Antragsverfahren läuft an / Unternehmen investiert 1,65 Millionen 

Krematorium für Tiere geplant

Das Tierkrematorium soll im Gewerbepark Bockenem gebaut werden.
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Das Tierkrematorium soll im Gewerbepark Bockenem gebaut werden.

Bockenem – Die Stadt Bockenem soll eines der ersten Krematorien für Pferde in Deutschland bekommen. Dort sollen bis zu 200 Tiere im Jahr eingeäschert werden. Dazu bietet das Unternehmen auch die Möglichkeit, Haustiere wie Hunde oder Katzen zu kremieren. 

Der Geschäftsführer der Firma Cremare Tierkrematorien GmbH, Eric Bulteux, hat den Bockenemer Ratsmitgliedern die Pläne im Detail vorgestellt. Wie Bürgermeister Rainer Block mitteilte, sind die Kaufverhandlungen für das etwa 3500 Quadratmeter große Grundstück im Gewer-bepark an der Walter-Althoff-Straße bereits abgeschlossen. Das etwa 1100 Quadratmeter große und knapp acht Meter hohe Gebäude des Tierkrematoriums soll sich gut in das Gewerbegebiet einfügen und sei optisch entsprechend gestaltet. Nun wurde das nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz notwendige Genehmigungsverfahren in Gang gesetzt. Rainer Block ist bewusst, dass das Thema kontrovers diskutiert werden könnte. Ihm sei es aber wichtig, die Öffentlichkeit vor Verfahrensbeginn zu informieren.  Der Geschäftsführer rechnet damit, dass die ersten Einäscherungen nach Genehmigung und Bauphase im Jahr 2022 stattfinden. Rund 1,65 Millionen Euro will das überregional tätige Unternehmen in Bockenem investieren. Für den neuen Standort im Ambergau hätten laut dem Geschäftsführer unter anderem die Lage mitten in Deutschland und die Anbindung an das Autobahnnetz gesprochen. Der Einzugsbereich des Tierkrematoriums reiche über Niedersachsen hinaus in den nord- und mitteldeutschen Raum. Das Unternehmen betreibt derzeit in Deutschland fünf Kleintierkrematorien und beschäftigt rund 70 Mitarbeiter. Seit 2018 bietet Cremare unter der Marke Horsia auch die Pferdekremierung an. Aktuell werden die Pferde aber noch in Frankreich eingeäschert.   „Durch die Realisierung des Projektes im Herzen von Deutschland kann dieser wichtige und zunehmend gewünschte Abschied aber kundennah angeboten werden“, erklärte Bulteux. Die Pferde würden mit einem speziellen Transporter, der auch über eine Kühlmöglichkeit verfügt, abgeholt und nach Bockenem gebracht. Cremare bezeichnet sich selbst als Marktführer in Europa, in Sachen Pferdekremierung sei das Unternehmen sogar weltweit führend. „Es handelt sich um eine Nische, die sich schnell entwickelt. Das Haustier bekommt einen immer höheren Stellenwert“, machte Bulteux deutlich. Für viele sei es wichtig, sich würdevoll von einem Tier zu verabschieden. Pferde dürften erst seit einer Gesetzesänderung in 2017 eingeäschert werden.   Der beratende Ingenieur Michael Hintzen, der das in der nächsten Woche beginnende Genehmigungsverfahren begleitet, erklärte den Ratsmitgliedern, dass in Bockenem keine sogenannte Tierkörperbeseitigungsanstalt gebaut werden solle. Die unterscheide sich besonders in der Kapazität und dem Zweck. „Im Krematorium steht das Abschiednehmen von dem Tier im Vordergrund“, erklärte Hintzen. Die Anlage mit den beiden Öfen werde automatisch gesteuert. Die Abgase würden den EU-Vorschriften entsprechen. Ein unabhängiges Institut werde regelmäßig Messungen vornehmen. Die Unternehmensleitung geht von zunächst vier Beschäftigten aus, die in Bockenem tätig sind. Die Zahl dürfte aber vermutlich auf zehn anwachsen. „Wir sind zufrieden, wenn innerhalb eines Jahres in Bockenem 200 Pferde eingeäschert werden“, antwortete der Geschäftsführer auf die Frage aus dem Kreis der Ratsmitglieder, wie die Auslastung eingeschätzt wird. In Frankreich liege die Zahl zwischen 200 und 250 Pferden. Nach der Kremierung erhalten die Besitzer die Asche zur Aufbewahrung an einem individuellen Ort zurück. Für den Pferdebesitzer ist dieser besondere Abschied eine kostspielige Angelegenheit. Die Kosten liegen bei etwa 2000 Euro. Die Urnen sind je nach Wahl unterschiedlich groß. In einigen Ausführungen findet auch die gesamte Asche eines Pferdes Platz. Die Antragsunterlagen für den in Bockenem geplanten Bau werden vom 18. November bis 18. Dezember öffentlich ausgelegt. Einwendungen können bis 4. Januar abgegeben werden. Der Erörterungstermin ist für den 16. Februar geplant. mi

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