Wird Mammut-Stoßzahn in Bockenem ausgestellt?

„Das wäre ein Glücksfall“

Bereits im November wurde dieser Mammutzahn bei Störy gefunden.
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Bereits im November wurde der Mammutzahn bei Störy gefunden.

Bockenem – Ein Stoßzahn eines Wollhaarmammuts ist im November bei Fundamentarbeiten für die 380 000-Volt-Höchstspannungsleitung in zweieinhalb Metern Tiefe bei Störy gefunden worden. 

„Natürlich würden wir den Mammutstoßzahn gerne hier in unseren Räumen ausstellen. Das wäre doch ein wahrer Glücksfall für die Stadt. Und sicherlich profitiert von solch einem besonderen Exponat auch die gesamte Region“, ist Bockenems Museumsleiter Hans-Jörg Drake überzeugt.  Auch wenn sich das Museum auf dem Buchholzmarkt hauptsächlich der Geschichte der weltbekannten Turmuhrenfabrik und Glockengießerei Weule widmet, sei das kein Grund dafür, auf die Präsentation des Mammutstoßzahnes zu verzichten. „Schließlich wurde der Zahn nicht weit von Bockenem entfernt entdeckt“, erklärt Drake. Im Ambergau sei er sicherlich besser aufgehoben als in einem Archiv oder Museum in Hannover oder anderswo. Einen Platz dafür zu finden, sei kein großes Problem. Zum Thema Mammut könnte vielleicht sogar ein eigener Raum im Obergeschoss eingerichtet werden, in dem bislang von Zeit zu Zeit Sonderausstellungen stattfinden. Bockenems Bürgermeister Rainer Block findet die Idee, den Stoßzahn in Bockenem auszustellen, ebenfalls sehr gut. Es müsste natürlich erst einmal geklärt werden, was mit dem Fundstück passiert. „Vorstellbar ist ja auch eine zeitlich befristete Leihgabe an die Stadt Bockenem. Das Museum würde sich ja anbieten“, sagt der Verwaltungschef.  Doch bis vielleicht der Mammutstoßzahn die Besucher anlockt, dürfte es noch ein weiter Weg sein – auf dem ganz sicher auch der eine oder andere Stein beiseite geschafft werden muss.  Zunächst werde der Mammutstoßzahn bei den Denkmalpflegern in der Landeshauptstadt restauriert und konserviert. Meist kommen die Fundstücke anschließend in das Landesmuseum. Landesarchäologe Dr. Henning Haßmann dämpft die Hoffnungen der Bockenemer ein wenig. Es sei gut möglich, dass der Mammutstoßzahn aus dem Ambergau im Rahmen einer größeren Ausstellung in Schöningen der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Dort habe es in der Vergangenheit eine große Zahl an Fundstücken gegeben. Den Fund im Bockenemer Stadtgebiet bezeichnet er aber schon als etwas Besonderes. „Durch das umsichtige Handeln des Baggerfahrers lässt sich genau sagen, in welcher Tiefe sich der Stoßzahn befand. Das ist für uns von großer Bedeutung bei den weiteren Analysen. Sonst werden Entdeckungen meist erst dann gemacht, wenn die Erde vom Bagger zu einem großen Haufen aufgeschichtet wurde“, berichtet der Landesarchäologe.     mi

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