Wiedereinweihung von St. Pankratius am 27. April geplant

Kirchensanierung befindet sich auf der Zielgeraden

Malermeister Rolf Palandt (links) und Thido Saueressig vom Amt für Bau und Kunstpflege begutachten unter der Kirchendecke das Ergebnis der bisherigen Arbeit. Foto: Vollmer

BOCKENEM Rolf Palandt hat als Malermeister und Restaurator schon in vielen Kirchen und historischen Gebäuden Hand angelegt. Doch in seiner Heimatkirche tätig sein zu dürfen, erfüllt den Bockenemer schon ein wenig mit Stolz. „Wenn ich einmal nicht mehr bin, bleibt zumindest für eine sehr lange Zeit eine schöne Arbeit zurück“, sagt Rolf Palandt. Für das riesige Gerüst, das derzeit noch mitten in der 600 Jahre alten St.-Pankratius-Kirche steht, sind die Tage gezählt. Es wird in nächster Zeit abgebaut. Dann geht es an die Feinarbeiten, damit am 27. April nach etwa einjähriger Sanierungszeit die Wiedereinweihung gefeiert werden kann.

Auch Thido Saueressig vom Amt für Bau- und Kunstpflege in Hildesheim ist mit dem Verlauf der Arbeiten zufrieden. „Es gab keine großen Überraschungen. Auch die Kosten liegen im veranschlagten Rahmen“, erläutert der Experte, der auf den eng gesteckten Zeitrahmen verweist. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 650 000 Euro. Den Löwenanteil davon trägt die hannoversche Landeskirche.

Im Mittelpunkt der Sanierung standen große Teile des Daches. Das Holz befand sich in einem schlechten Zustand. „Die Arbeiten gingen sehr zügig über die Bühne“, erinnerte Thido Saueressig. Außerdem funktionierte schon längere Zeit die Wasserableitung nicht mehr. Flüssigkeit lief in die Wand, sodass das Mauerwerk Schaden nahm. Etwas überrascht sei Saueressig darüber gewesen, dass sehr viel Putz ausgetaucht werden musste. Etwa zehn Wochen nahmen diese Arbeiten in Anspruch. Fast nahtlos schlossen sich die Maler- und Elektroarbeiten im Kirchenschiff an.

Der Arbeitsplatz von Malermeister Rolf Palandt befindet sich derzeit in luftiger Höhe. Unter der Kirchendecke sorgt der Experte dafür, dass die Bögen oder Säulen wieder in einem neuen Glanz erstrahlen. Ganz bewusst wurde die alte Farbschicht in diesen Bereichen nicht mit dem Sandstrahlverfahren entfernt. „Die alten Malereien, die um 1850 entstanden sind, sollten nicht vollständig vernichtet werden“, erläutert Thido Saueressig. Rolf Palandt brachte dort in mühevoller Feinarbeit eine spezielle Sandsteinlasur auf. Nachfolgende Generationen können dann neu entscheiden, ob vielleicht die alten Malereien doch mal wieder das Tageslicht sehen sollen. Wenn der letzte Pinselstrich getan ist, kommt die gotische Art wieder besonders zur Geltung. Wandmalereien würden überdies nicht in diese Epoche passen, sagen die Fachleute.

Nach dem Abbau des Gerüsts kommen die Bänke wieder in die Kirche zurück. Es folgen die Lautsprecher und das Kruzifix. Das alles kann aus logistischen Gründen nur nacheinander passieren.

Auch die entsprechenden Vorarbeiten für das neue Beleuchtungssystem sind schon geschehen. Es hat sich gezeigt, dass die inzwischen fast 50 Jahre alte Beleuchtung in St. Pankratius technisch nicht mehr auf dem erforderlichen Stand ist. „Darüber hinaus genügt sie auch den heutigen Ansprüchen an eine angemessene Ausleuchtung des Kirchenraumes längst nicht mehr“, erklärte Pastor Ralph Thomas Strack. Zunehmend werde die Kirche ja über die regelmäßigen Gottesdienste hinaus auch für Konzerte und kulturelle Veranstaltungen genutzt.

„Gerade noch vor der Renovierung haben wir zusammen mit der Singakademie Niedersachsen die Johannespassion realisieren können, in diesem Jahr werden wir im November eine große Hubertusmesse sicher im Programm haben“, so der Pastor. Daher hat der Kirchenvorstand gemeinsam mit dem Amt für Bau und Kunstpflege nach einer Alternative gesucht, die sowohl technischen als auch ästhetischen Ansprüchen genügen kann. Die Wahl fiel auf Pendelleuchten. Die Beschaffung der 23 neuen Lampen samt Strahler kostet rund 25 000 Euro. Dazu kommt noch eine Steuerungsanlage für 7 600 Euro, die je nach Situation eine variable Ausleuchtung ermöglicht. Die Gemeinde ist in diesem Punkt federführend.

Um die Finanzierung der Gesamtkosten in Höhe von von 32 600 Euro sicherzustellen, setzt die Gemeinde auf öffentliche Mittel sowie auf die private Spendenbereitschaft. So beschloss zum Beispiel die Stadt einen Zuschuss in Höhe von 2 500 Euro, 4 300 Euro geben die Weule-Stiftung sowie die Familie Weule dazu. Private Einzelspenden stehen mit 600 Euro im Finanzplan. Der Ortsrat Bockenem überweist 500 Euro an die Kirchengemeinde. Die Eigenmittel betragen nach dem derzeitigen Stand rund 7 700 Euro. Als zusätzliche Mittel kommen von der Landeskirche und dem Kirchenkreis jeweils 4 000 Euro dazu. „Über weitere Zuwendungen würden wir uns freuen“, erklärt der Geistliche.

Pastor Strack freut sich schon jetzt auf die Wiedereinweihung, die am Sonntag, 27. April, stattfindet. Im Festgottesdienst kommt auch die Musik nicht zu kurz. Am Nachmittag bietet die Gemeinde unter anderem Kirchenführungen an. Die Besucher können dann auch Bereiche in Augenschein nehmen, die sonst nicht zugänglich sind. Fachleute stehen den Gästen mit Rat und Tat zur Seite. mi

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