Fünftes Bürgermahl spült rund 3000 Euro in die Kasse der Bürgerstiftung

Auf eine Sache konzentrieren

Der Hildesheimer Uni-Professor Hannes Schammann hält beim fünften Bürgermahl einen Vortrag über die Grenzen ehrenamtlichen Engagements in der Flüchtlingsarbeit. Foto: Vollmer

BÖNNIEN Das fünfte Bürgermahl hat einen Erlös von rund 3000 Euro in die Kasse gespült. Damit sind die Initiatoren mehr als zufrieden. „Ein Dank gilt allen 108 Teilnehmern. Darüber hinaus haben wir sehr viele Zuwendungen von Interessierten erhalten, die nicht beim Essen dabei sein konnten“, erklärte der Vorsitzende der Bürgerstiftung Bockenem/Ambergau, Detlef Kentler.

Von dem Ertrag sei es möglich, zehn bis zwölf unterschiedliche Vorhaben zu unterstützen. „Das Bürgermahl hat seinen festen Platz in der Stadt gefunden“, sagte Kentler. Das Geld würde ohne Umwege die bedürftigen Menschen vor Ort erreichen. Bei der Gelegenheit informierte der Vorsitzende auch über die fünf größten Förderprojekte des vergangenen Jahres. Dazu zählten die Hausaufgabenhilfe, der soziale Tannenbaum, die Unterstützung, der Frühschwimmerunterricht oder die Sprachförderung der Flüchtlinge.

Seit der Gründung vor sechs Jahren seien etwa 25 000 Euro ausgeschüttet worden. „Schon allein deshalb hat es sich gelohnt, die Stiftung ins Leben zu rufen. Leider macht uns das niedrige Zinsniveau zu schaffen. Daher geht es ohne Zustiftungen nicht“, erläuterte Kentler. Ein großer Wunsch von ihm, dass sich die Mitgliederzahl spürbar erhöht, sei allerdings noch nicht in Erfüllung gehalten. „Da sind die Menschen hier doch sehr zögerlich“, so der Vorsitzende. Er will die Hoffnung aber nicht aufgeben, dass es auch in diesem Punkt irgendwann mal bergauf geht. „Dagegen sind wir mit dem Stiftungsvermögen von rund 200 000 Euro zufrieden“, meinte der Vorsitzende.

In diesem Jahr fand das Bürgermahl in der Bönnier Gaststätte Maas statt. Vor dem Festmahl gestaltete Pastor Werner Warnecke in der Christuskirche einen Gottesdienst, Die musikalische Begleitung lag in den Händen von Sonja Krause. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Vortrag von Hannes Schammann, der als Juniorprofessor für Migrationspolitik an der Uni Hildesheim tätig ist. Er hat in seiner beruflichen Laufbahn zahlreiche Projekte rund um Migration und Integration konzipiert und begleitet.

Schwerpunkte dabei waren die Themenfelder „Flucht und Asyl“, „Islam in Deutschland“, „Migration und Arbeitsmarkt“ sowie „Willkommenskultur und Interkulturalität“. Seinen Vortrag hatte Hannes Schammann unter den Titel „Grenzen des Engagements? Freiwillige in der Flüchtlingsarbeit“ gestellt. Die freiwillige Arbeit dürfe niemanden überfordern, meinte Schammann. Er empfahl allen Engagierten, sich nur gezielt auf eine Sache zu konzentrieren. „Das kann zum Beispiel der Deutschkurs sein“, sagte der Professor.

Supervision

Eine Frage war auch, wie weit der Helfer persönliche Schicksale an sich heranlässt. Als sehr wichtig beschrieb der Experte auch die Unterstützung der freiwilligen Helfer durch Staat und Politik, zum Beispiel durch eine Supervision.

Der Stiftungsvorsitzende bedankte bei dem Gastredner ganz besonders dafür, dass er auf sein Honorar verzichtet hat.

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