RuBS-Gespräch: Verwaltungschef Henning Hesse gibt Jahresrückblick und -ausblick

Es wird weiter kräftig investiert

Nachdem die alten Hallen abgerissen sind, können auf dem bisherigen K+S-Gelände Gewerbeflächen entstehen. Foto: Vollmer

BAD SALZDETFURTH Ein ereignisreiches Jahr ist für die Stadt Bad Salzdetfurth zu Ende gegangen, in dem vieles umgesetzt und angeschoben wurde: vom Stadtentwicklungskonzept, über die Aufnahme von Flüchtlingen bis zu Investitionen. Im Gespräch mit der RuBS lässt Bürgermeister Henning Hesse das abgelaufene Jahr Revue passieren und gibt einen Ausblick auf 2016.

„Wie ein roter Faden zieht sich das Flüchtlingsthema durch das Jahr“, sagt Hesse. Derzeit leben im Stadtgebiet 160 Menschen, die überwiegend aus Syrien, aber auch aus afrikanischen Staaten stammen. Angedacht war, das Gebäude Papenbergschule zur Sammelunterkunft umzubauen, doch der Sanierungsaufwand wäre zu groß gewesen. „Bislang konnten bei uns alle dezentral untergebracht werden“, freut sich Hesse, der die Arbeit des Runden Tischs und der Unterstützerkreise in den Ortsteilen ausdrücklich hervorhebt und lobt.

Finanziell stehe die Stadt mit ihren rund 13 500 Einwohnern einigermaßen gut da. Der Haushalt ist ausgeglichen und die Gewerbesteuern befinden sich auf einem guten Niveau. „Die Einnahmen sind 2015 sogar etwas höher ausgefallen als ursprünglich geplant“, freut sich Hesse.

Zum Bergbaumuseum mag der Verwaltungschef nichts Neues verkünden. Nur so viel: „Es wird an einer zukunftsfähigen und -trächtigen Lösung gearbeitet. Mehrere bauliche Varianten werden erarbeitet und in den nächsten Wochen der Politik vorgestellt.“ Dabei werde enger Kontakt mit dem Museums-Arbeitskreis gehalten. Es sei schwierig, eine tragfeste Lösung zu erarbeiten, da die Modernisierung des Brandschutzes in alten öffentlichen Gebäuden aufwändig und dadurch teuer sei, hebt Hesse hervor.

Die Verwaltung sieht der Hauptverwaltungsbeamte gut aufgestellt. Auch die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Politik klappe hervorragend. Da in einigen Jahren mit einer Pensionierungs- und Rentenwelle gerechnet wird, werde schon jetzt an einer Personalnachfolgeplanung gearbeitet. Ziel ist es, Führungskräfte aus den eigenen Reihen zu bekommen. Auch in Zukunft werde weiter bei der Stadt ausgebildet. So wird in diesem Jahr wieder ein Stadtinspektorenanwärter eingestellt.

Investiert wird auch 2016 in die Feuerwehr. So stehen 650 000 Euro für einen neuen Drehleiterwagen für die Bad Salzdetfurther Wehr zur Verfügung. Je nach Förderung ist angedacht, eventuell auch ein gebrauchtes Fahrzeug zu beschaffen. 2015 wurde ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 10) für die Heinder Wehr bestellt. Das Fahrzeug sei technisch auf dem neuesten Stand und speziell für Einsätze auf der Autobahn ausgerichtet.

Optmistisch sieht der Bürgermeister die Gewerbeentwicklung. Die Firma K+S hat die Hallen auf dem Gelände in der Masch abgerissen, so dass hier ein attraktives Gewerbegebiet entstehen kann. Die Stadt prüft, ob sie das Gelände kauft, da das Unternehmen es nicht selbst vermarkten möchte. Die entsprechenden Verhandlungen laufen noch.

Das Stadtentwicklungsprojekt „Konsequent in die Zukunft“ ist angelaufen und wird auch 2016 einen sehr hohen Stellenwert einnehmen (die RuBS berichtete). 250 000 Euro stehen für entsprechende Konzept-Maßnahmen bereit. Die Politik wird dazu im Laufe des Jahres mehrere Maßnahmen beschließen.

Sehr zur Freude von Henning Hesse haben bereits mehrere Firmen und Betriebe ihr Interesse bekundet, sich in Bad Salzdetfurth anzusiedeln. So gebe es auch einen Interessenten für die Papenbergschule. Die Lammetal-Werkstätten beabsichtigen, im Mischgebiet Süllbergstraße eine zusätzliche Einrichtung zu bauen und in ein ehemaliges Hotel an der Horstfeldstraße will die Kinder- und Jugendhilfe einziehen. „Insgesamt gibt es bereits drei ansiedlungswillige Unternehmen“, sagt Henning Hesse.

Der Bürgermeister ist froh, dass ein chinesischer Investor die Produktion im TecCenter von Delphi übernommen hat – die Firma heißt jetzt wieder Fuba. „Ich hoffe, dass die Produktion dauerhaft erhalten bleibt“, so Hesse.

Die Vermarktung von Bauplätze funktioniere sehr gut. „Die Neubürger fühlen sich hier sehr wohl“, sagt Hesse. Gerade die aufgegebenen Spielplätze seien als Bauplätze beliebt. Insgesamt gesehen sei die Vermarktung aber sehr unterschiedlich. Der Trend gehe eher gen Norden des Stadtgebiets.

Zum Schluss des Gesprächs bedankt sich Henning Hesse insbesondere bei den Ehrenamtlichen: „Ihr Engagement in den unterschiedlichsten Bereichen kann gar nicht hoch genug bewertet werden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare