120 Gäste nehmen am Bürgermahl der Bürgerstiftung teil

4000 Euro kommen zusammen

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Perihan Köhler ist Festrednerin beim mittlerweile achten Bürgermahl in Bönnien.

BÖNNIEN – Die Bedingungen für Stiftungen sind derzeit nicht gut. Bei den niedrigen Zinszahlungen lassen sich allein davon keine großen Sprünge machen. Daher sind weitere Einnahmequellen, wie das Bürgermahl der Bürgerstiftung, willkommen. Allein dadurch werden rund 4 000 Euro in die Kasse gespült.

Seit mittlerweile acht Jahren zählt die Veranstaltung zu einer festen Größe im Kalender. Zur Freude der Vorstandsmitglieder haben sich die Besucherzahlen kontinuierlich gesteigert. Am Freitagabend nahmen rund 120 Personen an dem festlichen Mahl teil. Das ist ein neuer Rekord. „Mehr Gäste hätten wir auch nicht begrüßen können“, erklärte der Vorsitzende Gerd-Christian Barte. Er freut sich darüber, dass so viele Menschen gemeinsam die Ziele der Stiftung unterstützen. Der Vorsitzende richtete einen besonderen Dank an das Organisationsteam für die Bemühungen in den vergangenen Wochen. Er betonte, dass die Stiftung ein voller Erfolg ist. „Finanzielle Experimente schließen wir aus, auch wenn die Zinsen gen Null gehen“, so Barte, der an die verschiedenen Fördermaßnahmen erinnerte. Da gab es zum Beispiel Finanzspritzen für die Betreuungszeiten der Freiwilligenagentur „Miteinander im Ambergau“, den Kindergarten „Weinbergschnecken“ in Nette, Patenschaften für die „Klasse 2000“ in der Grundschule Bornum oder den sozialen Tannenbaum. „Die Fördersumme von insgesamt 3 000 Euro macht uns stolz“, meinte der Stiftungsvorsitzende. Auch in diesem Jahr würden wieder verschiedene Projekte unterstützt, über die der Vorstand noch entscheidet. Erfreulich entwickelt hat sich auch die Zahl der Stifter, die sich 2018 um zehn Prozent auf 70 erhöht hat. „Die Stiftung ist attraktiv und keinesfalls eine elitäre Gemeinschaft“, betonte Barte. Zum Bürgermahl gehört auch immer ein Festvortrag, den in diesem Jahr Perihan Köhler unter der Überschrift „Alltag zwischen den Kulturen mit Leib und Seele“ gestaltete. Die Geschäftsführerin des Druckhauses Köhler in Harsum berichtete über ihre Kindheit und Jugendzeit in der Türkei. Dort wuchs sie in ärmlichen Verhältnissen auf. Als sie nicht zur Schule gehen durfte, trat sie als Sechsjährige in Hungerstreik. „Ich wollte lernen“, erklärte Perihan Köhler. Sie kam schließlich mit sieben Jahren zur Schule, später folgte eine Ausbildung zur Bankkauffrau in der Türkei. Schließlich reifte der Wunsch, nach Deutschland zu gehen. Über Istanbul, München, Hannover kam sie mit 19 Jahren nach Hildesheim. Bei Blaupunkt lernte Perihan Köhler ihren Ehemann kennen, mit dem sie mittlerweile 44 Jahre verheiratet ist. „Ich habe eigentlich damals die Freiheit mit Geld bezahlt“, sagte die Geschäftsführerin. Deutschland hat sie ins Herz geschlossen. Die Türkei gibt es für die 65-Jährige nicht mehr. „Die würden mich gleich an der Grenze kassieren“, so Perihan Köhler, die sich schnell an die deutsche Kultur angepasst hat. Moslem ist sie nur noch auf dem Papier. „Ich bin eigentlich Christ und eigentlich katholischer als manch ein Katholik.“ Es kamen bei ihr gleich Bockwürstchen, Braunkohl und Bregenwurst auf den Tisch. „Die Ausführungen haben uns sehr beeindruckt. Viele Dinge stimmen uns auch sehr nachdenklich“, sagte der Vorsitzende nach dem Vortrag. Anschließend ließen sich die Gäste des Bürgermahls in der Gaststätte Maas die kalten und warmen Speisen schmecken. Den Gottesdienst hatte in der Christus-Kirche der Seesener Prädikant Norbert Walter gestaltet.

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