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Gestern Büro bezogen, heute Vereidigung

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Sven Wolter tritt seine neue Arbeitsstelle an
Vor zehn Jahren hat Sven Wolter seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten in Dassel begonnen und war zwischenzeitlich in der Landkreisverwaltung tätig. Seit 1. November ist er Verwaltungschef im Dasseler Rathaus. © Cornelia Sürie

Dassel – Es ist der Tag, an dem Niedersachsen 75 Jahre alt wird. Ein denkwürdiger Tag, an dem alle öffentlichen Gebäude des Landes geflaggt sind. Auch das Dasseler Verwaltungsgebäude. Dort hat gerade ein junger Niedersachse sein neues Büro bezogen. Für Sven Wolter beginnt ein neuer beruflicher Abschnitt: Seit 1. November ist er der Bürgermeister der Stadt Dassel.

Um 7.45 Uhr hat er das Haus am Kirchplatz betreten. Von da an ging es Schlag auf Schlag. Entsprechende „Nervennahrung“ in Form eines zuckersüßen Willkommensgrußes hat ihm sein Ratsbüro in weiser Voraussicht auf den Schreibtisch gestellt. Nicht einmal sein Büro habe er einrichten können, bittet der 29-Jährige gut zwei Stunden später  Pressevertreterinnen um Nachsicht. So sucht „man“ Persönliches vergebens. Gespräche mit Mitarbeitenden gingen vor, dazu die Post, die heutige konstituierende Ratssitzung will gut vorbereitet sein, damit sie reibungslos abläuft und seine E-Mailadresse für das Dasseler Rathaus will auch eingerichtet sein.

Bei der Kommunalwahl am 12. September hat sich der parteilose, von der SPD gestützte Einzelbewerber gleich im ersten Durchgang gegen drei Mitbewerber durchgesetzt und auf Anhieb den Sprung auf den Chefsessel des Rathauses geschafft. Seither hat Sven Wolter noch seinem alten Arbeitgeber gedient, „so einiges“ geregelt, was zu regeln war, Anfang Oktober mit der Dasseler Delegation das Broilerfest im sachsen-anhaltinischen Möckern besucht, sich mit der EDV im Rathaus vertraut gemacht und den Resturlaub mit Ehefrau Stefanie genutzt, um ein bisschen aufzutanken. Für die Zusammenarbeit mit dem Rat setzt der neue Rathauschef auf Dialog. In der heutigen konstituierenden Sitzung wird er „von dem ältesten dazu bereiten Ratsmitglied“ offiziell vereidigt. Das wird dem Vernehmen nach Ludolf von Dassel sein.

Einige der Mitarbeitenden hat Sven Wolter bereits am Morgen begrüßt. Weitere sollen am Nachmittag folgen. Denn nach und nach will er allen reden, den Mitarbeitenden im Rathaus, in den Kitas, Schulen und vom Bauhof, sich persönlich vorstellen und Grundsätzliches zur Zusammenarbeit sagen, um eine „gute Basis für die Zusammenarbeit zu schaffen“. Über 70 sind es an der Zahl. Nur wenige davon kennt er nicht. Schließlich ist Dassel seine Heimat, der er sich, der noch zur Miete in Northeim wohnt, nach wie vor verbunden fühlt.  

Aufgewachsen im Stadtgebiet, nämlich in Markoldendorf, hat Sven Wolter sein Abitur an der Paul-Gerhardt-Schule gebaut. Es ist gerade mal zehn Jahre her, dass er danach seine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten im alten Rathaus von Dassel in Angriff nahm. Es war der 1. August 2011, als Wolter hier die Fachrichtung Kommunalverwaltung einschlug. 2018 ging es dann in die Landkreisverwaltung nach Northeim. Nach dreieinhalb Jahren ist er nun wieder hier und will mit Ehefrau Stefanie, die bei der Landwirtschaftskammer tätig ist, in seine heimatlichen Gefilde zurückkehren: „Wir haben die Absicht, unseren Lebensmittelpunkt hierher zu verlegen.“

Als Verwaltungschef hat der junge Hauptverwaltungsbeamte jetzt einiges vor der Brust. Beispielsweise die Haushaltsaufstellung: Der Entwurf, so ist es angedacht, soll Mitte Dezember im Finanzausschuss erstmals beraten werden, in der zweiten Novemberhälfte folgen dann die konstituierenden Sitzungen der 14 Ortsräte. Wolters Wunsch ist es, möglichst zeitnah viele von ihnen in einer ihrer nächsten Sitzungen zeitnah persönlich zu besuchen. Für die Kernstadt, für Hilwartshausen und Sievershausen ist er ohnehin Ortsratsbetreuer.

Und es gilt, für Vorhaben der Stadt Fördermittel einzuwerben und in Zusammenarbeit mit dem Rat zentrale Projekte anzuschieben. Aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) erhofft sich Wolter, als „sehr wichtiger Perspektive für die Stadt“ wieder Mittel für die Städtebauförderung zu erhalten. Er ist überzeugt, bei der Verwaltungsarbeit auf ein „gutes Team“ zurückgreifen zu können, mit dem er „vertrauensvoll zusammenarbeiten“ kann. Das gelte insbesondere für seinen allgemeinen Vertreter, Volker Fuchs. „Man braucht das als Hauptverwaltungsbeamter“, weiß Sven Wolter.

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