Corona-Pandemie bringt viele Veränderungen für die Feuerwehren 

Zahl der Einsätze sinkt deutlich

Bad Salzdetfurths Stadtbrandmeister Matthias Bellgardt (rechts) und Pressesprecher Uwe Pepper blicken auf ein Jahr mit großen Herausforderungen zurück.
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Bad Salzdetfurths Stadtbrandmeister Matthias Bellgardt (rechts) und Pressesprecher Uwe Pepper blicken auf ein Jahr mit großen Herausforderungen zurück.

Bad Salzdetfurth – „Die Zahl der Einsätze ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken“, erklärt Bad Salzdetfurths Stadtbrandmeister Matthias Bellgardt. Den Hauptgrund für die rückläufige Zahl sieht er in der Corona-Pandemie. Die Tendenz gelte für Brandeinsätze und Hilfeleistungen gleichermaßen. 

„Die Menschen sind einfach nicht mehr so viel unterwegs“, meint Bellgardt. Als ein Beispiel nennt der Stadtbrandmeister die Einsätze der Feuerwehr Heinde auf der Autobahn 7. Ein bis zwei Alarmierungen in der Woche waren bislang die Regel. „Aktuell ist die Ortswehr kaum mehr auf der A7 unterwegs. Das ist auch gut so. Es ist ja erfreulich, wenn es kaum mehr Notfälle gibt“, betont der Stadtbrandmeister. Ebenfalls mussten die Aktiven weniger Ölspuren von Schulbussen abstreuen.  Insgesamt habe das Jahr 2020 aber einiges von der Feuerwehr abverlangt. Als einen großen Einschnitt schildert Matthias Bellgardt die massiven Beschränkungen durch Dienstanweisungen, die nach Ausbruch der Pandemie binnen kürzester Zeit umzusetzen waren. Damit seien auch Umstrukturierungsmaßnahmen verbunden gewesen. „So galt es, den Einsatzdienst aufrecht zu erhalten und auch die Sicherheit der Aktiven zu gewährleisten“, erläutert der Klein Düngener. Daraus resultierte unter anderem, dass Trageunterstützungen für den Rettungsdienst ausschließlich von der Ortswehr Bad Salzdetfurth übernommen werden. „So rückt nur eine Wehr aus, zumal ja meist die Bad Salzdetfurther Drehleiter benötigt wird. Auch das Schutzmaterial kann dadurch zentral gelagert werden“, ergänzt Pressesprecher Uwe Pepper.  Ein wichtiges Anliegen sei, dass mit eigenen Erkrankungen der Brandschützer sehr sensibel umgegangen wird. „Zum Glück hat es bislang keinen Corona-Fall in den Ortswehren gegeben“, so der Stadtbrandmeister. Die Bürger könnten sich auf die Feuerwehr verlassen. „Es hat zahlreiche positive Rückmeldungen und viel Lob gegeben. Die Menschen haben registriert, wie gut die Feuerwehr die Pandemie bisher gemeistert hat“, ergänzt Pepper.  Vermehrt Austritte habe es in den vergangenen Monaten nicht gegeben. Die Zahl der Aktiven ist konstant geblieben. Die in 2020 geplante Truppmannausbildung für Einsteiger in den aktiven Dienst konnte allerdings nicht stattfinden. Ob der Lehrgang in diesem Jahr nachgeholt werden kann, ist derzeit noch offen. „Es besteht natürlich die Gefahr, dass sich die Interessenten anderweitig orientieren“, erklärt der Stadtbrandmeister.  Neuigkeiten gibt es auch bei den geplanten Fahrzeugbeschaffungen. So wird bis Februar der erste Mannschaftstransportwagen ausgeliefert, der für den dritten Zug bestimmt ist. Ein weiteres Löschfahrzeug bekommt die Listringer Ortswehr. Einen Gerätewagen Logistik und ein Tanklöschfahrzeug sind für die Ortswehr Bad Salzdetfurth eingeplant.  Auch das Thema Hochwasserschutz ist noch bei der Feuerwehr präsent. „Wir hätten uns eine Einweisung zu den vorgenommen Baumaßnahmen gewünscht. Wann wird welches Fluttor geschlossen oder geöffnet“, lautet eine Frage des Stadtbrandmeisters. Nach dem Hochwasser von 2017 sei die Absicherung der Feuerwehrhäuser durch Notstrom und die Installation von EDV-Anlagen in den Fokus gerückt. „Es fehlt leider immer noch in drei Orten die EDV“, bedauert Bellgardt. Nach dem Hochwasser war die Kommunikation mit den Bürgern ein viel diskutiertes Thema. „Leider ist eine flächendeckende Kommunikation im Stadtgebiet noch nicht möglich“, bedauert Bellgardt.  Für das Jahr 2021 wünscht sich der Chef der Freiwilligen Feuerwehren im Bad Salzdetfurther Stadtgebiet, dass möglichst schnell wieder ein Stück Normalität eintritt – und die ehrenamtlichen Hilfsorganisationen einschließlich der Brandschützer bei den Covid-Impfungen möglichst zügig an die Reihe kommen.          mi

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