Wechsel an der Spitze der Netter Wehr / Vater übergibt Amt an seinen Sohn

Neuer Ortsbrandmeister

Oliver Gaus übernimmt nun von seinem Vater Friedhelm die Tätigkeit als Ortsbrandmeister in Nette, der 24 Jahre für die Feuerwehr verantwortlich zeichnete. Foto: Vollmer

NETTE Nach 24-jähriger Tätigkeit als Ortsbrandmeister und fünf Jahren als Stellvertreter hat Friedhelm Gaus seine Arbeit im Kommando der Freiwilligen Feuerwehr Nette wegen des baldigen Erreichens der Altersgrenze beendet. Der Job bleibt aber in der Familie. Oliver Gaus ist in die Fußstapfen des Vaters getreten.

Sein Entschluss, die Leitung der Ortswehr zu übernehmen, ist im Laufe des vergangenen Jahres gereift. Neben aufmunternden Worten aus der Familie erhielt er auch von den übrigen Mitgliedern Zuspruch. „Ich weiß ja, was mich alles erwartet. Ich freue mich auf die Tätigkeit“, sagt der 32-Jährige, der sich in geheimer Wahl gegen Ralf Sander, der als Stellvertreter ebenfalls zur Wahl angetreten war, deutlich mit 18:6-Stimmen durchsetzte.

Der neue Chef der Wehr will der Linie seines Vaters treu bleiben. „Schließlich ist er ja 24 Jahre damit gut gefahren“, sagt Oliver Gaus, der ebenfalls zu den Aktiven des Musikzuges gehört. Der Netter will versuchen, das Orchester auch weiterhin am Schlagzeug zu unterstützen. „Die Arbeit hat mir immer Spaß bereitet. Auch die Zusammenarbeit mit den verschiedensten Stellen konnte kaum besser sein“, betont der scheidende Ortsbrandmeister, dem bis zur Feuerwehrruhestand noch ein Jahr im Kreise der Aktiven bleibt. „So muss ich nicht gleich von hundert auf null runter“, sagte Friedhelm Gaus, der mit zu den dienstältesten Ortsbrandmeistern im Stadtgebiet zählt, zum Abschied. Da schwang schon ein wenig Wehmut mit.

Im Jahr 2015 gab es für die Retter aus Nette allerhand zu tun. Während sonst der Weinberg meist das Ziel war, wurde die Ortswehr in den vergangenen Monaten mehrfach auf die Landesstraße 493 gerufen. Ein schwerer Unfall, bei dem zwischen Nette und Henneckenrode eine Frau ums Leben kam, ist den Aktiven bis heute in Erinnerung geblieben. Zu den zehn Hilfeleistungen kommt der Brand eines Papiercontainers. Bürgermeister Rainer Block bedankte sich für die geleistete Arbeit zum Schutze der Bürger. Stadtbrandmeister Alfred Schneider machte darauf aufmerksam, dass die Retter aus Nette als Wehr mit Grundausstattung die meisten Einsätze absolviert haben. Schneider berichtete, dass sich Freiwillige Feuerwehr Jerze wegen personeller Probleme der Ortshäuser Wehr als Löschgruppe anschließen will. In Jerze gibt es derzeit noch 16 Aktive. Zwei müssten es mehr sein, um die Mindeststärke zu erreichen. „Es geht an die Nieren, Tote aus den Fahrzeugen zu holen. Daher ist eine Nachbesprechung sehr wichtig. Den Notfallseelsorgern, die auch in Nette zur Stelle waren, gebührt genauso ein Dank“, sagte Schneider.

Im Stadtgebiet gab es 2015 insgesamt 26 Brände und 53 Hilfeleistungen. Im Jahr 2016 besuchen die Netter die Feste in Sillium, Heersum und Barienrode. Ortsbürgermeisterin Patricia Neddermeier bedankte sich für die Hilfsbereitschaft der Wehr. Für sie war es die letzte Hauptversammlung, da sie im September bei der Kommunalwahl nicht mehr antreten wird. mi

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