Jägerschaft Einbeck

Hegering 3: Hilfe für Rebhühner

Landwirt Arndt Baie (r.) mit Hartmut Henne
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Landwirt Arndt Baie (r.) mit Hartmut Henne: Arndt Baie aus Amelsen sät schon seit Jahren regelmäßig Flächen mit Blühsaaten ein und verzichtet dafür auf Ertrag. Zugleich hilft er der frei lebenden Tierwelt mit Deckung und Nahrung und seinen Böden bei der Regeneration.

Amelsen – Rebhühner haben es heutzutage schwer. Einer Studie der Universität Göttingen zufolge wird mehr als die Hälfte der brütenden Hennen auf dem Nest von Raubsäugern wie dem Fuchs gerissen. Dadurch schlüpfen nur aus etwa einem Drittel der Gelege Küken. Die wiederum finden im Getreide heute nicht mehr die zum Überleben notwendige Menge an Insekten und Ameisen. Und das trägt dazu bei, dass die Rebhuhn-Besätze in den letzten 24 Jahren um fast 90 Prozent abnahmen. Nach der Studie der Universität Göttingen beherbergen Blühstreifen einen übergroßen Anteil von Rebhuhn-Nestern. Die Jägerschaft Einbeck fördert seit mehreren Jahren die Anlage von Blühstreifen und stellt über die Pachtenden der Jagdreviere den dortigen Landwirt*innen kostenfrei Saatgut zur Verfügung. Wie sich die eingesäten Blühflächen im Hegering 3 entwickelt haben, besichtigte aktuell der Vorsitzende der Jägerschaft Einbeck, Klaus Dörger, gemeinsam mit Hegeringsleiter Hartmut Henne. 

Der Vorsitzende der Jägerschaft Einbeck, Klaus Dörger (2.v.r.) und Hegeringsleiter Hartmut Henne (r.) im Revier Amelsen: Hier haben die Landwirte Wilhelm und Jan-Philipp Schaper 30 Kilo Saatgut vom Hegering 3 eingesät.

Im Revier Amelsen trafen sie sich hierfür mit den dort wirtschaftenden Landwirten Wilhelm und Jan-Philipp Schaper. Beide haben über den Hegering 3 von der Jägerschaft Einbeck 30 Kilogramm Saatgut mit Kulturhafer, Buchweizen, Sonnenblumen Malve, Ringelblumen, Phacelia, Boretsch und Klee erhalten und insgesamt zwei Hektar ihrer Fläche damit eingesät. Ein gut sichtbarer bunter Streifen blüht nun entlang eines Maisfeldes an der Straße zwischen Amelsen und Vardeilsen. Menschen, die auf der dortigen Kreisstraße Rad fahren oder am Anrainer-Feldweg spazieren gehen, freuen sich an seinem Anblick.

Blühstreifen helfen Tieren und Böden

Auch Arndt Baie aus Amelsen sät schon seit Jahren regelmäßig Flächen mit Blühsaaten ein und verzichtet dafür auf Ertrag. Allerdings spart er hierdurch auch Kosten für Kraftstoff, Dünger und die Zeit für den Einsatz von Maschinen. Zugleich hilft er der freilebenden Tierwelt mit Deckung und Nahrung und seinen Böden bei der Regeneration.

Rebhühner vorm Aussterben retten

„Die Blühstreifen sind eine tolle Maßnahme. Sie beheimaten eine Vielzahl von Insekten, so dass Rebhuhn-Küken nicht verhungern müssen“, sagt Hegeringsleiter Hartmut Henne und verweist auf das Rebhuhnschutz-Projekt der Universität Göttingen. „Dort machen Blühstreifen kaum ein Prozent der Fläche der Projektgebiete und nur ein Zehntel der Extensivstrukturen aus, aber beherbergen etwa ein Viertel der Rebhuhn-Nester“, sagt der Hegeringsleiter. Die Göttinger Studie zeigt zudem, dass ein Flächenanteil von 3 bis 5 Prozent Rebhuhn gerecht bewirtschafteter Blühstreifen in Kombination mit einer intensiven Raubwild-Bejagung zu einem deutlichen Populationsanstieg der bedrohten Hühnervögel führen kann. -tf

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