Fangaktion im Namen des Tierschutzes mit sachkundiger Unterstützung

Katzen zum Kastrieren eingefangen

tierschutzkonforme Lebendfalle und gefangene Katze
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In Deitersen wurden tierschutzkonforme Lebendfallen eingesetzt, wie sie bei der Fallenjagd auf Raubwild verwendet werden.

Deitersen – Das Landwirtschaftsministerium fördert wieder die Kastration verwilderter Hauskatzen.
Etwa 15 Millionen Katzen leben in Deutschland. Mindestens zwei Millionen davon sind verwildert. Um ihre ungehemmte Vermehrung zu bremsen, hat das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium in der vergangenen Woche 198.000 Euro zur Verfügung gestellt, damit Tierärzte niedersachsenweit verwilderte Hauskatzen kastrieren. Denn Katzen gelten als problematisch für den Artenschutz. Der Ortsrat Deitersen hat jetzt mit sachkundiger Unterstützung mehr als zwei Dutzend Katzen eingefangen.

Die Aktion ist wichtig, denn üblicherweise bekommen weibliche Katzen mehrmals im Jahr vier bis sechs Junge. Diese Fertilität beeinträchtigt andere Arten – und je mehr seltene und gefährdete Arten beispielsweise in einem Gebiet leben, desto häufiger werden Exemplare solcher Arten von Katzen erbeutet. Dies ist ein großer Verlust für die Natur.

Ziel: Mindestens 75 Prozent

Ein Ort mit besonderer Katzen-Problematik ist Deitersen. Schätzungen zufolge leben dort zurzeit mehr als 40 verwilderte Hauskatzen. Auf Initiative des Ortsrates wurden deshalb jetzt im Ort Fallen aufgestellt, wie Jäger sie bei der Jagd verwenden. Sie fangen Tiere unversehrt, so dass die begutachtet und gegebenenfalls freigelassen werden können. Mit dieser Methode wurden in Deitersen mit Hilfe und unter Aufsicht eines sachkundigen Fangjagdausbilders der Jägerschaft Einbeck in den vergangenen Tagen zirka zwei Dutzend verwilderte Katzen gefangen und anschließend kastriert. Wissenschaftlichen Studien zufolge wirken solche Maßnahmen allerdings erst, wenn mehr als drei Viertel der Katzen keine Nachkommen mehr produzieren. Der Ortsrat hofft deshalb, in nächster Zeit noch weitere der verwilderten Hauskatzen unfruchtbar machen zu können. Die Finanzförderung des Ministeriums werde dann jedoch verbraucht sein. Bürger und Bürgerinnen, die den Ortsrat bei seinem Vorhaben finanziell unterstützen möchten, können sich an Bürgermeister Ernst-August Gülke oder die Mitglieder des Deiterser Ortsrates wenden. – tf

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