Abriss einer Autobahnbrücke stellt die Autofahrer auf eine harte Geduldsprobe

Bis zu zehn Kilometer Rückstau

Die acht Kettenbagger bohren sich durch den Beton. Bald ist von der Autobahnbrücke nur noch ein Haufen Schutt übrig. Foto: Vollmer

BOCKENEM / RHÜDEN J Der Abriss einer Autobahnbrücke auf der A 7 bei Rhüden hat am Sonnabend die Autofahrer auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Durch die Vollsperrung zwischen den Anschlussstellen Bockenem und Rhüden staute sich der Verkehr auf eine Länge von bis zu zehn Kilometern zurück.

Sonnabend, 18 Uhr: Mitarbeiter einer Straßenbaufirma riegeln die Auffahrten zur A 7 in Bockenem und Rhüden ab. Durch die die Reduzierung auf eine Fahrspur vor den Ausfahrten wird es auch auf der Bahn eng. Nur mühsam geht es voran. Viele atmen durch als endlich die Auffahrt erreicht ist. Von dort aus geht es auf der Bundesstraße weiter nach Rhüden oder Bockenem. Gleichzeitig bedeutet der Abriss, der durch die Verbreitung der Autobahn auf sechs Fahrspuren notwendig geworden war, eine logistische Meisterleistung sowohl für die Planer als auch die Bauarbeiter. Schließlich soll am nächsten Morgen nichts mehr an die Überführung erinnern. Kaum sind die Bagger in Position gegangen, nehmen auch die ersten Schaulustigen an der Baustelle ihren Platz ein, um das Geschehen aus nächster Nähe zu beobachten oder ein Foto mit dem Handy zu machen. Die A7 ist mittlerweile in dem Abschnitt wie leergefegt. Nur das laute Hämmern der Bagger dringt monoton durch die Abendstunden. Von dem Lärm und Staub lassen sich die Zaungäste aber nicht stören. „Das kennen wir auch von anderen Baustellen. Schließlich ist es ja auch etwas Besonderes, wenn eine Brücke mit schwerem Gerät dem Erdboden gleichgemacht wird. Da gibt es ordentlich was zu gucken“, berichtet Sören Nickol, der für die örtliche Bauüberwachung zuständig ist. Mittlerweile ist es 21 Uhr. Große Scheinwerfer haben das Areal in gleißendes Licht getaucht. Die acht Kettenbagger kommen gut voran. „Wir liegen voll im Zeitplan. Es gibt aber noch gut genug zu tun, wenn der Schutt komplett auf der Fahrbahn liegt“, erläutert Sören Nickol. Die acht Bagger sind mit unterschiedlichen Werkzeugen ausgestattet, um das Bauwerk in die Knie zu zwingen. Einige verfügen über einen Hammer, andere beißen sich mit einer Zange durch den Beton. Später kommen dann noch Magneten zum Einsatz, um das Metall herauszuziehen. Bereits Stunden vor dem eigentlichen Beginn der Abrissarbeiten waren Mitarbeiter der Spezialfirma Burkhardt aus Thonhausen im Altenburger Land mit Vorbereitungen für den eigentlichen Abbruch beschäftigt. So wurde zum Beispiel das Geländer entfernt. Bevor dann die schweren Maschinen angelassen werden konnten, wurde zum Schutz der Fahrbahn ein Fallbett unter der Brücke aufgebracht. Darauf landeten dann die tonnenschweren Teile. Bis in die Morgenstunden ziehen sich die Abrissarbeiten hin. Für die Abfuhr des Schutts stehen drei Lastwagen bereit. „Mehr geht nicht. Sie würden sich nur gegenseitig behindern“, erklärt der Mann von der Bauaufsicht. Die Trucks müssen mit den Brückenteilen gar nicht weit fahren. Der Abladeplatz befindet sich nur gut 200 Meter entfernt. Gegen 11 Uhr ist dann die Baustelle geräumt. Der Verkehr kann wieder fließen. Sören Nickol und die gesamte Mannschaft freuen sich darüber, dass der Abriss ohne Probleme über die Bühne gegangen ist. Der Verkehr auf der Bundesstraße 82 verläuft bis die neue Brücke fertig ist über eine Behelfsbrücke, die mit großem Aufwand aufgebaut wurde.

Im Zusammenhang mit der Vollsperrung ist es Sonntagmorgen gegen 8.30 Uhr zu einem Unfall mit vier verletzten Personen gekommen. Ein älterer Mann aus Göttingen fuhr am Stauende auf das Fahrzeug eines Hildesheimers und seiner Begleitung auf. Alle Insassen erlitten leichte Verletzungen. Dazu streifte noch ein Abschleppfahrzeug auf dem Weg zur Unfallstelle in der Rettungsgasse ein Auto. Verletzt wurde dabei niemand.

In diesem Zusammenhang weist die Autobahnpolizei darauf hin, genügend Platz für die Rettungs- und Abschleppfahrzeuge zu machen. Bereits in der Nacht mussten die Beamten an gleicher Stelle einen Auffahrunfall aufnehmen, bei dem zum Glück niemand zu Schaden kam.

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