Sanierungsbeirat hat neuen Vorsitzenden

Dieter Rüdiger übernimmt

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Dieter Rüdiger ist neuer Vorsitzender des Sanierungsbeirates.

BOCKENEM– Viele Bewohner der Bockenemer Altstadt machen sich Sorgen, dass sie nach Abschluss der Innenstadtsanierung für die getätigten Investitionen kräftig zur Kasse gebeten werden. 

Die Anlieger im Sanierungsgebiet müssen zwar Ausgleichsbeiträge bezahlen, doch die haben nichts mit einer Umlage aus den vorgenommen Maßnahmen zu tun und sind auch nicht mit der Straßenausbaubeitragssatzung zu vergleichen. Während der Sitzung des Sanierungsbeirates hat Roland Schubert, der als stellvertretender Vorsitzender des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Bereich Hameln-Hannover tätig ist, über das komplexe Thema informiert. Dabei erläuterte der Experte unter anderem, welche Faktoren für die Berechnung von Wichtigkeit sind. Maßgebend ist einzig und allein der Bodenrichtwert. Für die Berechnung werden der Anfangswert, der sich ergeben würde, wenn eine Sanierung weder beabsichtigt noch durchgeführt worden wäre und der Endwert ohne Bebauung, der sich durch die Sanierungsmaßnahmen ergibt, herangezogen. Die durch die Sanierungsmaßnahmen erreichten Verbesserungen innerhalb des Gebietes drücken sich in der Regel in einer sa-nierungsbedingten Bodenwerterhöhung aus, die wiederum für die Berechnung maßgebend ist. Der Gutachterausschuss nimmt die finale Bewertung vor. In der Regel werden die Ausgleichsbeiträge zum Ende der Sanie-rung von der Stadt erhoben. Die Experten sahen davon ab, wegen der Komplexität konkrete Beispiele zu nennen. Es sei aber schon vorgekommen, dass Bescheide über einen Euro verschickt worden sind. Auf der anderen Seite gebe es auch Extrembeispiele, wenn es sich um riesige Grundstücksflächen handelt. Die Beiträge könnten dann durchaus schon mal im fünfstelligen Bereich liegen. „Aber längst fallen Ausgleichsbeiträge nach einer Innenstadtsanierung nicht so hoch wie Straßenausbaubeiträge aus“, stellte der Fachmann fest. Nachdem Siegfried Berner seine Arbeit als Vorsitzender und Mitglied des Beirates nach Unstimmigkeiten mit Bürgermeister Rainer Block aufgekündigt hat, wählten die Mitglieder den bisherigen Stellvertreter, Dieter Rüdiger, einstimmig an die Spitze des Gremiums. Den Ärger hat eine von Siegfried Berner aufgestellte Liste mit Äußerungen von Bürgern zur geplanten Umgestaltung des Marktplatzes ausgelöst. Er habe laut dem Verwaltungschef weder die Punkte abgestimmt noch den Auftrag erhalten, sie an Ratsmitglieder oder den Planer zu übersenden. Auch Mitglieder des Beirates hatten Kritik an Berners Vorgehen geübt. „Ich möchte die Arbeit weiterführen, ohne Ärger zu bekommen“, sagte der neue Vorsitzende kurz nach seiner Wahl. Dieter Rüdiger bedauert, dass Siegfried Berner seine Mitarbeit beendet hat. „Das Thema hätte sicher ausdiskutiert und dann die Arbeit vertrauensvoll fortgesetzt werden können“, sagte der Stadtheimatpfleger. Siegfried Berner habe sich mit großem Sachverstand für die Stadt eingesetzt. Bauamtsleiter Holger Schrader wurde als neuer stellvertretender Vorsitzender gewählt.

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