Arbeiten an der A 7 bei Mahlum laufen / Kosten von 1,7 Millionen Euro

Schallschutzwand ist fast fertig

Mitarbeiter einer Spezialfirma aus Peine haben die etwa ein Kilometer lange Lärmschutzwand errichtet. Bis die letzten Lücken verschwinden, dürfte es nicht mehr lange dauern. Foto: Vollmer

MAHLUM  Schon bald werden die letzten Lücken der Schallschutzwand an der Autobahn 7 bei Mahlum geschlossen sein. Aber auch schon jetzt verspüren die Anwohner im Vergleich zu früheren Zeiten eine deutliche Reduzierung des Geräuschpegels. Dazu trägt sicherlich auch der „Flüsterasphalt“ bei, der im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus der A7 in verschiedenen Bereichen aufgebracht wurde.

„Obwohl es ja noch einige Lücken in der Wand gibt, ist es schon ruhiger geworden“, berichtet Victor Mihai, der seit 1993 mit seiner Familie vis-a-vis der Autobahn lebt. Sie sind es mittlerweile gewohnt, auf eine Wand zu blicken. Auch das Rauschen gehört trotz der gut isolierten Fenster und der Schutzwand zu den vertrauten Dingen. Die Windrichtung entscheidet darüber, wie stark die Beeinträchtigungen ausfallen. So lässt er sich auch von den vielen Lastwagen und Autos den Spaß beim Fußballspielen mit seinem zweijährigen Sohn David auf der großen Rasenfläche hinter dem Haus nicht nehmen. Als etwas störend empfindet der Familienvater höchstens die Reflektionen durch das Metall, wenn die Sonne gegen die großen Wandelemente scheint. Der Mahlumer hat aber die Hoffnung, dass die Elemente im Laufe der Zeit an Glanz verlieren. Sonst sieht er durch die neue Lärmschutzwand schon eine deutliche Verbesserung gegenüber der früheren Situation. Während der Bauarbeiten musste die Familie ein Stück von seinem Garten opfern.

Victor Mihai hofft, dass nach Abschluss der Arbeiten alles wieder entsprechend hergerichtet wird. In Spitzenzeiten sind etwa zehn Mitarbeiter der Firma Eurovia aus Peine vor Ort, um die Lärmschutzwand auf einer Länge von etwa einem Kilometer zu errichten. Während der Arbeiten an der Autobahnbrücke musste die Landesstraße 500 nach Bockenem komplett für zwei Wochen gesperrt werden. Auf der Brücke haben die Mitarbeiter in der Zeit ebenfalls Lärmschutzelemente installiert. Sie sind so hoch, dass künftig Spaziergänger kaum mehr die Autos auf der Bahn beobachten können. „Die Lärmschutzwand auf der Autobahnbrücke ist erforderlich, da die überführte Straße die Lärmschutzwand ansonsten unterbricht“, erläutert die Projektleiterin bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Bad Gandersheim, Anke Stöcker-Kleinert, gegenüber dieser Zeitung.

Die mit Aluminium beschichteten Elemente entlang der Autobahn haben eine gestaffelte Höhe von drei bis sechs Metern. „Mit wachsendem horizontalen Abstand der Wand muss auch die Oberkante höher angeordnet werden, um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen“, erläutert die Expertin. Die Höhe der alten Wand betrug vier Metern. Die oberen zwei Meter des neuen Bauwerks sind um 30 Grad auf Richtung der Autobahn abgeknickt. „Das erhöht den Wirkungsgrad der Wand, die zur Fahrbahnseite hochabsorbierend ausgebildet sind“, erklärt Anke Stöcker-Kleinert. Die Projektleiterin rechnet Ende Mai mit einem Ende der Arbeiten.

Mit Hilfe eines Baggers und Hubsteigers wurden die Elemente von der Fachfirma an ihren künftigen Standorten installiert. An schwer zugänglichen Stellen kam auch ein Kran zum Einsatz. Bevor überhaupt die letzte Wand steht, haben bereits einige Graffitisprayer an einem Teilstück bereits unverkennbar ihre Spuren hinterlassen. Sie konnten unerkannt über eine Treppe, die sich in der Nähe der Stelle befindet, verschwinden. Der Bau der Lärmschutzwände kostet rund 1,7 Millionen Euro. Aber auch an anderer Stelle neigen sich die Bauarbeiten dem Ende entgegen.

Nach der Prognose der Projektleiterin können sie auf der Richtungsfahrbahn Kassel nahe dem Salzgitter Dreieck auch in diesem Monat abgeschlossen werden. Anschließend geht es in erster Linie um die Regenrückhaltebecken im Seitenbereich. Voraussichtlich im Herbst soll das untergeordnete Wegenetz, das durch den Autobahnausbau Schaden genommen hat, wieder in Stand gesetzt werden.

„Sobald auf der Autobahn alle qualitätssichernden Prüfungen absolviert wurden, wird auch die Geschwindigkeitsbegrenzung von 120 Stundenkilometern aufgehoben“, erklärt die Mitarbeiterin der Straßenbaubehörde. mi

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