In Bockenem verkaufen nur noch zwei Händler ihre Waren

Nicht viel los auf den Wochenmärkten

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Donnerstags ist Markttag in Bockenem: Allerdings haben die Kunden keine große Auswahl mehr. Nur zwei Stände bieten ihre Waren an.

BOCKENEM – Seit 30 Jahren steht Renate Bertram mit ihrem Verkaufswagen auf dem Bockenemer Wochenmarkt. Doch mittlerweile ist die Anbieterin von frischen Wurstwaren, Eiern, Kartoffeln, Früchten oder Marmelade zu ihrem großen Bedauern fast allein auf weiter Flur.

Nebenan steht noch der Bäckerwagen aus Kalefeld, allerdings auch nur den halben Nachmittag. Zum Jahresende gab es noch einmal einen herben Einschnitt, als es ein letztes Mal Putenwurst aus Bornum auf dem Buchholzmarkt zu kaufen gab. Seitdem sind nur noch die beiden Stände übrig geblieben. Ist der Wochenmarkt in Bo-ckenem damit kurz vor dem Ende? Das sieht Renate Bertram nicht so. „Ich komme gerne nach Bockenem. Auf meine Stammkundschaft kann ich zählen. Es wurde immer viel geredet, dass ich auch nicht mehr zum Markt komme. Aber da handelt es sich nur um Gerüchte, mehr nicht. Wir bleiben der Stadt treu, solange es geht“, berichtet die 77-Jährige. Noch gut kann sich die Markthändlerin an die erste Zeit vor 30 Jahren erinnern. Da war der Marktplatz voll mit Verkaufsständen und Buden. Teilweise gab es damals sogar mehrere Anbieter von derselben Ware. Aber die Zeiten haben sich geändert. Viele seien aus Altersgründen nicht mehr gekommen, für andere hat es sich offenbar irgendwann nicht mehr gerechnet. „Aber lange Zeit wurden die frei gewordenen Plätze anschließend auch gleich wieder durch einen Nachfolger belegt“, erinnert sich Renate Bertram. Einige hätten auch eine weite Anreise in Kauf genommen, damit sie ihre Produkte auf dem Buchholzmarkt verkaufen konnten. Der richtige Abwärtstrend habe dann vor sieben oder acht Jahren eingesetzt. Ihr Sohn ist mit einem Verkaufsstand regelmäßig in Seesen auf dem Markt vertreten. Da sieht die Welt ganz anders aus. „Das Angebot ist vielfälti-ger. Auch das Einzugsgebiet ist um ein vielfaches größer“, meint die Verkäuferin aus Gremsheim. So etwas könne niemand in Bockenem erwarten. Sollte es gelingen, den Buchholzmarkt tatsächlich durch ein Argentum zu beleben, sieht sie auch wieder größere Chancen für den Wochenmarkt. Auch in der Nachbarstadt Bad Salzdetfurth läuft es nicht rund mit dem Wochenmarkt, der freitags auf der Salzpfännerstraße stattfindet. Auch dort ist die Zahl der Anbieter im Laufe der Zeit gesunken. „Die Überlegungen der Verwaltung gehen dahin, nach einer Umgestaltung des Marktplatzes ein neues Konzept für den Wochenmarkt zu erstellen. Dann sollen Bestrebungen unternommen werden, um weitere Händler für den Markt zu gewinnen“, erklärt Stadtsprecherin Birgit Ziemann. Der Wochenmarkt sei wichtig für die Stadt Bad Salzdetfurth. „Gerade durch den Wegzug der Märkte in die Randgebiete bietet der Wochenmarkt einen wichtigen Baustein für die Nahversorgung der Anlieger im Bereich der Altstadt. Darüber hinaus ist ein Wochenmarkt Anziehungspunkt für die ganze Stadt und ihre Gäste“, so die Sprecherin weiter. Ein Angebot regionaler Produkte würde auch den Ergebnissen aus dem Stadtentwicklungskonzept „Konsequent in die Zukunft“ entsprechen. Unter den Leitthemen „Natur“ und „Gesundheit“ finden sich Aspekte wie Klimaschutz, Gesundheit, Ernährung, regionale Produkte und ähnliches. „Ein attraktiver Wochenmarkt mit regionalen Produkten und hoher Aufenthaltsqualität passt hervorragend dazu“, stellt Birgit Ziemann fest.

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