Hospizverein ihren Platz finden werden. „Hier wächst zusammen, was zusammen gehört. Kurze Wege, ein Miteinander, optimierte Schnittstellen und ein schneller Informationsaustausch zwischen den Beteiligten der ambulanten und stationären Versorgung werden Realität“, betonen Rita Harre und Michael Pfeil vom Palliativnetzes Holzminden. Gerade in Zeiten knapper Ressourcen sei dies ein entscheidender Vorteil für die Patientinnen und Patienten.

„Ziel ist es, Menschen in ihrer letzten Lebensphase möglichst in ihrer häuslichen Umgebung in Würde zu betreuen. Nicht selten stoßen Familien jedoch an die Grenzen des Machbaren und eine wohnortnahe stationäre Versorgung wird notwendig. Im Bereich der Palliativmedizin ist das nicht unbedingt das Krankenhaus, sondern ein Hospiz, in dem neben der Pflege auch eine qualifizierte ärztliche und psychosoziale Betreuung möglich ist“, so der Palliativmediziner Dr. Werner Stimpel.

Dass das Hospiz nun Wirklichkeit werden kann, ist vielen glücklichen Umständen zu verdanken. Wolfgang Müller hebt die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung der Samtgemeinde Eschershausen-Stadtoldendorf und der Stadt Stadtoldendorf hervor. Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Anders gab seinerzeit den Anstoß und brachte verschiedene Akteure zusammen, die engagiert und zielstrebig an diesem Projekt mitarbeiten und zum Gelingen beitragen. So wurde ein Förderverein gegründet, der viele Menschen erreicht, die das Projekt durch Spenden, aber auch durch ihr persönliches Engagement unterstützen.

Im Anschluss an die Baustellenbesichtigung fand ein Austausch im benachbarten Wohnheim „Haus Wildwiese“ der Familie Müller statt. Hospizverein und Palliativnetz sind zuversichtlich und freuen sich über die positive Entwicklung auf allen Ebenen. So erläuterte Diana Schwannecke vom Hospizverein Holzminden die Arbeit der Ehrenamtlichen und konnte berichten, dass die Zahl der ehrenamtlich Helfenden in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. „Aus Sicht der Pflege ist entgegen dem allgemeinen Trend ein überdurchschnittliches Interesse an der Mitarbeit im Hospiz zu verzeichnen“, so Michael Pfeil. Dies dokumentieren auch die bereits vorliegenden Bewerbungen.

Zum Abschluss des Treffens resümierte Uwe Schünemann: „Dank dieser dringend notwendigen Initiative werden Patienten und ihre Familien in Zukunft in einer sehr schwierigen Situation optimal betreut und begleitet. Von der inhaltlichen Konzeption über die räumliche Umsetzung bis hin zum Netzwerk der handelnden Personen vor Ort wird mit höchster Professionalität und Hingabe an der Umsetzung des Projektes gearbeitet. Das hat mich sehr beeindruckt.“

Einen Einblick in die aktuelle Entwicklung dokumentiert die Online-Präsenz des Fördervereins unter https://solling-hospiz.de.

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