Jugendliche haben beim Landesjugendfeuerwehrzeltlager viel Spaß

Plauderrunde mit Innenminister

Innenminister Boris Pistorius plauscht mit Jungen und Mädchen aus Bockenem. Ihren Wunsch nach besserem Wetter kann der Politiker allerdings nicht erfüllen. Foto: Vollmer

WOLFSHAGEN /KREIS J Ein letztes Mal genießt Dieter Droste von seinem Klappsessel aus den Blick auf die Harzer Höhezüge und das quirlige Leben in der Zeltstadt, das sich ein paar Meter entfernt von seinem Stammplatz abspielt. Sein Entschluss steht fest: Das 17. Landesjugendfeuerwehrzeltlager soll das letzte für ihn sein. „Die vergangenen zehn Zeltlager haben mir immer viel Spaß bereitet“, erklärt der 63-Jährige, der lange Zeit als Gemeindedirektor für die Zeltstadt „Braunlage“ verantwortlich zeichnete. Der Name Droste wird in Wolfshagen aber weiter präsent sein. In diesem Jahr hat Michael Droste den Job von seinem Vater übernommen.

Eine Woche lang haben rund 2 530 Jungen und Mädchen samt Betreuern ihre Freizeit der großen Zeltstadt verbracht. Darunter waren auch etwa 150 Teilnehmer aus dem Landkreis Hildesheim. Mit Sack und Pack rückten die Jugendfeuerwehren Bockenem, Hary/Störy/Bönnien, Söhre, Bodenburg, Wehrstedt, Marienhagen, Himmelsthür, Itzum, Stadtmitte II und Moritzberg an. Viele von ihnen gehören mittlerweile zu den Stammgästen.

Neben den niedersächsischen Jugendfeuerwehren und Abordnungen aus anderen Bundesländern beteiligten sich auch internationale Gruppen aus Polen, Belgien oder Tschechien an der Veranstaltung. Doch bevor überhaupt der erste Jugendliche das weitläufige Areal betritt, sind schon Monate vorher zahlreiche Helfer mit den Vorbereitungen beschäftigt. Die Hildesheimer um Stefan Kohlenberg gehören mit zu den eifrigsten Helfern, die sich rund um die Großveranstaltung bemühen. Sie reisen bereits Wochen vor der Lagereröffnung an, um die Infrastruktur fit zu machen. Dazu zählen insbesondere die Wasserleitungen oder die Stromversorgung. Auf dem Gelände sind allein 50 mobile Toiletten verteilt.

Feuerwehrleute aus dem Kreis übernehmen darüber hinaus auch wichtige Aufgaben während des Zeltlagers. Jugendfeuerwehr-Urgestein Siggi Schön aus Bodenburg zeichnet zum Beispiel für die zahlreichen Wettbewerbe verantwortlich.

Die Verantwortlichen haben eine große Palette an 20 verschiedenen Workshops vorbereitet. Das Spektrum reicht vom Spurensichern mit der Polizei über das Erlernen von Zaubertricks, Zumba-Power, Graffitikunst bis hin zur Waldpädagogik. Als beliebter Anlaufpunkt hat sich der Hochseilklettergarten erwiesen, der erstmals auf dem weitläufigen Gelände für Spaß in luftiger Höhe sorgte. „Beim Klettern ging es auch darum, die Teamfähigkeit zu fördern und Vertrauen zu entwickeln“, erläutert Landesjugendfeuerwehrwartin Anke Fahrenholz.

Etwas beschaulicher ging es beim Workshop „Auf Du und Du mit der Kuh - Entdeckungsexpeditionen zum Harzer Höhenvieh“ zu. Bei der Tour, die von dem erfahrenen Züchter Josef Spahn geleitet wurde, konnten die Jugendfeuerwehrleute bei der Kuh-Safari auf Tuchfühlung mit dieser alten Haustierrasse gehen. Siggi Schön und seine Crew sorgte unter anderem dafür, dass beim „Spiel ohne Grenzen“ oder dem Orientierungsmarsch alles planmäßig verläuft.

Auch bei den Ausflugstouren in den Harz bemühten sich ebenfalls Hildesheimer um einen reibungslosen Ablauf. Schlechte Noten gab es von den Jugendlichen nur für das unbeständige Wetter. Nach den Orkanböen am ersten Tag sorgten immer wieder heftige Regenschauer für Unbehagen auf dem Gelände. „Der Wind hat uns schon ernsthafte Probleme bereitet. Mehrere Zelte sind weggeflogen“, berichtet der Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Lennart Kutzner. Die betroffenen Gruppen haben sich darauf im großen Verpflegungszelt einen Platz gesucht. Wegen der Böen musste die offizielle Eröffnungsfeier ausfallen.

Auch Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius zählte zu den Gästen in Wolfshagen. Bockenemer Jugendliche erzählten dem Minister zum Beispiel von ihren Erlebnissen im Zeltlager. Den Wunsch nach Sonnenschein pur konnte ihnen Boris Pistorius allerdings nicht erfüllen. Das von den Teilnehmern gewählte Jugendparlament ist das Sprachrohr der Basis zur Lagerleitung. Eine wichtige Rolle übernahm dabei der Hildesheimer Pascal Griebner, der als Jugendsprecher für das gesamte Jugendcamp ganz unterschiedliche Themen zur Sprache brachte. Als Beispiele nannte er störende Riesenpfützen, zusätzliche Mülltonnen oder längere Essensausgabezeiten. Für Dustin Steiner aus Bodenburg war es das erste Landesjugendfeuerwehrzeltlager. „Das Programm bringt viel Abwechslung. Ich bin schon sehr gespannt aufs Klettern“, erläutert der 13-Jährige.

Nach einer Woche kehrt auf dem Areal wieder Ruhe ein. Doch schon jetzt stellt sich bei vielen die Vorfreude auf das nächste Zeltlager in drei Jahren ein. mi

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