Taufe der Wilhelm-Busch-Halle in Bockenem / Keine Verwechslungen mehr

Namenlose Zeit beendet

Zahlreiche Gäste nehmen an der Taufe der Wilhelm-Busch-Halle, die den Bockenemern für die unterschiedlichsten Veranstaltungen zur Verfügung steht, teil. Foto: Vollmer

BOCKENEM Der Umbau der kleinen Sporthalle an der Karl-Binder-Straße war für die Stadt Bockenem ein Glücksfall. Seitdem es dort eine Bühne gibt, finden dort nicht nur sportliche Aktivitäten statt, sondern Begegnungen der unterschiedlichsten Art. Das Spektrum reicht von Konzerten über Vorträge bis zu Versammlungen. Nur ein Name fehlte bislang. So mussten Besucher oftmals rätseln, wo sie denn hin müssen. Dem Bockenemer Ortsrat ist es zu verdanken, dass diese Zeit nun ein Ende hat.

Viele Gründe hätten dafür gesprochen, die Halle nach Wilhelm Busch zu benennen. Schließlich hat der Dichter ganz in der Nähe gelebt. Oftmals besuchte er Bockenem, um dort in einer Kneipe ein Bier zu trinken.

Lange Zeit gab es die Wilhelm-Busch-Realschule am Thornburyplatz. Die Rektorin der Oberschule, Dagmar Pallinger, erinnerte bei der offiziellen Taufe der Wilhelm-Busch-Halle daran, dass der damalige Stadtdirektor Günter Rademacher den Stein ins Rollen gebracht hat. Rund 650 000 Euro hat sich der Landkreis Hildesheim als Schulträger im Jahr 2009 den Umbau kosten lassen. Die Stadt Bockenem stellte für das Vorhaben einen Zuschuss von 50 000 Euro zur Verfügung. „Es gibt viele Nutznießer aus dem Umbau. Dazu zählt auch die Kulturarbeit“, berichtete Dagmar Pallinger. Der zuständige Dezernatsleiter beim Landkreis Hildesheim, Eckhard Speer, begrüßte die Namensgebung.

Der Landkreis sei dem Wunsch des Ortsrates gern gefolgt. Verwechslungen kann es nun nicht mehr geben. Der Dezernatsleiter erinnerte daran, dass 2007 eine Diskussion darüber begann, wie weit eine Sanierung gehen kann. Zeitgleich sei nach dem Verkauf des früheren Realschulgebäudes die Aula samt Bühne weggefallen. In der Rückschau sei es seitens des Landkreises und der Stadt die richtige Entscheidung gewesen, eine Multifunktionshalle zu schaffen. „Es wurde ja dringend ein Raum für diverse Veranstaltungen benötigt“, erläuterte der Dezernatsleiter. Bürgermeister Martin Bartölke freute sich über die Initiative des Ortsrates, die namenlose Zeit zu beenden. Ortsbürgermeister Siegfried Berner ist überzeugt davon, dass die Wilhelm-Busch-Halle für die unterschiedlichen Interessengruppen ein guter Platz ist, um sich zu treffen. „Die Halle ist eine tolle Einrichtung. Der Name passt gut“, meinte Heidrun Heinke stellvertretend für die Kulturschaffenden aus der Stadt. Sie wünschte sich eine Verdunklungsmöglichkeit für die Fenster. Gerade bei Aufführungen bringe das hereinscheinende Licht Probleme mit sich. Zur Finanzierung könnte sich Heidrun Heinke auch eine Benefizveranstaltung vorstellen. „Die Umsetzung ist bestimmt nicht von heute auf morgen zu machen“, vermutet Heinke. Die Namensschilder, die sich in ihrer Gestaltung an dem Gesamtbild der Schule orientieren, sind bereits vor einiger Zeit an den beiden Eingängen angebracht worden. Die Kasse 7aR hatte sich unter Regie von Sabrina Sternal mit dem Dichter Wilhelm Busch intensiv beschäftigt. Zur Einweihung stellten die Schüler Collagen, den Lebenslauf, zwei Gedichte und Sketche vor. Natürlich durften dabei auch „Max und Moritz“ nicht fehlen. Die Gäste belohnten die Darbietungen mit kräftigem Applaus.

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