Gespräch mit Bockenems Bürgermeister Rainer Block / Seit 159 Tagen im Amt

Viele Themen stehen auf der Liste

Rainer Block arbeitet seit 159 Tagen als Bürgermeister der Stadt Bockenem. Längst ist der frühere Polizeibeamte in seiner neuen Tätigkeit angekommen. Foto: Vollmer

BOCKENEM „Die Arbeit als Bürgermeister ist exakt so, wie ich sie mir vorgestellt habe“, sagt Rainer Block, der vor 159 Tagen die Leitung der Bockenemer Stadtverwaltung übernommen hat. Ob es nun die zahlreichen Gespräche sind, das Knüpfen vieler neuer Kontakte oder auf andere Menschen zugehen, die tägliche Arbeit könnte für ihn kaum vielfältiger sein.

Ein großes Kompliment richtet Rainer Block, der vor seiner Wahl im Polizeidienst tätig war, an alle Mitarbeiter, die ihn super aufgenommen hätten. Das gelte auch für alle Ratsherren. Niemand hätte ihn spüren lassen, dass er als neuer Bürgermeister nicht willkommen sei. In der vergangenen Ratssitzung gab es sogar ein dickes Lob vom CDU-Fraktionsvorsitzenden Dr. Gerhard Bartels, obwohl die Christdemokraten bekanntlich seinen Amtsvorgänger Martin Bartölke unterstützt haben. „Über seine Worte, die völlig überraschend kamen, habe ich mich sehr gefreut“, sagte Block. Viele Themen beschäftigen den Verwaltungschef in diesen Tagen. Für das weitere Verfahren im Städtebauförderprogramm sind mittlerweile erste Angebote von potentiellen Sanierungsträgern eingegangen. Ohne Frage gibt es kaum einen Tag, wo es nicht um die Unterbringung von Flüchtlingen geht. Nicht zuletzt würden da auch die Kindergarten- und Schulplätze eine wichtige Rolle spielen. Durch die zahlreichen Neubürger seien die Planungen der Stadt nicht mehr aktuell. Derzeit leben im Stadtgebiet 150 Flüchtlinge aus 19 Nationen. Der Bürgermeister rechnet aber mit weiteren Zugängen in nächster Zeit. In dem Zusammenhang müsse man sich natürlich auch über die Unterbringung, die derzeit dezentral erfolgt, Gedanken machen. Block hofft darauf, dass im Frühjahr endlich die Kfz-Zulassungsstelle im Rathaus an den Start geht. Schon jetzt weist er darauf hin, dass ausschließlich Termine vergeben werden. Lange Wartezeiten wären eine Zumutung für die Bürger. Eine externe Firma stellt für die Stadt einen Feuerwehrbedarfsplan auf, der Ende 2016 vorliegen soll. Wie jetzt bekannt wurde, werden die Brandschützer aus Jerze aus personellen Gründen künftig eine Löschgruppe bilden und sich formell der Ortshäuser Wehr anschließen. Erst im vergangenen Jahr hatte Freiwillige Feuerwehr Werder die Segel gestrichen. Kaum jemand wollte dort mehr eine Führungstätigkeit übernehmen. Seit September sorgen die Feuerwehrleute aus Schlewecke nun für die Sicherheit im Nachbarort. In Sachen Windenergieanlagen wartet die Verwaltung auf den Umweltbericht, von dem das weitere Vorgehen abhängig gemacht wird. Ganz oben auf der Agenda steht auch ein schnelles Internet für die Orte. In Bönnien besteht die Absicht, ein neues Dorfgemeinschaftshaus zu bauen. Die Bockenemer setzten dabei auf Zuschüsse aus dem Topf der Dorferneuerung. Mehr Platz werden in absehbarer Zeit die Feuerwehrleute in Ilde und Schlewecke bekommen. Damit der zweite Raum im Dorfgemeinschaftshaus Königsdahlum wieder genutzt werden kann, müssen dort ebenfalls die Handwerker anrücken. Rainer Block richtet ein dickes Lob an die vielen ehrenamtlich Tätigen, ohne die viele Dinge nicht machbar seien. Als Beispiele nennt er die Flüchtlingsarbeit oder die zahlreichen kulturellen Aktivitäten. Einen Aufschwung erhofft sich der Bürgermeister beim Verkauf von Baugrundstücken, nachdem die Preise bis zu 25 Prozent gesenkt wurden. „Es gibt auch schon drei konkrete Anfragen. Ich hoffe, dass daraus etwas wird“, so Block. Aufmerksam verfolgt er natürlich auch die Entwicklung bei der Firma Toyoda Gosei Meteor. „Das Unternehmen ist enorm wichtig für die Stadt“, stellt der Verwaltungschef fest. Zuletzt gab es ein gemeinsames Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Markus Brinkmann und dem Betriebsrat. Wenn es von heute auf morgen etwas umstellen könnte, würden auf der Bahnstrecke wieder Züge fahren. „Damit wären viele Dinge einfacher“, meint Block. Doch dieser Wunsch, dem sich bestimmt zahlreiche Bockenemer anschließen würden, dürfte wohl kaum in Erfüllung gehen.

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