Robert Linde und Karl Müller stellen dritten Band ihres Heimatbuches vor

Lebendig und abwechslungsreich

Die Herausgeber Robert Linde und Karl Müller. Foto: Vollmer

SCHLEWECKE J Im neuen Buch von Robert Linde und Karl Müller findet der Leser eine bunte Mischung von Anekdoten, Berichten und Beschreibungen aus der Ortschaft Schlewecke. „Natürlich kommen auch die Persönlichkeiten aus dem Dorf zu Wort“, erklären die beiden Herausgeber, die den dritten Band der Reihe „Schlewecke früher“ in Eigenregie aufgelegt haben.

Zusammen mit den beiden ersten Büchern, die in den Jahren 2007 und 2012 erschienen sind, soll das Folgewerk zudem ein möglichst lebendiges und abwechslungsreiches Bild des Lebens rund um das Dorf bieten.

Anders als im zweiten Band, der sich ausschließlich um die Schlewecker Marienkirche und das Pastorenhaus drehte, werden erneut die unterschiedlichsten Themen in den Blickpunkt gerückt. Außerdem möchten die beiden Herausgeber dem nicht mehr so bekannten „Schlewecker Plattdeutsch“ ein kleines Denkmal setzen und verhindern, dass es einfach untergeht.

Ein Dank gilt besonders den Mitgliedern der „Plattdeutschen Runde“ in Schlewecke. „Deswegen werden mit wenigen Ausnahmen alle Beiträge zweisprachig auf Platt und Hochdeutsch wiedergegeben. Die beiden Fassungen stehen Absatz für Absatz genau nebeneinander. Wer will, kann beides ganz bequem miteinander vergleichen“, erläutern die Autoren. Für Robert Linde und Karl Müller ist es neben der Pflege der Mundart genauso ein Anliegen, möglichst viele Bilder zu zeigen. „Selbst nicht so alte Motive können uns etwas von früher erzählen. Insgesamt sind es über einhundert Stück, die dazu beitragen, uns das Schlewecke von früher noch einmal erleben zu lassen“, berichtet der 90-jährige Karl Müller.

Bei den Vorbereitungen konnten die Autoren quasi aus dem Vollen schöpfen. „Es liegt noch so viel Material vor. Das reicht sicherlich noch für einen Band“, meint Linde. Sein Kollege Karl Müller verfügt als einer der ältesten Einwohner über umfassende Kenntnisse aus Schlewecke. „Es macht Spaß, Parallelen ganz gleich ob positiver oder negativer Art von früheren zu heutigen Zeiten herzustellen“, betont der 90-Jährige, der im vergangenen Jahr aufgrund seiner heimatkundlichen Verdienste mit der Ehrenmedaille der Stadt ausgezeichnet wurde.

Sein Interesse für Begebenheiten aus dem Dorf setzte schon in jungen Jahren ein. „Ich habe genau hingehört, wenn sich die älteren Leute etwas erzählt haben“, sagt Müller.

Ein Kapitel widmen die Heimatforscher dem Hochwasser in Schlewecke. Zu sehen sind Bilder aus den vergangenen 90 Jahren. Da mussten Linde und Müller ganz schön in den Archiven stöbern. „Die Menschen hatten schließlich anderes im Sinn, als die großen Mengen an Wasser zu fotografieren“, sagt Linde. Dennoch ist es ihnen gelungen, eine Übersicht aus verschiedenen Jahren zu veröffentlichen. „Es kann eigentlich nur zu einer solchen Hochwassersituation kommen, wenn im Dorf und den oberhalb gelegenen Straßen auf einem kleinen Gebiet ein besonders starker Schauer niedergeht. Wir schätzen, dass das im Mittel alle zehn bis 15 Jahre passiert“, so die Herausgeber. Gleich 56 Seiten widmen die beiden Experten der Braunschweigischen Eisenbahn und den Schlewecker Bahnhof in den Jahren 1838 bis 1939. „Die meisten Leute wissen noch, dass das Dorf früher einen richtigen Bahnhof besaß. Der lag 800 Meter vom Ort entfernt. Gegenübergestellt werden auch die Spitznamen von Ortschaften im Ambergau.

Der 378 starke dritte Band aus der Reihe „Schlewecke früher“ kann ausschließlich von den beiden Autoren Robert Linde und Karl Müller bezogen werden. mi

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