Stadt Bockenem hat seit 1. August einen neuen Verwaltungschef / Ehrung als erste Amtshandlung

Rainer Block tritt seinen Dienst an

Am Sonnabend hat Bockenems neuer Bürgermeister Rainer Block sein Büro im Rathaus bezogen. Auf ihn wartet in nächster Zeit viel Arbeit. Foto: Vollmer

BOCKENEM Ein freies Wochenende zum Dienstantritt? Da schüttelt Rainer Block energisch den Kopf. Sonnabendmorgen um 8.50 Uhr nahm der neue Bürgermeister der Stadt Bockenem zum ersten Mal an seinem Schreibtisch Platz.

Die Arbeit an einem Sonnabend zu beginnen ist für einen Verwaltungsmann sicherlich ungewöhnlich. Weil die Stadt aber zusätzlich am ersten Sonnabend ihr Bürgerbüro öffnet, gibt es da kaum einen Unterschied zu einem anderen Arbeitstag. So war dann am 1. August auch der neue Chef zur Stelle.

Zu Beginn wartete gleich eine angenehme Aufgabe auf den im Februar mit großer Mehrheit gewählten Bürgermeister. Als erste Amtshandlung zeichnete er Rainer Neumann aus, der seit 40 Jahren im öffentlichen Dienst beschäftigt ist. Obwohl der Verwaltungsmitarbeiter seit 2005 im Rahmen einer Abordnung im Hildesheimer Jobcenter beschäftigt ist, gehört er nach wie vor zu den Beschäftigten der Stadt Bockenem. Der Bürgermeister bedankte sich bei Rainer Neumann, der zuvor im Sozialamt der Stadt tätig war, für die in den vier Jahrzehnten geleistete Arbeit. „Ihm gilt Respekt und Anerkennung. Rainer Neumann ist stets einen geraden Weg gegangen“, betonte der Bürgermeister.

Am vergangenen Dienstag hat Rainer Block seinen letzten Arbeitstag bei der Polizei gehabt. Einen Tag später verabschiedete er sich in geselliger Runde von seinen Kollegen. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe“, sagt Rainer Block, der bei der Polizeidirektion Göttingen mit zentralen Aufgaben betraut war. „Das ist schon ein besonderes Gefühl. Ich habe mich nach einer so langen Zeit auch mit einem weinenden Auge aus dem Polizeidienst verabschiedet“, erklärt der 52-Jährige, der als parteiloser Kandidat in den Wahlkampf gestartet war. Mit knapp 63 Prozent der Stimmen konnte sich der Ortshäuser, der sich in vielen Bereichen ehrenamtlich engagiert hat, gegen den früheren Amtsinhaber Martin Bartölke durchsetzen.

Die Monate nach der Wahl seien wie im Fluge vergangen. „Eigentlich hat die Arbeit ja schon viel früher begonnen. Gleich nach der Wahl haben mich die ersten Anrufe erreicht. Da ging es schon um konkrete Punkte und Probleme“, erzählt der Verwaltungschef. Weil es da noch einen anderen Bürgermeister gab, sei es natürlich schwierig gewesen, die Anliegen anzugehen.

Rainer Block ist bewusst, dass viel Arbeit auf ihn wartet. Ganz oben auf der Prioritätenliste steht ohne Frage die Festlegung weiterer Schritte im Rahmen der Förderprogramme. „Da muss dringend etwas geschehen, auch wenn der offizielle Bescheid noch nicht vorliegt“, erläutert Block.

Ihm liegt viel daran, alle Beteiligten an einem Tisch zu holen. Das gelte für das Städtebauförderprogramm genauso wie für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept (ILEK), zu dem auch die Gemeinden Holle und Schellerten sowie die Stadt Bad Salzdetfurth gehören. „Beim Thema Windenergie drehen wir uns seit langer Zeit schon im Kreis. Auch dazu sollte es einen runden Tisch geben, wo die Beteiligten des Verfahrens auf Augenhöhe miteinander sprechen“, meint Block.

Ebenso richtet er seinen Fokus auf den Umweltskandal an der Autobahn. „Die Bürger haben davon ja fast nur aus der Zeitung erfahren. Es sind in dieser Sache viele Fragen offen“, so der Bürgermeister. Er könnte sich zu dem brisanten Thema, das immer weitere Kreise zieht, einen Informationsabend vorstellen, wo interessierte Bürger auch mit Experten ins Gespräch kommen können.

Um sich auf sein neues Amt vorzubereiten, hat Rainer Block auch verschiedene Lehrgänge absolviert. Drei Tage lernte er zum Beispiel das Buchführungsprinzip Doppik näher kennen. Auch ein Treffen mit seinem Holler Kollegen Klaus Huchthausen hat es bereits gegeben. Im Rathaus werden in nächster Zeit zunächst Gespräche mit den Mitarbeitern zum gegenseitigen Kennenlernen im Vordergrund stehen. Sofortmaßnahmen schließt der neue Mann an der Spitze der Stadt aber aus. Zunächst müsse er sich mit den Abläufen in der Verwaltung intensiv beschäftigen. In den nächsten Wochen will der neue Verwaltungschef ebenso mit den Vereinen und Institutionen ins Gespräch kommen.

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