Christopher Seagon: „Wir haben es geschafft, das Unternehmen zu sanieren“

Toyoda Gosei kauft Meteor

Christopher Seagon, Insolvenzverwalter von Meteor, kann nach zweijähriger Unternehmensfortführung in der Insolvenz die Standorte in Bockenem und Worbis übertragen. Seagon übergibt 1 100 der 1 400 Arbeitsplätze an Toyoda Gosei.

Bockenem Toyoda Gosei hat den Kaufvertrag für die Übernahme der Vermögenswerte des insolventen Automobilzulieferers Meteor Gummiwerke K.H. Bädje GmbH & Co. KG aus Bockenem sowie die dazugehörende Meteor Sealing Systems in Dover, USA, und eine 45-prozentige Beteiligung an der LMI Custom Mixing in Cambridge, USA, unterzeichnet. Entsprechende Verträge haben Christopher Seagon, Insolvenzverwalter von Meteor, und Toyoda Gosei am Mittwochabend abgeschlossen.

Über Vertragsdetails wie den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Die endgültige Übernahme steht noch unter verschiedenen Vorbehalten wie der Zustimmung der Gremien und des Kartellamts sowie der Umsetzung vereinbarter Maßnahmen. Dazu zählen unter anderem die Beiträge der Belegschaft sowie die Personalmaßnahmen. Der Abschluss der Transaktion wird im ersten Halbjahr 2014 erwartet.

„Mit dem Kauf der Meteor Gummiwerke stärkt Toyoda Gosei sein europäisches Geschäft mit Dichtungssystemen für die Automobilindustrie deutlich“, sagt Tadashi Arashima, Präsident von Toyoda Gosei.

Insolvenzverwalter Christopher Seagon kann mit der vorgesehenen Übertragung die beiden Standorte in Bockenem und Worbis/Thüringen sowie insgesamt 1 100 Arbeitsplätze an Toyoda Gosei übergeben. „Die vergangenen zwei Jahre seit Insolvenzantrag waren vor allem für die Beschäftigten anstrengend, aber wir haben es geschafft, das Unternehmen zu sanieren und es effizienter und deutlich wirtschaftlicher aufzustellen“, sagt der Insolvenzverwalter. Das war die wesentliche Voraussetzung dafür, dass man das Vertrauen der Kunden erhalten und den eingeleiteten Investorenprozess nun erfolgreich beenden konnte.

Seagon hat Meteor zwei Jahre in der Insolvenz fortgeführt. Zuvor stand der Zulieferer bereits zwei Jahre unter Aufsicht eines Treuhänders. Das hat dazu geführt, dass Meteor fast vier Jahre bei der Auftragsvergabe nicht berücksichtigt wurde. Als Zeichen der Eingliederung des Unternehmens in die Toyoda-Gosei-Gruppe soll Meteor nach dem erfolgreichen Abschluss der Transaktion in „Toyoda Gosei Meteor GmbH“ umfirmieren. Ein detailliertes Eingliederungskonzept wird derzeit entwickelt. Burkhard Brühl wird das Unternehmen weiterhin als Geschäftsführer leiten und sorgt damit für Kontinuität. Ein Vertreter von Toyoda Gosei wird Chairman von Meteor.

Toyoda Gosei hat sich verpflichtet, Investitionen in signifikanter Höhe zu leisten, um die Gläubiger von Meteor zu befriedigen und den Transfer von Neugeschäft zu Meteor zu ermöglichen. Darüber hinaus unterstützt die Gruppe Meteor mit prozessualem und operativem Know-how, um die Geschäftsentwicklung zu stärken.

Alle Beteiligten haben sich darauf verständigt, Beiträge zu leisten, um die Wettbewerbsfähigkeit von Meteor wieder herzustellen und eine nachhaltige Unternehmensentwicklung zu gewährleisten. Hierzu gehören auch führende Automobilhersteller und Direktzulieferer, die viel Unterstützung für die Transaktion zeigen.

Die erfolgreiche Sanierung erfordert auch einen Beitrag der Meteor-Mitarbeiter. Entsprechend hat sich Toyoda Gosei mit den Arbeitnehmervertretern und der Gewerkschaft IG BCE auf das notwendige Maßnahmenpaket für Deutschland verständigt. Die US-Standorte von Meteor sind davon nicht betroffen. Diese Maßnahmen, von denen einige wie die vereinbarten Arbeitszeiten nur zeitlich begrenzt gelten, müssen vor dem Abschluss der Transaktion wirksam umgesetzt werden.

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