Verein für Heimatkunde im Ambergau kürt Gewinner des Fotowettbewerbs

Früherer Stadtheimatpfleger hegt Kritik

Maike Becker überreicht stellvertretend Alfred Hinz die erste Jahrestasse mit dem Gewinner-Motiv des Fotowettbewerbs. Die Jury hat eine Ansicht des Buchholzmarktes ausgewählt. Foto: Vollmer

BOCKENEM  Der Verein für Heimatkunde im Ambergau plant ein gemeinsames Projekt mit der Grundschule Bornum. Dort lagern auf dem Dachboden eine Reihe historische Gegenstände. Mit diesen Gerätschaften und Arbeitsmitteln aus vergangenen Tagen sollen sich die Jungen und Mädchen demnächst näher beschäftigen. „Unter anderem geht es darum, eine genaue Beschreibung, Arbeitsanleitung oder Fotos zu erstellen“, berichtete die Vorsitzende des Heimatkundevereins, Maike Becker, während der Hauptversammlung. Anschließend ist eine Präsentation im Schaufenster des Pressegeschäftes Kramm mit entsprechender Dokumentation in der Bönnier Straße geplant. Ebenso soll geprüft werden, ob eine Ausstellung nicht auch in Bornum möglich ist. Zunächst will sich die Schulleitung einen genauen Überblick über die die altertümlichen Gegenstände verschaffen. „Uns liegt sehr am Herzen, die Heimatkunde an den Schulen zu etablieren“, erklärte Maike Becker.

Die Jahresversammlung war auch ein guter Anlass, um den Gewinner des ersten Fotowettbewerbs des Heimatkundevereins zu küren. 23 Motive der unterschiedlichsten Art sind im Vorfeld eingegangen. Die Wahl fiel am Ende auf ein Foto von Gabriele Hinz. Es zeigt den Bockenemer Buchholzmarkt. Ihre Ansicht ist nun auf einer mit 50 Stück limitierten Jahrestasse, die zum Preis von neun Euro bei den Heimatkundlern erhältlich ist, zu sehen. Dazu erhält jeder Besitzer ein Echtheitszertifikat.

Die Mitglieder haben in der Versammlung verschiedene Satzungsänderungen auf den Weg gebracht. Ziel ist die Eintragung in das Vereinsregister sowie die Anerkennung der Gemeinnützigkeit durch das Finanzamt. „Es dürften nun so ziemlich alle Hürden genommen sein“, meinte die Vorsitzende. Der Verein plant, die Mitgliederzeitung „Längs der Nette“ wieder zu etablieren. Es muss aber noch die Finanzierung sichergestellt werden. Ebenfalls planen die Bockenemer ein Gespräch mit den Heimatfreunden aus Rhüden.

Höhepunkte im vergangenen Jahr waren zum Beispiel eine Exkursion nach Herrenhausen, ein Stand beim Ambergautag, die Besichtigung der Marienburg oder eine Lesung über alte Handwerkszünfte. Sehr gut kam auch wieder das Volksliedersingen mit Kantor Christoph Pannek an. Stadtheimatpfleger Dieter Rüdiger berichtete über seine Beteiligung an den laufenden Antragsverfahren zum landschaftlichen oder städtebaulichen Entwicklungsprojekt. Viel Zeit hätte die Vorbereitung des Ambergautages in Anspruch genommen. „Besonders die letzten sechs Wochen waren sehr intensiv“, so der Störyer. Er schätzt die Besucherzahl auf rund 2000. Bei gutem Wetter sei der Zuspruch sicher noch größer gewesen, vermutet der Stadtheimatpfleger.

Die „Plattduitschen Frünne“ im Verein für Heimatkunde waren 2014 Gastgeber für drei Treffen mit insgesamt 95 Teilnehmern. Ein plattdeutscher Gottesdienst findet am 5. Juli statt. Weitere Termine sind am 19. Juni in Ortshausen sowie am 2. Oktober in Bornum. Der Heimatkundeverein plant in diesem Jahr eine Exkursion zum PS-Speicher und der Senfmühle in Einbeck, eine Besichtigung des Dorfes Hary mit Besuch des Outdoor-Kochs Carsten Bothe oder eine Halbtagesfahrt zum Fagus-Werk Alfeld.

Die Vorstandswahlen ergaben folgendes Ergebnis: Vorsitzende Maike Becker, Stellvertreter Nils-Peter Oelhoff, Kassenleiterin Hannelore Steinhauer, Schriftführer Heinz Krusch, Beisitzer Dieter Rüdiger und Friedrich Niehoff.

Der frühere Stadtheimatpfleger Manfred Klaube bemängelte, dass die Stadtgeschichte im Museum im Vergleich zu früheren Zeiten zu kurz kommt. „Die Darstellung von Bockenem als bedeutende Stadt mit vielen Zünften in früheren Jahrhunderten oder vier große Brände fehlen komplett“, erläuterte Manfred Klaube. Er sieht dringenden Sanierungsbedarf für das Haus Papenberg. Außerdem dürfe es durch die Unterbringung des Stadtarchivs in dem historischen Gebäude nicht so viel Publikumsverkehr geben. Ihm missfällt auch, dass es in Bornum scheinbar keinerlei Bestrebungen mehr in Sachen historischer Hochofen seitens der Stadt und des Ortsrates gibt. „Es geht einfach nicht voran“, betont Klaube, der die Sache für sich mittlerweile zu den Akten gelegt hat. mi

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