Erste Impfaktion gegen das Corona-Virus in Bockenem

150 Impfdosen stehen bereit

Waltraud Rathmann (82 Jahre) erhält von Juliane Knust die erste Covid-19 Impfung.
+
Waltraud Rathmann (82 Jahre) erhält von Juliane Knust die erste Covid-19 Impfung in Bockenem. „Hat sie sehr gut gemacht“, lautete anschließend ihr Kommentar.

Bockenem – Waltraud Rathmann schreibt ein wenig Bockenemer Geschichte. Die 82-Jährige hat beim ersten Corona-Impftermin in Bockenem Dienstagmorgen kurz vor 10 Uhr den entscheidenden Piks erhalten. „Es war eine große personelle Kraftanstrengung, den Termin zu realisieren. Aber es lohnt sich. Die Senioren müssen nicht nach Hildesheim in das Impfzentrum fahren“, erklärt Bürgermeister Rainer Block. 

Ihm sei es ein großes Anliegen gewesen, dass das mobile Impfteam in den Ambergau kommt. Insgesamt 150 Impfdosen standen gestern zur Verfügung. Doch das Interesse an einer Covid-19 Schutzimpfung war weitaus größer. Im Vorfeld hatte die Stadtverwaltung fast 780 Briefe an die über 80-jährigen Senioren im Stadtgebiet verschickt. 533 hatten anschließend ihr Interesse an einer Impfung in der Bockenemer Grundschulturnhalle bekundet. Die Termine wurden in der Reihenfolge des Einganges im Rathaus vergeben. Wer gestern nicht an die Reihe kam, bleibt auf der städtischen Warteliste. „Wir haben alle Vorgaben für den Termin erfüllt. Dazu mussten ein Hygienekonzept aufgestellt und entsprechend auch eine Reinigung sichergestellt werden“, erläutert der Verwaltungschef. Um die Vorbereitungen hatten sich in den vergangenen Wochen Mitarbeiterin Pia Rohrbach und Stadtjugendpfleger Lutz Brunotte bemüht. Insgesamt waren gestern allein sieben Verwaltungsmitarbeiter im Einsatz, zur Unterstützung des mobilen Impfteams aus Alfeld kamen weitere Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bockenem und der DRK-Bereitschaft Bornum/Rhüden, die bei Komplikationen sofort eingreifen konnte. „Der Schulbetrieb und die Impfaktion lassen sich hervorragend trennen“, so der Bürgermeister. Die Senioren wurden in Gruppen zu jeweils fünf Personen im 15-Minuten-Rhythmus bestellt. Im Einbahnstraßensystem absolvierten sie von der Ankunft über das notwendige Arztgespräch bis zur eigentlichen Impfung und der anschließenden Ruhephase von 15 Minuten die einzelnen Stationen. Der Bürgermeister bekräftigte, dass es vor Ort weitere Termine geben müsse. „Und es muss nicht alles bürokratisch oder aufwändig ablaufen“, meinte Rainer Block. So wurden zum Beispiel zum Absperren einzelner Bereiche einfach Turngeräte benutzt. Für den Verwaltungschef sind nicht nur Termine für die über 80-Jährigen im ländlichen Raum denkbar. Gegen 18.30 Uhr war die erste Corona-Impfaktion in Bockenem beendet. Waltraud Rathmann und die anderen Senioren aus dem Stadtgebiet werden in drei Wochen wieder zur Turnhalle eilen, um für den vollständigen Schutz vor dem Virus die zweite Impfdosis zu erhalten.  mi

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare