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Gipsabbau genehmigt

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Die Knauf Gips KG darf in den Gemarkungen Lüthorst und Portenhagen Gips abbauen.
Die Knauf Gips KG darf in den Gemarkungen Lüthorst und Portenhagen Gips abbauen. © Jan Woitas

Lüthorst / Region – Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat den Gipsabbau der Firma Knauf Gips KG in den Gemarkungen Lüthorst und Portenhagen der Stadt Dassel zugelassen. Für die Zulassung war ein Planfeststellungsverfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung und Öffentlichkeitsbeteiligung durchgeführt worden. Zum Schutz der benachbarten Wohnbebauung wird der nordwestlichste Bereich der Lagerstätte untertägig abgebaut. 

Insgesamt umfasst das Vorhaben eine Fläche von rund 16,9 Hektar, das entspricht einer Fläche von annähernd 24 Fußballfeldern. Die Abbaufläche hat eine Größe von knapp 12,2 Hektar, davon entfallen etwa 1,8 Hektar auf den Abbau im Untertagebetrieb, auf rund 10,37 Hektar wird der Gips im Tagebau gewonnen. Die Vorräte werden auf 2,1 Millionen Tonnen geschätzt. Zahlreiche Hinweise von Trägern öffentlicher Belange, Gemeinden, Naturschutzvereinigungen und Naturschutzorganisationen sowie von der beteiligten Öffentlichkeit fanden Eingang in die Nebenbestimmungen zum Umwelt- und Nachbarschaftsschutz. Am Südrand des Höhenzuges Elfas, der in unmittelbarer Nachbarschaft zum Abbaugelände liegt, ist der Bachlauf der Bewer renaturiert worden. Dort wurde in Gutachten nachgewiesen, dass der Bewer kein Wasser entzogen wird.

Die Ergebnisse des umfangreichen Grundwassermonitorings werden regelmäßig vom niedersächsischen Gewässerkundlichen Landesdienst und von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Northeim geprüft. Das im Abbau anfallende sulfathaltige Wasser wird in ein Gewässer III. Ordnung eingeleitet, das westlich von Portenhagen in die Bewer fließt. Dort sorgt eine Einleitsteuerung dafür, dass der Sulfatgehalt, der natürlich in der Bewer vorkommt, nicht überschritten wird. Die erforderliche wasserrechtliche Erlaubnis wurde im Einvernehmen mit der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Northeim erteilt.

Der Betrieb findet werktags in der Zeit zwischen 6 und 16 Uhr statt, wobei morgens zwischen 6 und 7 Uhr keine lärmintensiven Arbeiten erlaubt sind. Der Gips wird mittels Sprengungen gewonnen. Auch dabei wird durch Vorsorgemaßnahmen und Kontrollmessungen gewährleistet, dass die auftretenden Schwingungen in den benachbarten Wohngebäuden keine Schäden verursachen. Etwa alle 14 Tage findet eine Sprengung statt. Gesprengt werden darf nur in den Zeiten von 8 bis 13 Uhr und von 15 bis 16 Uhr. Die benachbarte Wohnbevölkerung wird im Vorfeld der Sprengungen informiert. Als Lärm- und Sichtschutz werden ein Lärmschutzwall entlang der Straße Wildwiese sowie eine temporäre Abraumhalde am Nordrand des Tagebaus errichtet.

Für den Abtransport des gewonnenen Gipses werden täglich etwa 20 Lkw (40 Lkw-Fahrten) erwartet. Die Gipstransporte werden vom Tagebau direkt nach Westen zur L 546 geführt. Sie ersetzen teilweise Transporte aus dem Harz durch die Ortschaft Portenhagen. Damit wird die Verkehrsbelastung in Portenhagen verringert. Für die Ortschaft Wangelnstedt wird sich in diesem Zusammenhang keine Veränderung ergeben. Der Untertageabbau soll nach etwa vier Jahren abgeschlossen sein, der untertägige Hohlraum wird mit Abraum aus dem Tagebau verfüllt. Der übertägige Abbau einschließlich der erforderlichen Rekultivierungsmaßnahmen soll nach 20 bis 25 Jahren beendet sein.

Für ungefähr die Hälfte der übertägigen Abbaufläche ist eine annähernde Wiederherstellung des Ausgangsniveaus vorgesehen, um den Landschaftscharakter soweit wie möglich wiederherzustellen. Das geplante Relief orientiert sich dabei am natürlichen Zustand des Geländes, die Flächen sollen unterschiedlich entwickelt beziehungsweise bewirtschaftet werden. Der übrige Teil des Tagebaus wird nicht verfüllt, sondern soll sich nach Abschluss von Gestaltungsmaßnahmen selbst renaturieren (freie Sukzession). Dabei können sich je nach Substrat und Exposition vielfältige Biotop- und Habitatstrukturen herausbilden.  

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