Bürgermahl der Bürgerstiftung Bockenem/Ambergau mit Rekordbeteiligung

Diesmal über 100 Gäste

Dr. Michael Ermrich sprach beim dritten Bürgermahl zum Thema „Die friedliche Wiedervereinigung zwischen Ost und West an den Harzgrenzen“. Mehr als 100 Gäste nahmen daran teil. Foto: Vollmer

VOLKERSHEIM Beim ersten Bürgermahl vor drei Jahren waren nicht mal 40 Anmeldungen beim Vorstand der Bürgerstiftung Bockenem/Ambergau eingegangen. Wegen des geringen Interesses stand die Veranstaltung auf der Kippe. Durch zahlreiche Telefonate gelang es dann doch, dass am Ende 80 Gäste an den festlich geschmückten Tischen Platz nahmen. Mittlerweile hat sich das Bürgermahl bei den Einwohnern etabliert.

Das wird vor allem beim Blick auf die Teilnehmerliste deutlich. Mehr als 100 Gäste waren zur dritten Auflage in die Gaststätte Linne nach Volkersheim gekommen. „Wir wollten mehr machen als nur Geld einsammeln. So ist damals die Idee entstanden, ein Bürgermahl auf die Beine zu stellen“, erinnerte der Stiftungsvorsitzende Detlef Kentler.

Zur Tradition gehört, dass vor dem Mahl ein prominenter Gast zu den Besuchern spricht. In diesem Jahr konnte der Vorstand Dr. Michael Ermrich verpflichten. Der ehemalige Landrat des Harzkreises und geschäftsführende Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes berichtete zum Thema „Die friedliche Wiedervereinigung zwischen Ost und West an den Harzgrenzen“.

„Viele der jüngeren Menschen können mit der damaligen Zeit nichts anfangen. Wir stehen in der Verpflichtung, unser Wissen weiterzugeben“, erklärte der dienstälteste Landrat in Sachsen-Anhalt. Der Kommunalpolitiker schilderte die Situation zu Zeiten der Diktatur und erinnerte ebenfalls an die Arbeiteraufstände. „Ziel der Menschen war es, durch ihre friedlichen Proteste freie demokratische Wahlen durchzusetzen“, berichtete Michael Ermrich, der 1990 zum Oberkreisdirektor ernannt wurde. Der Christdemokrat wurde 1994 Landrat des Landkreises Wernigerode, von 2007 bis 2013 war Ermrich Chef des Landkreises Harz. Im Sommer 2013 erfolgte seine Bestellung zum Präsidenten des Ostdeutschen Sparkassenverbandes.

Unvergessen bis heute sei für ihn die Wanderung zum Brocken am 3. Dezember 1989. „Niemand wusste, ob wir dorthin gelangen“, blickte Ermrich zurück. Als sich dann doch die Tore öffneten, gab es für die Menschen kein Halten mehr. Heute richtet dort der Harzklub, dessen Hauptvorsitzender Michael Ermrich ist, traditionell am 3. Oktober eine große Wiedervereinigungsfeier aus. Nach der Rede ließen sich die Besucher Schinkenkrustenbraten, Putengeschnetzeltes und andere Leckereien schmecken. Bei den letzten Veranstaltungen verbuchte die Bürgerstiftung am Ende einen Reinerlös von rund 2 000 Euro für die gute Sache. „Das Geld hilft uns, vor Ort verschiedene Projekte zu fördern“, sagte der Stiftungsvorsitzende. Zur Tradition gehörte es auch, dass sich die Gäste vor dem Essen zu einem Gottesdienst in der Kirche trafen. mi

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