Rainald-von-Dassel-Schule

Jugendnaturschutzpreis für Schulgarten

7b RvD bei Preisverleihung im Schulgarten vor Biotopteich
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Stellvertretend für alle Helfenden im Schulgarten mit Biotopteich erhielt die frühere 6b der Rainald-von-Dassel-Schule den mit 500 Euro dotierten – ersten – Jugendnaturschutzpreis.

Dassel - Die heutige 7b der Rainald-von-Dassel-Schule ist jetzt stellvertretend für all diejenigen Schüler*innen, die tatkräftig und engagiert an der Anlage eines Schulgartens mit Biotopteich mitgewirkt haben, mit dem mit 500 Euro dotierten Dr.-Strahl-Jugendnaturschutzpreis ausgezeichnet worden. 

 Die NABU-Vorstandsmitglieder Magdalena Schumacher und Hannah Sundermann überreichten den Preis. Magdalena Schumacher erläuterte, dass der frühere Vizevorsitzende des Naturschutzbundes (NABU) Niedersachsen, Dr. Fedor Strahl, den Preis 2002 anlässlich seines 75. Geburtstages ins Leben gerufen habe. Seither wird der Preis, mit dem der Stifter die junge Generation ermutigen wollte, sich für den Erhalt von Natur und Landschaft einzusetzen, jährlich vergeben. „Wenn auch der Zeitgeist vorgaukelt, dass die Überlebensfähigkeit der Erde von den virtuellen Welten des Internets abhängt, so sind wir Menschen als biologische Wesen doch abhängig von Boden, Wasser, Klima, Tieren und Pflanzen“, zitiert der NABU Dr. Strahl auf seiner Webseite. Der Preis richtet sich an Kinder und Jugendliche, Einzelpersonen oder Gruppen, die sich in besonderem Maße für den Naturschutz einsetzen.

Klaus Pohl, Fachleitung Naturwissenschaften der Rainald-von-Dassel-Schule, hatte das jetzt ausgezeichnete Projekt 2019 initiiert. Auf der ehemaligen kurzgemähten Rasenfläche hinter dem Schulgebäude entstand mit Hilfe der Schüler*innen aus der damals sechsten Klasse, die bei Pohl Biologieunterricht hatten sowie der achten und zehnten Klasse von Ann-Kathrin Bertram und Stefan Buttgereit ein Schulgarten u.a. mit Totholzhaufen und Trockenmauer als Zufluchtsstätte zahlreicher Tierarten, Kräutern, Blühwiese, Weidengang und Beerenbeet. Vor dem Garten ist eine Reihe abgängiger Obstbäume ersetzt worden. „Wir haben noch viele Ideen“, erklärte Klaus Pohl am Rande der Preisverleihung.  
 Allein der rund herum bepflanzte Biotopteich mit 70 Zentimeter breiter Flachwasserzone misst sechs mal acht Meter und an der tiefsten Stelle 1,30 Meter. Kaum war er angelegt, da hätten sich auch schon die ersten Libellen gezeigt, freut sich Pohl über den neu entstandenen Lebensraum für Pflanzen und Tiere auf dem Schulgelände. Fünf verschiedene Libellenarten hätten das Biotop schon für sich entdeckt. Sogar Molche seien gesehen worden, und in Zukunft würden sich auch Frösche ansiedeln. Zur Finanzierung des aufwändigen Projektes konnte die Schule auf Unterstützung der Bingo-Umweltstiftung zählen, die mit 3200 Euro die höchste Summe beisteuerte, auf die KWS, den Förderverein der Schule und den Landkreis. Das Preisgeld aus der Dr.-Fedor-Strahl-Stiftung wird nun vermutlich für ein Sandarium verwendet, das Wildbienen, solitären Wespen und anderen Insekten als Nistgelegenheit zugute kommt und als gute Ergänzung zu Insektenhotels gilt. 
 

Schulleiterin Kerstin Voß würdigte das Engagement der Jugendlichen für das Entstehen eines Lebensraumes auf dem Schulgelände, der nun Tieren und Pflanzen das Heranwachsen, Reifen und Vermehren ermögliche. Es sei eine „Supersache“, dass Schüler und Schülerinnen Harke und Spaten in die Hand nähmen und merkten, dass die Arbeit Spaß bereite, aus der sich so vieles entwickle: Sie könnten im Garten ernten, ihn genießen und gleichzeitig viel über Natur lernen. Klaus Pohl bezeichnete Voß als eine „super engagierte“, selbst „begeisterte“ Lehrkraft, die es vermocht habe, die Jugendlichen für das Projekt ebenfalls zu begeistern. Pohl seinerseits dankte den Schülern und Schülerinnen, mit „Initiative und Lust“ angepackt zu haben. Sein Dank richtete sich außerdem an die Landwirte, Sabine Zwolinski vom NABU und den Kreisnaturschutzbeauftragten Gert Habermann für die Unterstützung.

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