Auf einem Hektar Fläche wird Blühwiese angelegt

Stadt setzt sich für Insekten ein

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Die Stadt Bockenem setzt sich für den Erhalt der Bienen ein. Andreas Pape, Rainer Block und Friedrich Wißmann freuen sich über die 3000 Quadratmeter große Blühwiese am Ulmenweg.

Bockenem – Seit etwa drei Jahren setzt sich die Stadt Bocke-nem mit dem Thema Blühwiesen auseinander. „Den Stein ins Rollen hatte damals Ute Pätz gebracht, die als kooptiertes Mitglied dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauwesen und Umwelt angehört“, berichtet Bürgermeister Rainer Block.

Den ersten Versuch startete die Stadt seinerzeit auf einem doch recht überschaubaren Streifen an der Ortshäuser Straße. Auf der Fläche stand dann aber durch die bunten Farben der Blüten eigentlich das Erscheinungsbild im Mittelpunkt. „Wir wollten mehr machen, zumal es ja um die Bienen und Insekten geht. Die Blühwiesen bieten ihnen eine wichtige Nahrungsquelle. Sie tragen dazu bei, das Insektensterben zu stoppen“, erklärt der Verwaltungschef. Auch dem Imkerverein Ambergau liegt dieses Thema sehr am Herzen. „Die Imkerei unterstützt die Anlage von Blühwiesen und möchte nicht zu-letzt auch die Zusammen- arbeit mit den Landwirten intensivieren“, erläutert Vorsitzender Friedrich Wißmann. Er lobt das Engagement der Stadt, die sich für die Anlage solcher Wiesen stark macht. „Wir müssten aber zwangsläufig auch die Finanzen im Auge haben“, erklärt Block. So hat sich die Verwaltung fachlich beraten lassen. Die Wahl schließlich auf eine spezielle Saatmischung mit dem Namen „Honigbrache EU“. „Die vielfältige Artenzusammensetzung, zu der unter anderem Sonnenblumen, Perserklee, Koriander, Dill oder Ringelblumen gehören, zeichnet sich durch einen langen Blühzeitraum bis in den Herbst aus“, berichtet der Leiter des städtischen Bauhofs, Andreas Pape. Bei der Auswahl der Flächen hat die Stadt nicht gekleckert, sondern geklotzt. So wurden insgesamt 40 Kilogramm Saatgut auf 3000 Quadratmetern am Ende des Spielplatzes am Ulmenweg, auf 2 500 Quadratmetern im Schlangenweg und auf über 4 000 Quadratmetern am Ende der Nordstraße ausgebracht. Der Bockenemer Landwirt Heiko Illers unterstützte die Arbeiten mit technischem Gerät. So hielten sich dann auch die Kosten mit unter 200 Euro in Grenzen. Außerdem werden als weitere Maßnahme der Schützenplatz und die Erweiterungsfläche des Friedhofes nur einmalig gemäht. „Die Honigbienen haben nach der Massenblüte von Raps und Lindenblüten sehr wenig Möglichkeiten der Nahrungsaufnahme“, erläutert Imker Wißmann. Aber auch die Wildbienen stünden im Fokus der Bemühungen. „Der Insektenrückgang ist schon sehr bedrohlich“, so Wißmann. Ihm liegt auch daran, die Grundstückseigentümer zu sensibilisieren. Auch da war die Stadt hilfreich. Bei der Gewerbeschau verteilten die Mitarbeiter hunderte Tüten mit einer Saatmischung an die Besucher. Wichtig sei es auch, Landwirte zu gewinnen. „Einer hat im westlichen Teil des Stadtgebietes zehn Hektar seiner Flächen dafür stillgelegt“, berichtet der Vorsitzende, der auch die ent-sprechenden Förderprogramme im Blick hat. Für 2020 beginnt eine neue Förderperiode. „Der formelle Aufwand hält sich in Grenzen“, ermutigt Friedrich Wißmann potentielle Interessenten. 

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