150 Biker nehmen am Motorradgottesdienst in Werder teil

Der Pastor ist im Beiwagen unterwegs

WERDER  Eigentlich findet Deutschlands größter Motorradgottesdienst in Werder statt. „Im Verhältnis gibt es an dem Tag hier mehr Motorräder als Einwohner. Da hat es doch Hamburg beispielsweise schwer“, meinte Pastor Dennis Sindermann zum Auftakt der mittlerweile zwölften Veranstaltung mit einem Augenzwinkern. Etwa 150 Biker nahmen daran teil.

Längst ist die Veranstaltung zum Kult in der Region geworden. Zu den regelmäßigen Gästen zählt zum Beispiel Dieter Kittelmann aus Eime. Er gehört zur Gruppe der Leine-Vorharz-Biker, die sich 2006 formiert haben. Der Biker schätzt vor allem die gute Organisation durch das Mogo-Team in Werder. So seien zum Beispiel die Kreuzungen komplett für den Konvoi gesperrt.

„Auch das Programm im Anschluss an die Ausfahrt kann sich immer sehen lassen. Daher komme ich immer wieder gerne nach Werder“, berichtete Dieter Kittelmann, der mit einer Honda Shadow die gut 120 Kilometer lange Ausfahrt durch den Harz meisterte. Kollege Siegfried Döring aus Sibbesse lobt die gute Gemeinschaft: „Das ist wie eine große Familie.“ Mit seiner blitzblank geputzten Hyosung Aquila aus Korea, die der passionierte Biker seit zehn Jahren sein Eigen nennt, sorgt er bei Treffen immer wieder für neugierige Blicke.

Zeichen gegen Raserei

Traditionell stand der Tag unter dem Motto „Miteinander statt Gegeneinander“. „Es geht auch darum, auch ein Zeichen gegen die Raserei zu setzen. Keinem gehört die Straße, jeder muss Rücksicht nehmen“, erklärte Dennis Sindermann.

Die Gemeinde gedachte durch das Entzünden von Kerzen den Verkehrstoten des vergangenen Jahres. Symbolhaft legten die Biker ein Kreuz aus Helmen vor den Altar. „Das Motorradfahren bringt ein Stück Freiheit, da ist man ganz nah dran an der Natur“, kam Dennis Sindermann ins Schwärmen. Die Luft konnte sich der Pastor dann bei der Ausfahrt gleich um die Nase wehen lassen. Er nahm dazu im Beiwagengespann von Rainer Philipps Platz, das den langen Tross gleich hinter den beiden Polizeimotorrädern anführte. Das Krad mit dem markanten Posthorn hat er vor etlicher Zeit nach einem Unfall wieder aufgebaut. „Das Motorrad sollte eine kräftige Farbe haben“, berichtet der Königsdahlumer. Das Posthorn war dann noch eine witzige Beigabe. Die gemeinsame Tour führte in Richtung Clausthal-Zellerfeld und zur Okertalsperre.

Verlosung

Nach gut drei Stunden endete der Ausflug wieder in Werder. Vor dem Dorfgemeinschaftshaus warteten da schon leckere Speisen und kühle Getränke auf die Teilnehmer. Großen Zuspruch fand auch wieder die Verlosung von wertvollen Preisen. Die glücklichen Gewinner durften zum Beispiel über Gutscheine oder einen der vielen Sachpreise mit nach Hause nehmen. mi

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